Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zweigeschossige Arkade
- Steinerne Säulen
- Lange Fassade entlang des Platzes
Die Geschichte des Ortes
Hinter der langen Arkade entlang des Platzes befindet sich heute das Museo Nacional de Arte de Guatemala. Der Palacio de los Capitanes Generales war der Ort, von dem aus die spanischen Behörden Mittelamerika regierten. Zwei Geschosse steinerner Bögen ziehen sich am Rand des Parque Central entlang, und die heutige Fassade wurde erst nach der Zerstörung der alten Hauptstadt wiederaufgebaut. Die steinernen Säulen ließ man fast ein Jahrhundert lang unter Schutzdächern am Portal liegen und setzte sie in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts wieder in die Fassade ein.
Die doppelte Arkade nahm eine ganze Seite des Parque Central ein, doch dahinter befand sich nicht nur eine repräsentative Residenz. Hier tagte das oberste Gericht – die Real Audiencia de Guatemala –, hier bewahrte man das königliche Siegel und die Staatskasse auf, prägte Münzen, hielt Waffen und Gefangene. Hier wohnte auch das Oberhaupt dieses ganzen Systems. Es befehligte die Truppen, leitete die Provinzen und führte den Vorsitz im Gericht. Das Amt hieß „Kapitänsgeneral“, deshalb bewahrte der Palast den Namen der einander ablösenden Kapitänsgeneräle.
Der letzte von ihnen, dem es noch gelang, von hier aus die alte Hauptstadt zu regieren, war Martín de Mayorga – ein Berufssoldat, den der spanische König zum Gouverneur von Guatemala ernannt hatte. Er traf im Juni siebzehnhundertdreiundsiebzig in der Stadt ein. Am Tag seiner Ankunft hatte ein Erdbeben den Palast bereits beschädigt, und eineinhalb Monate später, am neunundzwanzigsten Juli, zerstörte eine neue Serie von Erdstößen einen beträchtlichen Teil der Stadt.
Mayorga musste entscheiden, ob Gericht, Staatskasse, Gefängnis und seine eigene Residenz hierher zurückkehren konnten. Er beauftragte den Militätingenieur Antonio Marín mit der Begutachtung, der gerade aus Spanien angekommen war und die Stadt kaum kannte. Marín betrat die beschädigten Gebäude, obwohl die Mauern weiterhin bröckelten. Er begründete dieses Risiko mit dem Dienst für den König und der Ehre des Ingenieurs: Für ihn hätte es bedeutet, sowohl die Bewohner als auch seinen eigenen beruflichen Ruf zugrunde zu richten, ein bequemes Gutachten zu unterzeichnen, ohne die Ruinen selbst geprüft zu haben.
Die Fassade des Palasts stand noch, doch die Portiken beider Geschosse und eine Seitenwand hatten sich geneigt und drohten einzustürzen. Nach der Besichtigung der Innenräume entschied Marín, dass eine Reparatur hier nicht ausreichte. Seiner Berechnung nach würden die Beseitigung der Trümmer und der Wiederaufbau Millionen Pesos erfordern; der Versuch, Menschen in notdürftig ausgebesserten Häusern unterzubringen, würde diese Häuser in Gräber verwandeln.
Mayorga nutzte das Gutachten des Ingenieurs, um die Verlegung der Hauptstadt durchzusetzen. Ihm stand der Erzbischof Pedro Cortés y Larraz entgegen, der die Stadt an ihrem bisherigen Ort wiederaufbauen wollte. Hinter dem Erzbischof standen viele Priester, Stadträte und Hausbesitzer: Ihr Besitz, die Einkünfte aus kirchlichen Darlehen und ihr gewohnter Verdienst waren gerade an diesen Platz und die umliegenden Viertel gebunden. Auch für Mayorga war der Palast Wohnhaus und Dienstort, doch die Krone hatte ihn ernannt und unterhalten; ihr hätte er für den nächsten Einsturz Rechenschaft ablegen müssen.
Nach der Genehmigung des Königs beschränkte sich Mayorga nicht auf die Abreise der Beamten. Er ließ im Palast Möbel, Türen, Balkone und alles abnehmen, was sich beim Bau des neuen Regierungskomplexes verwenden ließ. Am sechzehnten Januar siebzehnhundertfünfundsiebzig begann der Baumeister Bernardo Ramírez, von hier brauchbare Materialien abzutransportieren. Das Erdbeben beschädigte den Palast, und die Menschen trugen einen beträchtlichen Teil dessen ab, was noch standhielt. Gericht und Staatskasse zogen fort; die verbliebenen Stadtbewohner besetzten die erhaltenen Räume und errichteten kleine Häuser direkt auf den Ruinen des Portals.
Die steinernen Säulen nahm man nicht mit: Sie erwiesen sich als zu schwer. Fast hundert Jahre lang lagen die Säulen unter Schutzdächern vor dem zerstörten Palast, bis man sie beim Wiederaufbau der Fassade in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts verwendete. Hinter den heutigen Arkaden befindet sich das Museo Nacional de Arte de Guatemala, und die Säulen selbst blieben dort, von wo Mayorga sie nicht in die neue Hauptstadt schicken konnte.
Praktisch vor Ort
Die Arkade ist von außen jederzeit zugänglich; laut der letzten offiziellen Veröffentlichung ist das Museum von Dienstag bis Sonntag, 10:00–18:00 Uhr, geöffnet.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Rechnen Sie nicht mit freiem Zugang zu allen Räumen: Die wesentliche Geschichte lässt sich vom Platz aus an der Gestaltung der Fassade ablesen.
