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Jüdisches Museum

Joods Historisch Museum

Das Schicksal der Chanukkia führt die Geschichte des geplünderten Komplexes auf einen einzigen erhaltenen Gegenstand und einen Verlust zurück.

30 Min.
Fassade des Jüdischen Museums in Amsterdam
S. Sepp · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Silberne Chanukkia
  • Dreibeiniges Gestell aus schwarzem Holz
  • Moderne Übergänge zwischen den Synagogen
  • Dach über der ehemaligen Gasse

Die Geschichte des Ortes

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Unter einem Dach sind hier vier ehemalige aschkenasische Synagogen miteinander verbunden. Als die Gemeinde von Menschen, die aus Mittel- und Osteuropa übersiedelt waren, rasch wuchs, reichte ihr eine Große Synagoge nicht mehr, und daneben entstanden drei weitere Bethäuser. Die ehemalige Gasse zwischen ihnen wurde überdacht, und die alten Säle wurden durch moderne Übergänge verbunden. Heute ist in diesen Räumen die Geschichte der Juden in den Niederlanden vom siebzehnten Jahrhundert bis in die Gegenwart versammelt.

Am ersten Tag von Chanukka im Jahr siebzehnhundertdreiundfünfzig schenkte die wohlhabende Witwe Sara Rintel der hiesigen Gemeinde einen mehr als einen Meter breiten silbernen Leuchter. Sie bestellte ihn bei dem Amsterdamer Silberschmied Pieter Robol. Auf einem ovalen Schild gravierte er die Namen von Sara und ihrem verstorbenen Mann Chaim Levi.

Sara war die Tochter und die Witwe von Parnassim – Mitgliedern des Vorstands der jüdischen Gemeinde. Ihrer Familie gehörten Plantagen in Suriname; sie konnte sich einen Auftrag leisten, der den meisten hiesigen Gemeindemitgliedern nicht zugänglich war. Aschkenasim – Juden, die aus Mittel- und Osteuropa übersiedelten – kamen zunächst überwiegend als Arme nach Amsterdam, auf der Flucht vor Kriegen. Die Große Synagoge bauten sie hier im Jahr sechzehnhunderteinundsiebzig. Die Gemeinde wuchs so schnell, dass daneben noch drei weitere Synagogen errichtet werden mussten. Alle vier werden heute vom Jüdischen Museum genutzt.

Sara gab den Leuchter unter der Bedingung, dass er ausschließlich in der Großen Synagoge verwendet würde. Es ist eine Chanukkia: Von den acht Lichtern wird an jedem Abend von Chanukka eines angezündet, und das neunte dient dazu, die übrigen anzuzünden. Sara verpflichtete sich, jährlich Kerzen zu liefern, und hielt im Vertrag eigens fest, dass nicht vollständig abgebrannte Wachsstücke an sie zurückgegeben werden mussten. Der silberne Auftrag war großzügig, doch die Witwe gab ihre wirtschaftliche Berechnung nicht auf.

Die Bedingung wurde fast zwei Jahrhunderte lang erfüllt. An jedem Chanukka stellte man die Chanukkia in diesem Saal auf. Nach dem letzten Gottesdienst des Jahres neunzehnhundertdreiundvierzig plünderten die Besatzer den Komplex. Während des Hungerwinters neunzehnhundertvierundvierzig bis neunzehnhundertfünfundvierzig nahmen Amsterdamer leer stehende Gebäude als Brennstoff auseinander; aus den Synagogen wurde fast die gesamte hölzerne Innenausstattung herausgetragen. Die Chanukkia konnte rechtzeitig versteckt werden, doch ihr geschnitzter Holzsockel verschwand.

Nach dem Krieg kehrte die überlebende Gemeinde nicht hierher zurück. Die vier Gebäude standen leer und verfielen, bis Judith Belinfante, die Direktorin des Jüdischen Historischen Museums, begann, den Umzug vorzubereiten. Sie musste vier getrennte Synagogen zu einem Museum verbinden und den Wandel ihrer Nutzung sichtbar halten. Die alten Säle wurden in ihrem Erscheinungsbild des achtzehnten Jahrhunderts wiederhergestellt, die neuen Übergänge betont modern gestaltet, und die ehemalige Gasse zwischen den Synagogen wurde überdacht und zum Haupteingang gemacht. Im Mai neunzehnhundertsiebenundachtzig eröffnete das Museum hier, und die Chanukkia kehrte in den Saal der Großen Synagoge zurück.

Heute erzählen hier persönliche Gegenstände, Dokumente, Kunstwerke und religiöse Objekte vom Leben der Juden in den Niederlanden vom siebzehnten Jahrhundert bis in die Gegenwart. Das Museum erwarb die Chanukkia im Jahr zweitausendsiebzehn als Eigentum. Weitere zwei Jahre später fertigte man für sie ein dreibeiniges Gestell aus schwarzem Holz an. Sara Rintels Silber ist ein Original geblieben; den geschnitzten Sockel, auf dem man es vor dem Krieg anzündete, gibt es nicht mehr.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort30 Min.
Nächster PunktHortus Botanicus Amsterdam
Eintrittmit Ticket

Normalerweise täglich 11:00–17:00 geöffnet; an jüdischen Feiertagen und an einzelnen Dezemberdaten gibt es Schließungen oder verkürzte Öffnungszeiten.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Versuchen Sie nicht, noch vor der weiteren Route die gesamte Ausstellung zu erfassen: Suchen Sie die Gegenstände aus der Erzählung und lassen Sie Zeit für den Platz draußen. Ob einzelne Objekte fotografiert werden dürfen, klären Sie vor Ort.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Bleiben Sie am Kanal bis zum Eingang des Hortus.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

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