Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die alte Kapelle in der Mitte des Hofes
- Zwei Wohnfassaden gegenüber der Kapelle
- Der Innenhof des Begijnhofs
Die Geschichte des Ortes
Der Begijnhof entstand als geschlossener Wohnhof für Beginen: Sie lebten keusch, verfügten über ihren Wohnraum und konnten gehen, auch um zu heiraten. Hier pflegte man Kranke, half Armen und unterrichtete Kinder. In der Mitte des Hofes steht die alte Kapelle, und gegenüber ist die katholische Begijnhofkapel im Inneren zweier miteinander verbundener Wohnhäuser verborgen. Der Hof bleibt bis heute bewohnt: Eine Stiftung vermietet die hiesigen Wohnungen an Frauen.
Im Jahr eintausendfünfhundertachtundsiebzig verbot der protestantische Stadtrat von Amsterdam öffentliche katholische Gottesdienste und begann, Kirchen und Klosterbesitz einzuziehen. Auch der Begijnhof war eine katholische Gemeinschaft, doch der Rat konnte seine Bewohnerinnen nicht vertreiben: Die Häuser gehörten den Frauen selbst.
Begijnhof bedeutet „Hof der Beginen“. Beginen waren keine Nonnen. Sie legten ein Keuschheitsgelübde ab, behielten aber ihr Eigentum und konnten die Gemeinschaft verlassen, zum Beispiel um zu heiraten. Einige kauften hier Wohnraum, andere zahlten Miete; viele pflegten Kranke, halfen Armen und unterrichteten Kinder. Als sich die offizielle Religionsordnung änderte, standen ihre Häuser, ihr Einkommen und die Möglichkeit, zusammenzuleben, auf dem Spiel. Private Eigentumsurkunden ermöglichten ihnen zu bleiben.
Die Kapelle in der Mitte des Hofes gehörte ihnen nicht persönlich, deshalb wurde sie geschlossen. Im Jahr eintausendsechshundertsieben übergab der Stadtrat das Gebäude englischen und schottischen Calvinisten. So wurde die ehemalige Kapelle der Beginen zur Engelse Hervormde Kerk.
Zunächst feierten die Beginen weiterhin die Messe in ihrer Sakristei. Als die Nutzung der Sakristei verboten wurde, kam ein Priester abwechselnd in verschiedene Wohnhäuser: Eine dauerhafte katholische Kirche hätte allein ihre Adresse verraten. Im Jahr eintausendsechshundertfünfundsechzig organisierte der Vorsteher David van der Mije, der sich um eine dauerhafte Kapelle für die Gemeinschaft bemühte, den Kauf zweier benachbarter Häuser. Sie wurden im Inneren miteinander verbunden. Der Stadtrat genehmigte den Bau unter einer Bedingung: Von außen durfte das Gebäude nicht wie eine Kirche aussehen. Im Jahr eintausendsechshunderteinundsiebzig wurde der Grundstein gelegt, und im Jahr eintausendsechshundertzweiundachtzig begann man hier wieder katholische Messen zu feiern.
Zur Eröffnung der neuen Kapelle lebten im Begijnhof hundertfünfzig Beginen sowie weitere zwölf alleinstehende Frauen und Witwen. Die letzte Begine, Schwester Antonia, starb im Jahr eintausendneunhunderteinundsiebzig. Heute vermietet eine Stiftung die hiesigen Wohnungen an mehr als hundert Frauen.
Die alte Kapelle in der Mitte des Hofes gehört weiterhin der englisch-reformierten Gemeinde. Direkt gegenüber ist die katholische Begijnhofkapel hinter den Fassaden zweier Wohnhäuser verborgen. Beide Kirchen sind in Betrieb: Vor vier Jahrhunderten nahm man den Beginen ihre Kirche, doch ihre eigenen Häuser blieben in ihrem Besitz.
Praktisch vor Ort
Offiziell täglich 10:00-18:00 geöffnet, am 27. April geschlossen; beachten Sie den Aushang am Tor und halten Sie die Ruhe ein.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist bewohnter Wohnraum. Bewegen Sie sich leise, fotografieren Sie keine Bewohnerinnen und Bewohner und bleiben Sie nicht an Türen stehen; den Unterschied zwischen den Epochen können Sie auch ohne den Besuch der Kirchen erkennen.
