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Altes Dispensarium

Zahanati ya Ithnashiri / Old Dispensary

Dieser Halt erklärt, warum ein großes wohltätiges Vorhaben durch drei medizinische Räume ersetzt werden musste.

20 Min.
Historisches Gebäude des Alten Dispensariums mit grün gestrichenen geschnitzten Balkonen
Wildlife Travel · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Geschnitzte Holzbalkone
  • Üppiger Fassadenschmuck
  • Der Name Nurmohamed an der Fassade

Die Geschichte des Ortes

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Geschnitzte Holzbalkone und dichter Schmuck verbergen ein Haus, das einst direkt am Wasser stand: Den Hafen davor gab es noch nicht, und die Fassade blickte aufs Meer. Es war als wohltätiges Krankenhaus für weniger wohlhabende Stadtbewohner geplant. Nach langem Verfall wurde das Gebäude restauriert, und hinter diesen Balkonen befinden sich nun wieder eine Poliklinik, diagnostische Räume, eine Zahnklinik und eine Apotheke.

Am Tag der Grundsteinlegung des Krankenhauses war sein Auftraggeber nicht hier. Am achten Juli achtzehnhundertsiebenundachtzig befand sich Tharia Topan in Bombay – schwer krank, fast erblindet und ohne noch damit zu rechnen, nach Sansibar zurückzukehren.

Topan kam als junger Kaufmann auf die Insel, wurde durch Handel und durch das vom Sultan erworbene Recht, Zölle einzuziehen, reich und wurde unter Sultan Barghasch ibn Said einer seiner Berater. An der Uferseite, die damals zu einer repräsentativen Stadtfront umgestaltet wurde, beschloss Topan, ein wohltätiges Krankenhaus für Arme zu errichten. Anlass war das fünfzigjährige Regierungsjubiläum von Königin Victoria, daher lautete der ursprüngliche Name Jubiläumskrankenhaus von Tharia Topan. Den heutigen Hafen gab es noch nicht: Die Fassade blickte unmittelbar aufs Meer.

Zunächst leitete Topans Neffe den Bau. Nach ihrem Streit ersetzte der Auftraggeber ihn durch den Baumeister Haji Mistri, der mit Maurern und Schnitzern aus Indien kam. Dann starb Topan. Wegen eines Streits über das Testament schickte man den Baumeister nach Hause, und das unvollendete Krankenhaus blieb ohne den Menschen zurück, der es erdacht und bezahlt hatte.

Topans dritte Frau, Lady Jhanbai, übernahm das Projekt. Sie wollte die Absicht ihres Mannes erfüllen und holte Haji Mistri im Jahr achtzehnhundertzweiundneunzig mit seiner Arbeitsgruppe zurück. Aller Wahrscheinlichkeit nach fügte der Baumeister gerade in dieser Bauphase einen Teil des üppigen Ornaments hinzu, das in den ursprünglichen Zeichnungen nicht vorgesehen war. Doch das von Jhanbai zurückgelegte Geld ging vor Abschluss der Arbeiten zur Neige. Bis zum Jahr achtzehnhundertvierundneunzig vollendeten die Bauleute das Gebäude, doch für Ausstattung und Arztgehälter waren keine Mittel mehr übrig. Das Krankenhaus nahm nie Patienten auf, und Jhanbai musste es verkaufen.

Die Käufer waren die Verwalter des Nachlasses eines anderen sansibarischen Kaufmanns, Haji Nasser Nurmohamed. Auch sie bestimmten das Gebäude für wohltätige Zwecke, entschieden sich jedoch für eine leichter zu bewältigende Einrichtung. Im Jahr neunzehnhundert bezogen ein Arzt, seine Assistenten und eine Apotheke drei Räume im Erdgeschoss; die oberen Stockwerke wurden in Wohnungen aufgeteilt. An der Fassade erschien der Name Nurmohamed, und im Sprachgebrauch der Stadt setzte sich die Bezeichnung Altes Dispensarium durch. Sie erinnert daran, dass das von Topan geplante Krankenhaus nicht eröffnet wurde: Medizinische Hilfe leisteten hier erst andere Menschen und in wesentlich kleineren Räumen.

Nach dem Jahr neunzehnhundertvierundsechzig wurde das Dispensarium geschlossen, und das Gebäude stand mehr als ein Vierteljahrhundert leer. In den neunziger Jahren restaurierten Fachleute des Aga Khan Trust for Culture es, und im Jahr zweitausenddreiundzwanzig kehrten medizinische Behandlungsräume hierher zurück. Aga Khan ist der Titel des geistlichen Oberhaupts der Ismailiten, der Gemeinschaft, der Topan angehörte. Hinter den geschnitzten Balkonen werden nun wieder Patienten behandelt: Hier befinden sich eine Poliklinik, diagnostische Räume, eine Zahnklinik und eine Apotheke.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktHafen von Malindi und Fährterminal
Eintrittvor Ort prüfen

Das Gebäude dient als Poliklinik des Aga Khan; ein öffentlicher touristischer Zugang ins Innere ist nicht garantiert. Eine Besichtigung von außen ist bei Tageslicht möglich, ohne Patienten und Personal zu stören.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie das Haus vom öffentlich zugänglichen Bereich aus und halten Sie einen offenen Durchgang nicht für eine Einladung, hineinzugehen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zum Passagiertor des Hafens von Malindi.

Stopp 5 von 6Weiter: Hafen von Malindi und Fährterminal

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Markt, Creek und Hafen von Stone Town“ — 6 Stopps, 1,2 km, 1,5–2 Stunden.

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