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Abowjan-Straße und Katoghike-Kirche

Կաթողիկե Սուրբ Աստվածածին եկեղեցի

Der Halt zeigt, wie der Rückbau eines späteren Gebäudes unerwartet zur Rettung einer mittelalterlichen Kirche wurde.

20 Min.
Kleine Katoghike-Kirche neben der größeren Sankt-Anna-Kirche
Armenak Margarian · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Kleine Kuppel
  • Steinmauern mit Inschriften
  • Kreuzung der Abowjan-Straße und der Sajat-Nowa-Straße

Die Geschichte des Ortes

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Im Sommer neunzehnhundertzwanzig wurde die frühere Astafjew-Straße nach Chatschatur Abowjan benannt. Er unterrichtete und schrieb für Leser, denen das schriftsprachliche Altarmenisch bereits fremd geworden war. Den Roman „Die Wunden Armeniens“ verfasste Abowjan in umgangssprachlichem Ostarmenisch; für dieses Werk nennt man ihn den Begründer der neuen armenischen Literatur.

An der Ecke der Abowjan-Straße und der Sajat-Nowa-Straße steht die kleine Katoghike-Kirche der Heiligen Muttergottes. Ihre heutige Größe ist die Spur eines unvollendeten Abrisses.

Im Dezember neunzehnhundertsechsunddreißig begann der Stadtrat von Jerewan, die hier stehende große Kirche vom Ende des siebzehnten Jahrhunderts abzutragen. Das Grundstück war für eine Neubebauung vorgesehen. Das Institut für Geschichte und Literatur stimmte den Arbeiten unter einer Bedingung zu: Der Rückbau sollte unter täglicher Aufsicht eines Archäologen erfolgen, damit Steine mit Inschriften und alte Gebäudeteile nicht verlorengingen.

Zum Aufseher ernannte man Karo Ghafadaryan, einen jungen Archäologen und Fachmann für Inschriften. Er verbrachte den ganzen Arbeitstag auf der Baustelle und stoppte den Rückbau bei jedem Fund. Später schrieb Ghafadaryan, dass sich der Rückbau wegen dieser Unterbrechungen doppelt so lange wie vorgesehen hinzog – bis zum März des folgenden Jahres.

Unter dem späteren Mauerwerk kam eine kleine Kuppelkirche aus dem dreizehnten Jahrhundert zum Vorschein. Sie stand nicht neben der großen Kirche: Die Baumeister des siebzehnten Jahrhunderts integrierten sie in das neue Gebäude und machten sie zum Hauptaltar. Von außen sah niemand mehr eine eigenständige Kirche. Die früheste Inschrift an ihren Wänden stammt aus dem Jahr tausendzweihundertvierundsechzig.

Ghafadaryans Aufsicht schützte die Funde während des Rückbaus. Professor Ashkharbek Kalantar setzte sich für die Einstellung aller Arbeiten ein. Er lehrte Archäologie an der Staatlichen Universität Jerewan und war wissenschaftlicher Sekretär des Komitees für den Schutz der Altertümer. Am neunzehnten Januar neunzehnhundertsiebenunddreißig schrieb Kalantar an Amatuni, den ersten Sekretär der armenischen Kommunistischen Partei – den ranghöchsten Parteiführer der Republik. Der Professor warnte: In Jerewan seien kaum noch zwei oder drei alte Denkmäler übrig, und bei solcher Eile sei es unmöglich, die freigelegten Malereien, Inschriften und das Mauerwerk zu untersuchen. Er bat darum, den Abriss zu stoppen und unverzüglich eine Kommission von Fachleuten einzuberufen.

Der Brief wurde zur Prüfung weitergeleitet, doch im Parteibüro wurde die Frage nie behandelt. Bis März war die große Kirche abgetragen. Kalantar wurde nicht wegen dieses Briefes verhaftet: Im März neunzehnhundertachtunddreißig beschuldigte man ihn im fabrizierten „Fall der Professoren“ des Hochverrats. Das Todesurteil wurde in acht Jahre Haft umgewandelt. Im Juni neunzehnhundertzweiundvierzig starb der Archäologe in der sibirischen Verbannung; später wurde er postum vollständig rehabilitiert.

Der Wissenschaftliche Rat des Instituts bewahrte die von Ghafadaryan entdeckte mittelalterliche Kirche. Sie wurde von den Resten der späteren Basilika befreit, und die beschädigten Teile wurden wiederhergestellt. Die Basilika der Heiligen Muttergottes verschwand, doch die kleine Altarkirche blieb eine aktive Kirche und erbte ihren Namen. „Katoghike“ bedeutet die Haupt- oder Kathedralkirche – nun trägt ein Gebäude von etwas mehr als fünf mal siebeneinhalb Metern diesen Namen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktTamanjan-Park
EintrittHof und Kirche – kostenlos zugänglich, soweit sie tatsächlich zugänglich sind

In Gebrauch befindliche Kirche; ein einheitlicher offizieller Besuchsplan ist nicht veröffentlicht. Der Hof ist tagsüber gewöhnlich zugänglich, Gottesdienste haben Vorrang.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Besichtigen Sie die Kirche in Ruhe und ohne lautes Audio; während des Gottesdienstes haben die Belange der Gemeinde Vorrang vor dem Halt der Führung.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zurück zum Nationalen Akademischen Opern- und Balletttheater „Alexander Spendiarjan“ und weiter zum Beginn des Aufstiegs zur Kaskade von Jerewan.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Jerewan von Alexander Tamanjan: vom Platz der Republik zum Matenadaran“ — 8 Stopps, 3,3 km, 4 Std. 20 Min..

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