Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Offener Bronzestreitwagen
- Geschlossene Passagierkabine
- Kleine Fenster
- Messer an den Gürteln der Beamten
Die Geschichte des Ortes
In diesem Bereich der Grabanlage neben dem Grabhügel sind Gegenstände einer höfischen Reise versammelt: Bronzewagen, Wagenlenker und Beamte. Die geschlossene Kabine mit kleinen Fenstern, Wänden und Dach verbarg den Passagier vor den Begleitern, während der Wagenlenker draußen blieb. An den Gürteln der Tonbeamten sind Messer und Schleifsteine zu erkennen, mit denen man falsche Zeichen von Bambustäfelchen abkratzte. Der Wagen und diese kleinen Werkzeuge zeigen, wie der Hof die Distanz zwischen einem Menschen, seinem Gefolge und der schriftlichen Anordnung steuerte.
Zwanzig Meter vom Grabhügel entfernt bestatteten Handwerker zwei bronzene Streitwagen, die ungefähr halb so groß wie echte waren. Vorne stand ein offener Wagen mit einem bewaffneten Wagenlenker, dahinter ein Wagen mit einer geschlossenen Passagierkabine und Fenstern. Südwestlich des Grabhügels legte man eine weitere Grube an: acht Figuren, die Archäologen für Hofbeamte halten, vier Wagenlenker, einen hölzernen Streitwagen und Pferde. An den Gürteln der Beamten sind Messer und Schleifsteine modelliert. Mit solchen Messern kratzte man fehlerhafte Zeichen von Bambusdokumenten ab.
Im Jahr zweihundertzehn vor unserer Zeitrechnung brach Qin Shihuangdi, der erste Herrscher des geeinten China, zu einer weiteren Reise durch die Provinzen auf. Er wollte erreichen, dass Anordnungen aus der Hauptstadt auch in den kürzlich eroberten Gebieten ausgeführt wurden. Auf der Rückreise starb der Kaiser in Shaqiu, weit entfernt von der Hauptstadt Xianyang.
Neben ihm befand sich der Kanzler Li Si, der Leiter der Zivilverwaltung. Er fürchtete nach dem plötzlichen Tod des Herrschers einen Aufstand und wollte seine eigene Stellung bewahren. Das kaiserliche Siegel und den letzten Brief hatte Zhao Gao, der Leiter des Hofdienstes für Streitwagen und Lehrer von Huhai, dem jüngeren Sohn des Kaisers. Zhao Gao strebte den Thron für seinen Schüler an, den er nach seiner Erwartung lenken würde. Huhai selbst stimmte zu, der nächste Kaiser zu werden.
Eine späte Chronik, die etwa ein Jahrhundert später verfasst wurde, berichtet, wie Li Si den Tod geheim halten ließ. Den Leichnam brachte man in einem geschlossenen Wagen unter. Die meisten Begleiter glaubten weiterhin, dass der Herrscher lebte: Beamte reichten Berichte und Essen in den Wagen, und Vertraute antworteten in seinem Namen. Als es schwer wurde, die Verwesung zu verbergen, fügte man dem Zug einen Wagen mit gesalzenem Fisch hinzu.
Vor uns steht ein Grabmodell eines geschlossenen kaiserlichen Wagens aus derselben Zeit. Seine Kabine zeigt, weshalb die Täuschung überhaupt möglich war: Wände, Dach und kleine Fenster trennten den Passagier von seinem Gefolge. Damit Anordnungen als echt galten, musste man nur ein Siegel auf das Dokument setzen.
Vor seinem Tod hatte Qin Shihuangdi noch einen Brief an seinen ältesten Sohn Fusu versiegelt: Dieser sollte die Truppen dem Feldherrn Meng Tian übergeben und zu den Bestattungsfeierlichkeiten nach Xianyang kommen. Zhao Gao verschickte den Brief nicht. Gemeinsam mit Li Si und Huhai verfasste er einen neuen Erlass: Huhai wurde zum Erben erklärt, und Fusu erhielt den Befehl, sich das Leben zu nehmen. Fusu gehorchte dem Dokument, das er für den Willen seines Vaters hielt.
In Xianyang gab man den Tod schließlich bekannt, Qin Shihuangdi wurde hier bestattet, und Huhai nahm den Namen des Zweiten Kaisers der Qin an. Zwei Jahre später beschuldigte Zhao Gao Li Si des Verrats und erwirkte seine Hinrichtung. Ein weiteres Jahr später zwang er Huhai, sich das Leben zu nehmen. Der nächste Herrscher ließ Zhao Gao töten, und bald darauf hörte die Qin-Dynastie auf zu bestehen.
Die Bambustäfelchen jener Reise sind zerfallen. Neben dem Grabhügel blieben die geschlossene Bronzekabine und die Messer an den Gürteln der Tonbeamten zurück – der Wagen, in dem man den Toten verbarg, und die Werkzeuge von Menschen, die das Geschriebene berichtigen mussten.
Praktisch vor Ort
Offizielle Ticketkontrolle: 08:30-17:00 in der Hochsaison; 08:30-16:30 in der Nebensaison. Prüfen Sie Feiertage gesondert.
Öffnungszeiten nach Tagen
Betrachten Sie zunächst den Aufbau der Wagen, dann die kleinen Details des Geschirrs und der Schreibutensilien; nicht alle sind aus der Ferne erkennbar.
