Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gewölbte Fahrkartenhalle
- Betonbögen vor den Bahnsteigen
- Breiter Durchgang zu den Bahnsteigen
Die Geschichte des Ortes
Am zehnten April neunzehnhundertachtundsechzig ordnete der leitende Polizeiinspektor George Twentyman an, die Überlebenden der Fähre Wahine zur Wellington Railway Station zu bringen. Er musste feststellen, wer gerettet worden war, und verhindern, dass die Flut von Anfragen Angehöriger die Rettungsaktion selbst behinderte.
Die Nachtfähre war von Lyttelton nach Wellington unterwegs. An der Hafeneinfahrt trieb der Sturm das Schiff auf das Barrett Reef; einige Stunden später kenterte die Wahine in der Nähe von Seatoun. An Bord befanden sich siebenhundertvierunddreißig Menschen. Dreiundfünfzig von ihnen starben schließlich, während die Überlebenden an verschiedenen Stellen rund um den Hafen an Land gelangten. Einige wurden in Krankenhäuser gebracht, andere hierher gefahren.
Twentyman hatte bereits nach der Eisenbahnkatastrophe bei Tangiwai im Jahr neunzehnhundertdreiundfünfzig an der Bewältigung der Folgen mitgewirkt. Damals hatte er gesehen, wie Rettungskräfte, Ermittler und Menschen, die nach Angehörigen suchten, einander behinderten, wenn sie an einem Ort arbeiteten. Nun teilte der Inspektor die Aufgaben auf: Anfragen wurden getrennt entgegengenommen, die Leichen in die Leichenhalle gebracht, die Habseligkeiten der Toten von einer besonderen Gruppe erfasst, und der Bahnhof wurde zur Sammelstelle für Überlebende.
Dafür wählte man ein Gebäude, das die Stadt bereits für die Aufnahme von Betroffenen bei einer großen Katastrophe vorgesehen hatte. Das New Zealand Railways Department eröffnete den heutigen Bahnhof im Jahr neunzehnhundertsiebenunddreißig, indem es hier zwei frühere nördliche Endbahnhöfe zusammenlegte. Damals war dies das größte Gebäude des Landes: Das Stahlgerüst wurde in Beton eingebettet, die Ziegelwände mit senkrechten Stäben verstärkt und die Pfähle bis auf festen Untergrund getrieben. Im Inneren richtete man eine geräumige Fahrkartenhalle, einen Erste-Hilfe-Raum und einen breiten Durchgang zu den Bahnsteigen ein. Die Konstruktion galt als zuverlässig genug, um nach einem Erdbeben als städtische Triage-Stelle für Verletzte zu dienen. Die erste wirkliche Erprobung dieses Plans war das Schiffsunglück.
Einen Menschen zum Bahnhof zu bringen, bedeutete noch nicht, ihn seiner Familie zurückzugeben. Einige Passagiere der Wahine reisten unter fremden Namen oder mit Fahrkarten, die auf andere Personen ausgestellt waren. In den Listen erschienen Dopplungen, und das Fehlen eines Nachnamens bewies keinen Tod.
Unter den Angekommenen ging Norman Kirk umher, der Vorsitzende der parlamentarischen Opposition, der das Schicksal der Fährarbeiter klären wollte, die er persönlich kannte. In seiner Jugend verdiente er seinen Lebensunterhalt als Maschinist an stationären Maschinen und war mit der Gewerkschaft der Fährarbeiter verbunden; die Besatzungsmitglieder zweier Interisland-Schiffe kannte er mit Namen. Gegen halb eins nachts fuhr Kirk vom Bahnhof zur Polizeidienststelle und half den Detektiven, die verworrene Liste der Überlebenden in Ordnung zu bringen.
An denselben Listen arbeitete die Polizeischreibkraft Frances McGovern. Für sie hatte eine Zeile besondere Bedeutung: Ihr Bruder Lionel arbeitete im Maschinenraum der Wahine. Eine Woche später sollte er seine Schwester anstelle ihres verstorbenen Vaters zum Altar führen. Lionels Name erschien erst spät in der Nacht unter den Geretteten.
Heute enden hier die Vorort- und Regionalbahnlinien Wellingtons. Vom Gebäude aus dem Jahr neunzehnhundertsiebenunddreißig sind die gewölbte Fahrkartenhalle und die Betonbögen vor den Bahnsteigen erhalten geblieben. Am Tag des Untergangs der Wahine wartete man hinter diesen Wänden darauf, dass auf der nächsten Liste der gesuchte Nachname erschien.
Praktisch vor Ort
Die öffentliche Bahnhofshalle ist entsprechend dem aktuellen Zugverkehr geöffnet; Bürobereiche und Bereiche, die nicht für Fahrgäste bestimmt sind, sind für Besucher geschlossen.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Das Wichtigste lässt sich von außen verstehen; die Gedenktafel befindet sich im Dienst- und Bürobereich, rechnen Sie also nicht mit freiem Zugang zu ihr.
