Stopp 1 von 8

Barbakane und Stadtmauern

Barbakan i mury miejskie

Hier werden Ihnen die nördliche Schwelle des alten Warschaus und der Preis verständlich, den der Eintritt durch sie kostete.

15 Min.
Warschauer Barbakane an der Nowomiejska-Straße
Tilman2007 · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
12345678

0 von 8 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Gedenktafel im Inneren der Warschauer Barbakane
  • Dunkle Mörtellinie im Mauerwerk
  • Gemauerter Durchgang der Warschauer Barbakane

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

An der Innenmauer der Warschauer Barbakane ist eine Tafel zum Gedenken an die „Heldentaten des polnischen Soldaten und Volkes“ bei der Befreiung Warschaus von den Schweden angebracht. Das Wort „Volk“ bezeichnet hier ganz bestimmte Menschen: Bauern, städtische Arme und das Trossgesinde. Als Gesinde bezeichnete man Diener bei militärischen Abteilungen. Sie kümmerten sich um die Pferde, transportierten das Eigentum, errichteten das Lager und standen im Dienst von Adligen. Im Sommer sechzehnhundertsechsundfünfzig gab man ihnen Piken und Sensen und schickte sie aus, um dieses Tor zu nehmen.

Die Warschauer Barbakane deckte die nördliche Zufahrt zur Warschauer Altstadt. Im sechzehnten Jahrhundert ließ der Stadtrat vor dem Nowomiejska-Tor eine gemauerte Befestigung errichten: Die Straße von der Neustadt führte durch einen schmalen Korridor über den Graben, und die Verteidiger konnten auf die Angreifer von vorn und von der Seite schießen. Nachts wurde das Tor verschlossen. Dahinter begann das Gebiet der Stadt, in dem ihre Gesetze galten und in dem man Handel treiben und leben durfte.

Im September sechzehnhundertfünfundfünfzig, während des Krieges, den man in Polen die Schwedische Sintflut nennt, verließen der König und die höchsten Würdenträger Warschau. Der zurückgebliebene Magistrat übergab die Stadt der schwedischen Armee kampflos. Einige Monate später kehrte der polnische König Jan Kazimierz zurück, um die Hauptstadt zurückzuerobern. Die schwedische Garnison stand unter dem Befehl von Feldmarschall Arvid Wittenberg. Er hielt die Mauern und bemühte sich darum, seinen Soldaten den Abzug aus der Stadt mit Waffen und Eigentum zu sichern.

Jan Kazimierz wollte die ausgewählte reguläre Infanterie schonen, deshalb schickte man bei den Angriffen im Juni Freiwillige voraus – eben jene Bauern, Armen und Diener. Sie wurden von Artillerie unterstützt, doch am Nowomiejska-Tor schossen die Verteidiger hinter dem Graben und den Mauern hervor. In der Nacht zum dreißigsten Juni wurde der Angriff abgewehrt. Die Verluste wurden nicht genau gezählt; bekannt ist, dass man das Trossgesinde fast mit Gewalt zurück ins Lager führen musste.

Am Morgen des ersten Juli gerieten die Verhandlungen erneut in eine Sackgasse. Wittenberg erhielt eine halbe Stunde für seine Antwort. Als keine Antwort kam, dienten zwei Kanonenschüsse als Signal zum Angriff. Die Freiwilligen stürmten auf das Nowomiejska-Tor zu, erreichten die Breschen und trafen dort auf die schwedische Infanterie. Danach rückten die regulären Regimenter ein. Ein Teil der Verteidiger legte die Waffen nieder, und Wittenberg erklärte sich zur Kapitulation bereit.

Doch das Tor zu nehmen und Beute zu erhalten, erwies sich als zweierlei. Die Freiwilligen hatten Gefährten verloren und glaubten Gerüchten über Schätze, die die Schweden in der Stadt zusammengetragen hatten. Als Jan Kazimierz befahl, den Kampf einzustellen, weigerten sie sich, auseinanderzugehen. Einen polnischen Befehlshaber stieß man vom Pferd, unter einem anderen tötete man das Pferd. Der König musste ihre Vertreter empfangen und vierzigtausend Złoty für die Einstellung des Sturms versprechen. Anschließend besetzte die reguläre Infanterie das Nowomiejska-Tor und ließ die jüngsten Sieger bis zum folgenden Mittag nicht in die Stadt.

Dieses Tor, um das sie gekämpft hatten, gibt es nicht mehr. Nachdem die Befestigungen ihre militärische Bedeutung verloren hatten, wurden sie abgetragen oder in Wohnhäuser eingebaut. In den Jahren neunzehnhundertzweiundfünfzig bis neunzehnhundertvierundfünfzig errichteten Denkmalpfleger die heutige Warschauer Barbakane nach erhaltenen Resten und alten Darstellungen. Das erhaltene Mauerwerk wurde durch eine dunkle Mörtellinie vom neuen getrennt. Und im Inneren des wiederhergestellten Durchgangs ließ man die Tafel für die Soldaten und das Volk zurück – für die Menschen, die einst durch dieses Tor brachen und danach am selben Tor aufgehalten werden mussten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktAltstädter Marktplatz
Eintrittvon außen

Offener Stadtraum; wählen Sie einen Aussichtspunkt, der den Fußgängerverkehr nicht behindert.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Warschauer Barbakane ist von außen gut zu erkennen; wählen Sie für die Erzählung einen Platz an der Mauer, an dem Sie den Durchgang nicht verengen. Gehen Sie auf nassem Kopfsteinpflaster vorsichtig.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Betreten Sie die Warschauer Altstadt durch den gemauerten Durchgang und folgen Sie der Nowomiejska-Straße bis zum offenen Marktplatz.

Stopp 1 von 8Weiter: Altstädter Marktplatz

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Das wiederaufgebaute Warschau: Warschauer Altstadt und Königsweg“ — 8 Stopps, etwa 1,9 km, 2-2,5 Stunden.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt