Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Weiße Rotunde
- Rundum verlaufende Panoramaleinwand
- Wasserbehälter auf der Leinwand
- Aussichtsplattform
Die Geschichte des Ortes
Im Inneren der weißen Rotunde an der Wolga befindet sich ein Rundpanorama der Schlacht von Stalingrad. Von der Aussichtsplattform ist der Betrachter von einer sechzehn Meter hohen und einhundertzwanzig Meter langen Leinenleinwand umgeben; der Blickpunkt ist auf den Mamai-Hügel verlegt, obwohl das Museum am Ufer steht. Auf der Leinwand stehen Wasserbehälter, ein Kommandoposten, Scharfschützen zwischen Ruinen und eine Kolonne Gefangener nebeneinander: Die Künstler führten bewusst Episoden aus verschiedenen Tagen und Teilen der Stadt in einem Kreis zusammen.
Die weiße Rotunde steht dort, wo nach dem Krieg Straßenbahnen wendeten. Zunächst sollte das Panorama auf dem Mamai-Hügel untergebracht werden, doch im Jahr neunzehnhundertvierundsechzig ordnete der Ministerrat der RSFSR an, es hier zu bauen – neben der Mühle und Pawlows Haus, an der Stelle, an der im September neunzehnhundertzweiundvierzig die Division Alexander Rodimzews landete. Nach der an der Uferpromenade erzählten Überfahrt stiegen die Kämpfer genau in diesen Teil der Stadt hinauf. Das Museum errichtete man zwischen den Punkten des von ihnen geschaffenen Brückenkopfs.
Im Sommer neunzehnhundertachtzig war die Rotunde noch nicht fertiggestellt, als man eine mehr als eine Tonne schwere Leinenleinwand hineinbrachte. Sie musste auf einen runden Rahmen gehoben und faltenfrei gespannt werden: einhundertzwanzig Meter Stoff sollten sich zu einem sechzehn Meter hohen Ring schließen. Für die Arbeit war Georgi Martschenko verantwortlich – Kriegsveteran, Schlachtenmaler und einer der Autoren des künftigen Panoramas.
Während des Krieges meldete sich Martschenko freiwillig zur Panzerabwehrartillerie. Als er vom Ausgang der Schlacht von Stalingrad erfuhr, versprach er sich: Wenn er zurückkehre, werde er ihr ein großes Werk widmen. Bereits im Jahr neunzehnhundertachtundvierzig begann er mit den Skizzen für das Panorama. Zweiunddreißig Jahre später war der Künstler schwer krank, nahm ständig Medikamente, kam aber nach Wolgograd, um die Montage der Leinwand zu leiten.
Fünfzig Soldaten hoben die Leinwand von Hand an Seilen hoch. Martschenko ließ sie mehrmals die ganze Last wieder absenken und von vorn beginnen: Die Spannung gefiel ihm nicht. Als der Stoff schließlich richtig auf dem Rahmen lag, weinte er. Anschließend teilten die Künstler die Fläche in achtundvierzig Abschnitte, projizierten die vorbereitete Zeichnung darauf und übertrugen die Konturen auf die Leinwand.
Martschenko malte den Gipfel des Mamai-Hügels: beschädigte Wasserbehälter, den Beobachtungsposten des Divisionskommandeurs, Scharfschützen zwischen den Ruinen und deutsche Soldaten auf dem Weg in die Gefangenschaft. Am zwanzigsten Februar neunzehnhunderteinundachtzig wartete er bei seinem Gemälde im Wolgograder Museum der Bildenden Künste auf Arbeiter, denen er vom Panorama erzählen sollte. Der Künstler wurde blass, fiel um und starb an einem schweren Herzinfarkt. Bis zur Eröffnung blieben fast anderthalb Jahre.
Das Kollektiv vollendete die Leinwand im Frühjahr neunzehnhundertzweiundachtzig. Auf dem Eröffnungsprospekt druckte man Martschenkos Namen in einem schwarzen Trauerrahmen, und den von ihm gemalten Abschnitt ließ man im gemeinsamen Ring.
Von der Plattform im Inneren der Rotunde ist die Schlacht vom sechsundzwanzigsten Januar neunzehnhundertdreiundvierzig zu sehen, als sich am Hang des Mamai-Hügels die 21. Armee und die 62. Armee trafen und die eingekesselte deutsche Gruppierung zerschnitten. Dabei verbanden die Künstler absichtlich auf einer Leinwand Episoden, die an verschiedenen Tagen und in verschiedenen Teilen Stalingrads stattfanden. Das Panorama gibt sich nicht als Aufnahme einer einzigen Minute aus: Es ist eine von seinen Autoren zusammengestellte Erzählung über die gesamte Schlacht.
Das Museum selbst liegt an der Wolga, doch der fiktive Blickpunkt im Inneren ist auf den Mamai-Hügel verlegt. Zwischen den gemalten Wasserbehältern, dem Beobachtungsposten und den Gefangenen blieb ein Fragment von Georgi Martschenko erhalten – auf genau jener Leinwand, die er die Soldaten immer wieder hatte hochheben lassen.
Praktisch vor Ort
Sommerregelung 2026: Mo–Do und So 10:00–18:00, Fr–Sa 10:00–20:00; die Kasse schließt 30 Minuten vorher. Nach dem 31. August den regulären Zeitplan prüfen.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Planen Sie für die Innenausstellung einen gesonderten Besuch ein; wenn Sie nicht hineingehen, konzentrieren Sie sich auf das Gebäude und die Außenobjekte.
