Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Ewige Flamme
- Sechsundzwanzig Meter hoher Obelisk
- Posten der Schulwache
Die Geschichte des Ortes
Den sechsundzwanzig Meter hohen Obelisken im Zentrum des Platzes errichtete man im Jahr neunzehnhundertsiebenundfünfzig über einem der gemeinsamen Gräber. Die Inschriften auf seinen Seiten verbinden die Verteidiger des Roten Zarizyn mit den Soldaten der zweiundsechzigsten und vierundsechzigsten Armee. Auf der gegenüberliegenden Seite gab es ebenfalls ein Massengrab, doch sein genauer Ort verschwand mit der Zeit aus der städtischen Erinnerung.
An der Ewigen Flamme wechseln sich Schulwachen ab, zur Granitfläche werden Kränze und Blumen gebracht. Für Wolgograd ist dies der wichtigste Ort des offiziellen Gedenkens: Die Flamme brennt über einem Massengrab. Der Name des Platzes entstand dreiundzwanzig Jahre vor dem Ende der Schlacht von Stalingrad. Die Stadt hieß damals Zarizyn, der Platz Alexandrowskaja-Platz.
Während des Russischen Bürgerkriegs wechselte Zarizyn mehrmals den Besitzer. Im Sommer neunzehnhundertneunzehn besetzten Einheiten der weißen Kaukasusarmee die Stadt. An der Alexandrowskaja-Kapelle auf dem Platz begrub man Opfer des Roten Terrors – Menschen, die von bolschewistischen Organen als Gegner getötet worden waren. Im Januar neunzehnhundertzwanzig kehrte die Rote Armee zurück. Einige Tage später begann eine Kommission, nach denjenigen zu suchen, die bereits unter den Weißen hingerichtet worden waren.
Die Kommission fand fünfundfünfzig Leichen. Achtzehn Menschen konnten identifiziert werden. Auf der Liste standen nebeneinander der Arbeiter des Artilleriewerks Wassili Gurski, der Armee-Adjutant Wassili Arsamaszew sowie die in Zarizyn lebenden Schwestern Jewdokija und Olga Lewtschenkowa. Von den übrigen siebenunddreißig konnte man nicht einmal die Namen feststellen. Für sie endete der Russische Bürgerkrieg in einem gemeinsamen Grab, ohne dass den Familien mitgeteilt werden konnte, wen genau man gefunden hatte.
Am achten Februar fand die Beerdigung statt. Vertreter der Gewerkschaft der Transportarbeiter trugen fünfundfünfzig Särge durch das Zentrum. Vorne gingen Kinder mit Kränzen, hinter ihnen Fahnenträger und Bewohner verschiedener Stadtteile von Zarizyn. Eine militärische Wache stellte man an der städtischen Gruft auf, eine andere wartete hier, an dem vorbereiteten Grab. Nach den Reden ließ man die Särge in die Erde hinab. Am selben Tag benannten die Stadtführer den Alexandrowskaja-Platz in Platz der gefallenen Kämpfer um. Genau diese Bestatteten – Stadtbewohner und Rotarmisten, die die Kommission als Opfer des Weißen Terrors bezeichnete – meinte der neue Name.
Doch dies war bereits das zweite Massengrab auf demselben Platz. Das erste, mit Opfern des Roten Terrors, lag auf der gegenüberliegenden Seite. Es geriet in Vergessenheit, und sein genauer Ort ging mit der Zeit verloren. Der heutige Obelisk ging aus der zweiten Beerdigung hervor, nach der der Platz seinen heutigen Namen erhielt.
Zunächst stellte man über dem Grab einen kleinen hölzernen Obelisken auf. Drei Jahre später ersetzte man ihn durch eine hohe Stele. Sie überstand die Schlacht von Stalingrad, nach der daneben gefallene Verteidiger der Stadt begraben wurden. Bis April neunzehnhundertsiebenundvierzig verzeichneten die Dokumente hier das alte Grab, zwei weitere Massengräber und zwei Einzelgräber – insgesamt achthundertvierunddreißig Menschen.
Im Jahr neunzehnhundertsiebenundfünfzig errichteten Bauarbeiter den heutigen sechsundzwanzig Meter hohen Obelisken. Die Inschriften auf seinen Seiten nennen gemeinsam die Verteidiger des Roten Zarizyn und die Soldaten der zweiundsechzigsten und vierundsechzigsten Armee, die Stalingrad verteidigten. Am ersten Februar neunzehnhundertdreiundsechzig brachte man das Feuer vom Wolga-Wasserkraftwerk hierher und entzündete es über dem Massengrab.
Zwei Jahre später erreichte die Sekretärin des Stadtkomsomol, Ljudmila Korotenko, dass Schulkinder an der Flamme Wache hielten: Die Wache sollte ihnen die Verantwortung eines Wachpostens spüren lassen. Als Erste traten die Siebtklässler Sascha Worobjow und Borja Schkolnikow ihren Dienst an. Die Jungen hatten noch keine Uniformen; in den Händen hielten sie Übungskarabiner.
Die heutigen Schulkinder übernehmen den Posten an dem Ort, zu dem im Februar neunzehnhundertzwanzig Kinder vor fünfundfünfzig Särgen gingen und Kränze trugen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes ist der Ort des früheren Grabes durch nichts gekennzeichnet.
Praktisch vor Ort
Als Stadtplatz rund um die Uhr geöffnet; der Zugang kann während Zeremonien und Sperrungen eingeschränkt sein.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie zu Fuß über den Platz und lesen Sie die Inschriften an jeder Grabstätte: Sie zeigen unterschiedliche Schichten der Geschichte.
