Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Weiße Klostermauern
- Hauptkathedrale
- Östliches Tor
- Klostergebäude
Die Geschichte des Ortes
Die Kathedrale, die hinter den weißen Mauern zu sehen ist, entstand im Jahr zweitausendvier auf dem Gelände einer alten Kirche, die in der Sowjetzeit zerstört worden war. Das neue Gebäude wiederholt das frühere nicht genau, und in einem Klosterhof treffen nun verschiedene Zeitschichten aufeinander. Die östliche Öffnung in der Mauer ist seit Langem zugemauert, daneben stehen die Gebäude des aktiven Klosters.
Hinter den weißen Mauern besteht ein Männerkloster. In der Hauptkathedrale werden täglich klösterliche Gottesdienste gefeiert. Die Kathedrale ist der Geburt der Gottesmutter geweiht, dem Kirchenfest der Geburt der Jungfrau Maria; von ihm erhielt das Kloster seinen Namen. Die erste steinerne Kirche ließ hier in den elfhundertneunziger Jahren der Fürst von Wladimir Wsewolod Jurjewitsch, genannt das Große Nest, gründen. Er wies dem Kloster einen Platz neben seiner Residenz zu und stattete die Bruderschaft mit Dörfern, Ländereien, Flüssen und Seen aus. Das Kloster wurde zum wichtigsten der Stadt und zur Residenz der Metropoliten.
Im November zwölfhundertdreiundsechzig brachte man hierher den Leichnam des Großfürsten von Wladimir, Alexander Jaroslawitsch Newski. Sein Recht zu herrschen hing von der Anerkennung durch den Khan der Horde ab, deshalb reiste Alexander Jaroslawitsch Newski persönlich zu Khan Berke und verbrachte dort den Winter. Die frühe Vita berichtet, der Fürst habe versucht, seine Leute von dem ihnen drohenden Unheil zu befreien; über den Inhalt der Verhandlungen schweigen die Quellen. Auf dem Rückweg erkrankte Alexander Jaroslawitsch Newski schwer. In Gorodez nahm er die höchste Mönchsweihe an und erhielt den Namen Alexij; noch in derselben Nacht starb er. Den Leichnam brachte man in die Hauptstadt Wladimir und legte ihn unter den Chören der Kathedrale der Geburt der Gottesmutter (bis 1930) bei.
Die in der Vita aufgezeichnete kirchliche Überlieferung verbindet mit der Beisetzung ein Wunder. Metropolit Kirill, der die Bestattung vollzog, wollte dem Verstorbenen eine geistliche Urkunde in die Hand legen, ein abschließendes klösterliches Dokument. Der Erzählung zufolge öffnete Alexander Jaroslawitsch Newski selbst seine Handfläche und nahm die Schriftrolle entgegen. Dies ist ein Zeugnis des Glaubens der Verfasser der Vita, keine überprüfbare Aufzeichnung eines Augenzeugen.
Die Vita selbst entstand nach Ansicht der Forscher etwa zwanzig Jahre später im Umfeld des Metropoliten Kirill, wahrscheinlich in diesem Kloster. Die Mönche schrieben neben dem Grab eines Menschen, den sie als Großfürsten kannten und als Schema-Mönch Alexij beigesetzt hatten. Hier entstand seine örtliche Verehrung; im Jahr fünfzehnhundertsiebenundvierzig sprach die Kirche Alexander Jaroslawitsch Newski für die gesamtrussische Verehrung heilig.
Viereinhalb Jahrhunderte später beschloss Kaiser Peter I., das wichtigste Heiligtum des Klosters fortzunehmen. Er baute an der Newa eine neue Hauptstadt und wollte ihr einen Schutzpatron geben, dessen Name bereits mit einem Sieg über die Schweden verbunden war. Am neunundzwanzigsten Mai siebzehnhundertdreiundzwanzig ordnete Peter I. an, die Reliquien Alexanders aus Wladimir in das Alexander-Newski-Kloster in Sankt Petersburg zu überführen.
Für die Reise fertigte man einen Schrein unter einem Samtbaldachin an. Von seinem Standort hoben ihn zweiundneunzig Menschen an, und tragen sollten ihn mindestens hundertfünfzig. Am elften August zog die Prozession durch diese Mauern hinaus, erreichte jedoch den von Peter I. festgesetzten Termin nicht. Der Kaiser wollte die Reliquien am Jahrestag des Friedens von Nystad, der den Krieg mit Schweden beendet hatte, in die neue Hauptstadt bringen. Deshalb ließ man den Schrein fast ein Jahr lang in Schlüsselburg, um den nächsten dreißigsten August abzuwarten.
Während der Wartezeit veränderte sich auch das Bild Alexanders selbst. Er starb als Mönch Alexij, und zuvor hatte man ihn in Mönchsgewändern dargestellt. Ein Synodaldekret aus dem Jahr siebzehnhundertvierundzwanzig verbot ein solches Bild: Der Heilige sollte in Fürstengewändern dargestellt werden. Als der gewünschte Termin kam, empfing Peter I. den Schrein an der Mündung der Ischora, stellte ihn auf seine Galeere, setzte die Würdenträger an die Ruder und stellte sich selbst ans Steuer. Die Reliquien brachte man in die neue Kirche, und Alexander Jaroslawitsch Newski wurde zum himmlischen Schutzpatron von Sankt Petersburg.
In der Kathedrale von Wladimir stellte man an der Stelle des leeren Grabes ein Gitter in Sargform auf. Das östliche Klostertor, durch das die Reliquien hinausgetragen worden waren, mauerte man zu. Die alte Kathedrale selbst zerstörte man im Jahr neunzehnhundertdreißig. Die heutige Kathedrale der Geburt der Gottesmutter (seit 2004) wurde im Jahr zweitausendvier am selben Ort geweiht; ihre Erbauer versuchten dabei nicht, das frühere Gebäude genau nachzubilden. Die wichtigsten Reliquien Alexander Jaroslawitsch Newskis blieben in Sankt Petersburg; im Kloster von Wladimir werden heute zwei kleine Partikel aufbewahrt.
Praktisch vor Ort
Im Kloster finden täglich Gottesdienste statt; das Museum wird als täglich geöffnet angegeben, Führungen werden von 9:00 bis 17:00 durchgeführt. Allgemeine verlässliche Zeiten für den freien touristischen Eintritt sind nicht veröffentlicht.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein aktives Kloster: Beachten Sie die üblichen Kleidungsvorschriften, sprechen Sie leise und filmen Sie den Gottesdienst nicht ohne Erlaubnis.
