Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Schwarzer und weißer Marmor der Fassade
- Doppelte Lilie am Giebel
- Gewölbemalereien
- Hauptaltar
Die Geschichte des Ortes
Die St.-Theresia-Kirche wurde für Unbeschuhte Karmeliten gebaut, einen reformierten Zweig eines alten Ordens. In ihren kleinen Gemeinschaften verband eine strenge Ordnung kontemplatives Gebet mit geistlicher Begleitung; die ursprüngliche Holzkirche wurde bald zu klein. Die große Steinkirche errichtete man einundzwanzig Jahre lang: Über dem Giebel brachte man die doppelte Lilie an, das Wappen der Familie Pac, und die Malereien im Inneren widmete man dem Leben der heiligen Teresa. Als das Kloster aufgehoben wurde, blieb die Kirche Pfarrkirche und behielt ihre Verbindung zur Kapelle des Tores der Morgenröte.
Die steinerne Fassade aus schwarzem und weißem Marmor entstand hier nach einem Rechtsstreit um ein Wohnhaus. In den Dokumenten wurde es das Paschkewitsch-Haus genannt. Die eine Hälfte des Hauses gehörte Katholiken, die andere Orthodoxen, die die Kirchenunion nicht angenommen hatten. Gerade diese Immobilie mussten die Mönche für die Kirche erwerben.
Um ihre Ansiedlung am Tor der Morgenröte kümmerte sich der Stadtrat von Wilna, Ignacy Dubowicz. Er bemühte sich um Genehmigungen, gab fünftausend Florin für die Gründung des Klosters und kaufte benachbarte Grundstücke auf. Im September eintausendsechshundertsechsundzwanzig trafen hier Unbeschuhte Karmeliten ein. Als unbeschuht bezeichnete man den reformierten Zweig des Ordens, der von der spanischen Nonne Teresa von Ávila gegründet worden war. Sie wollte, dass kleine Gemeinschaften von Karmeliten nach einer strengen Ordnung lebten und kontemplatives Gebet mit geistlicher Begleitung verbanden. Die Mönche von Wilna gehörten dem von ihr geschaffenen Orden an und weihten ihre Kirche deshalb Teresa.
Zunächst bauten die Karmeliten eine Holzkirche. Sie wurde schnell zu klein, und Dubowicz begann, Land für ein großes steinernes Gebäude zusammenzutragen. Die katholische Hälfte des Paschkewitsch-Hauses konnte gekauft werden. Die orthodoxen Miteigentümer weigerten sich, ihren Anteil zu verkaufen. Darauf beriefen sich die Karmeliten auf ein altes Einlösungsrecht, das es erlaubte, den Verkauf des umstrittenen Teils der Immobilie zu verlangen, und reichten Klage ein. Sie behaupteten, das Haus verhindere den Bau einer für die Stadt notwendigen Kirche.
In den Streit schaltete sich Stefan Pac ein, ein wohlhabender Förderer des Baus und künftiger litauischer Unterkanzler. Im Dezember eintausendsechshundertzweiunddreißig erschien er beim Bürgermeister und beim Stadtrat und setzte sich für eine Entscheidung zugunsten der Karmeliten ein. Das Gericht gab den Mönchen recht. Die Miteigentümer legten Protest ein, und der Fall gelangte zu König Władysław IV. Im Sommer eintausendsechshundertdreiunddreißig hielten zwei königliche Kommissare drei Sitzungen ab und entschieden erneut zugunsten der Karmeliten. Der König bestätigte die Kaufvereinbarung. Die früheren Eigentümer erhielten zweitausend Florin für das Grundstück, und das Paschkewitsch-Haus wich der Kirche.
Im September desselben Jahres weihte der Bischof den Grundstein. Das Geld für den Bau stammte von Pac und seiner Frau. Doch das vor Gericht gewonnene Grundstück war für Fuhrwerke mit Stein und Holz fast unzugänglich. Das Tor der Morgenröte war eng und ständig vom Verkehr belegt, auf der anderen Seite stand die Stadtmauer im Weg. Die Karmeliten wandten sich erneut an den König. Im Jahr eintausendsechshundertfünfunddreißig erlaubte Władysław IV. ihnen, von der Seite der heutigen Subačiaus gatvė ein eigenes Tor zu brechen, und überließ den Bauleuten vorübergehend einen drei Saschen breiten Streifen der Stadtstraße. Danach konnten die Fuhrwerke die Materialien unmittelbar zum Grundstück bringen.
Der Bau dauerte einundzwanzig Jahre. Stefan Pac erlebte die Weihe nicht mehr, doch seine Frau stattete die Sakristei mit kostbaren Gefäßen aus und vermachte Geld für Gedenkgottesdienste. Im Jahr eintausendsechshundertvierundfünfzig weihte Bischof Jerzy Tyszkiewicz die fertiggestellte St.-Theresia-Kirche. Die doppelte Lilie am Giebel ist das Wappen der Familie Pac. Im Inneren zeigen Gewölbe und Wände Szenen aus dem Leben Teresas, und im Hauptaltar ist ihre mystische Vision dargestellt.
Als das Kloster im Jahr eintausendachthundertvierundvierzig aufgehoben wurde, schloss man die Kirche nicht: Sie wurde zur Pfarrkirche und blieb mit der Kapelle des Tores der Morgenröte verbunden. Hier werden auch heute katholische Messen auf Litauisch und Polnisch gefeiert.
Das Paschkewitsch-Haus existiert nicht mehr. Auch das für den Bau gebrochene Diensttor ist verschwunden. Daneben ist das Tor der Morgenröte erhalten geblieben – die Durchfahrt, durch die sich die Baufuhrwerke einst nicht hindurchzwängen konnten.
Praktisch vor Ort
Die Kirche ist täglich 10:00–19:00 geöffnet.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Beschränken Sie sich während des Gottesdienstes auf die Fassade. Den inneren Übergang zur Kapelle sollten Sie nicht als öffentlich zugängliche Route betrachten; benutzen Sie nur eindeutig geöffnete Durchgänge.
