Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Drei miteinander verbundene gläserne Pavillons
- Eisenkonstruktion
- Hohe Palmen
- Übergänge zwischen den Pavillons
Die Geschichte des Ortes
Am siebzehnten Juni achtzehnhundertzweiundachtzig betrat Kaiser Franz Joseph I., der Auftraggeber des Palmenhaus Schönbrunn, die gläsernen Gewölbe – und sah ein leeres Gebäude. Zeitungen bezeichneten diese Besichtigung als feierliche Eröffnung, obwohl die Gärtner noch weder Palmen noch Baumfarne hierher gebracht hatten.
Der Kaiser strebte einen modernen Ausstellungspalast für Pflanzen an, die seine Familie jahrzehntelang nach Schönbrunn gebracht hatte. Die Sammlung passte bereits nicht mehr in die alten Gewächshäuser an der Stelle des früheren Holländisch-Botanischen Gartens. Die Hofgärtner brauchten etwas anderes: die Pflanzen unter einem Dach zu versammeln und dabei Arten nicht zu vermischen, die unterschiedliche Temperatur und Luftfeuchtigkeit benötigten.
Vier Jahre vor der Eröffnung schickte man den Inspektor der Hofgärten Adolf Vetter, der für die Sammlung zuständig war, und den Mitarbeiter des Hofbauamts Franz Xaver Segenschmid, der das neue Haus entwerfen sollte, aus, um die Gewächshäuser Deutschlands, Frankreichs und Englands zu studieren. Sie besuchten die Weltausstellung in Paris und die Kew Gardens bei London. Das Palm House, Kew Gardens wurde zum unmittelbaren Vorbild für das Wiener Projekt, doch Segenschmid gliederte es in drei miteinander verbundene Pavillons.
Nach der kaiserlichen Besichtigung begannen die Gärtner mit der Umsiedlung. Im südlichen Teil brachte man tropische Pflanzen unter, im mittleren Arten des gemäßigt warmen Klimas und im nördlichen diejenigen, die Kühle benötigten. Die Palmen gaben dem Gebäude seinen Namen, obwohl hier vom ersten Sommer an auch Araukarien, Kamelien, Akazien, Sagopalmen und eine Sammlung tropischer Aronstabgewächse wuchsen, die der frühere Direktor der Hofgärten Heinrich Wilhelm Schott zusammengestellt hatte.
An bestimmten Tagen ließ man die Öffentlichkeit gegen ein geringes Entgelt hinein. Es kamen so viele Besucher, dass sie die Gärtner bei der Pflege der Pflanzen störten. Im April achtzehnhundertvierundachtzig musste der Zugang auf drei Stunden montags und donnerstags beschränkt werden.
Die ursprüngliche Gliederung ist erhalten geblieben. Heute halten die Gärtner im südlichen Pavillon mindestens achtzehn Grad, im mittleren zwölf und im nördlichen sechs. Die drei gläsernen Baukörper bleiben drei unterschiedliche Klimazonen, wegen derer Vetter und Segenschmid europäische Gewächshäuser bereisten.
Praktisch vor Ort
Das Palmenhaus Schönbrunn ist das ganze Jahr über geöffnet. Die Österreichische Bundesgärten geben Mai–September 10:00–18:00 Uhr, letzter Einlass 17:30 Uhr, an; Oktober–April 10:00–17:00 Uhr, letzter Einlass 16:30 Uhr. Der offizielle Ticketverkäufer kann die Zeiten gesondert aktualisieren.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Konstruktion lässt sich von außen gut betrachten. Wenn Sie die Sammlung im Inneren sehen möchten, klären Sie den Zugang zum Gewächshaus vorher und planen Sie dafür eigene Zeit ein.
