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Kronprinzengarten

Kronprinzengarten (Privy Garden)

Das Finale führt die Geschichte des Gartens auf die Erziehung eines Kindes zurück, dessen Zimmer dem Bereich seinen heutigen Namen gaben.

20 Min.
Lange Perspektive zwischen grünen Spalieren im Kronprinzengarten
Jebulon · CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Niedrige Fenster des Ostflügels
  • Barockes Muster der Blumenbeete
  • Vertiefter Teil des Gartens
  • Zitruspflanzen

Die Geschichte des Ortes

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Der kleine Bereich am Ostflügel des Schlosses blieb lange ein geschlossener Familienteil von Schönbrunn. Das barocke Muster der Blumenbeete wurde hier zu Beginn der zweitausender Jahre nach alten Plänen wiederhergestellt. Im Sommer stellt man im vertieften Teil des Gartens Zitruspflanzen der Bundesgärten aus, und die niedrigen Fenster des Flügels blicken direkt auf diesen abgeschiedenen Bereich.

Hinter den niedrigen Fenstern des Ostflügels liegen die Zimmer, nach denen dieser Garten Kronprinzengarten genannt wurde. Im Jahr tausendachthundertvierundsechzig wurden sie dem sechsjährigen Rudolf zugewiesen – dem einzigen Sohn von Kaiser Franz Joseph I. und Thronfolger. Als Kronprinz bezeichnete man den künftigen Monarchen. Der Garten selbst bestand schon seit mehr als anderthalb Jahrhunderten: Rudolf hatte ihn weder in Auftrag gegeben noch seinen Entwurf ausgewählt. Der Name setzte sich durch, weil er bei seinen Aufenthalten in Schönbrunn hinter diesen Fenstern wohnte.

Franz Joseph I. wollte seinen Sohn vor allem auf den Militärdienst vorbereiten. Schon als Säugling ernannte er ihn zum Ehrenkommandeur eines Infanterieregiments, mit zwei Jahren steckte er ihn in eine Uniform, und mit sechs übergab er ihn General Leopold Gondrecourt. Der Erzieher sollte aus dem kränklichen und ängstlichen Kind einen widerstandsfähigen Offizier machen. Er ließ Rudolf bei jedem Wetter stundenlang marschieren und weckte ihn mitten in der Nacht durch Pistolenschüsse. Der Zustand des Jungen führte zu körperlicher und nervlicher Erschöpfung.

Rudolfs Mutter, Kaiserin Elisabeth, kämpfte um das Recht, selbst darüber zu entscheiden, wie ihre Kinder erzogen würden. Im Sommer tausendachthundertfünfundsechzig sah sie, was aus ihrem Sohn geworden war, und stellte Franz Joseph I. vor ein Ultimatum: Entweder übertrug er ihr die vollständige Kontrolle über die Erziehung, oder sie verließ den Hof. Der Kaiser gab nach. Gondrecourt wurde abberufen, und Josef Latour von Thurmburg wurde der neue Erzieher; er sollte das Vertrauen des Kindes zu Erwachsenen wiederherstellen und andere Lehrer auswählen.

Die Folge dieser Entscheidung zeigte sich auch in den Schönbrunner Zimmern. Die Lehrer kamen selbst während des Sommeraufenthalts des Hofes hierher. Rudolf lernte sieben Stunden an sechs Tagen in der Woche, doch nun erschienen Naturgeschichte, Geologie und Zoologie auf dem Stundenplan. Im Jahr tausendachthundertsechsundsechzig übergaben die Kustoden des Hof-Mineralienkabinetts seiner persönlichen Sammlung Dubletten von Mineralien und Gesteinen. Später hielt der Geologe Ferdinand von Hochstetter mit dem Thronfolger hundert Unterrichtsstunden ab und förderte sein Interesse an wissenschaftlichen Forschungen.

Franz Joseph I. verbot seinem Sohn dennoch, sich an einer Universität einzuschreiben: Für den künftigen Kaiser hielt man ein gewöhnliches Studentenleben für unangemessen. Rudolf setzte sein Selbststudium fort, veröffentlichte ornithologische Arbeiten und plante eine mehrbändige Beschreibung der Völker und Länder Österreich-Ungarns. Nach seinem Tod übergab seine Witwe, Kronprinzessin Stephanie, einen Teil der mineralogischen Sammlung einer Bildungseinrichtung; einzelne Stücke werden dort bis heute aufbewahrt.

Der Garten blieb bis zum Ende der Monarchie ein geschlossener Familienbereich. Das barocke Muster der Blumenbeete, das heute zu sehen ist, wurde zu Beginn der zweitausender Jahre nach alten Plänen wiederhergestellt, und im Sommer stellt man im vertieften Teil Zitruspflanzen der Bundesgärten aus. Von Rudolf ist hier etwas anderes erhalten geblieben: die Fenster seiner Zimmer im ersten Stock und der Name des Gartens, den er von dem sechsjährigen Thronfolger erhielt, der hinter ihnen unterrichtet wurde.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittmit Ticket

Saisonaler kostenpflichtiger Garten. Offizielle Öffnungszeiten für besondere Gartenbereiche im Jahr 2026: 27—28 März 9:30—16:00; 29 März—30 Juni 9:30—17:30; 1 Juli—31 August 9:30—18:30; 1 September—25 Oktober 9:30—17:30; 26 Oktober—2 November 9:30—16:00. Letzter Einlass 30 Minuten vorher.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie die Verbindung des Gartens mit dem Ostflügel: Der wesentliche Sinn erschließt sich gerade aus der Nähe der grünen Senke zu Rudolfs Zimmern. Die Eintrittsbedingungen für den abgegrenzten Gartenbereich sollten Sie besser gesondert prüfen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Beenden Sie den Spaziergang an den Fenstern der Zimmer des Kronprinzen und am wiederhergestellten barocken Parterre.

Stopp 6 von 6Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Schönbrunn: Schloss und kaiserlicher Park“ — 6 Stopps, ca. 3,1 km, 2,5—3 Stunden.

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