Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade der Kirche San Giacomo di Rialto
- Langer Portikus des Bancogiro
- Arkaden rund um das Campo
- Steinerne Säulen des Portikus
Die Geschichte des Ortes
Entlang des Platzes am Rialto zieht sich der lange Portikus des Bancogiro; seine steinernen Säulen und Arkaden umreißen noch immer den Ort, an dem sich einst die Banktische drängten. Unter den Gewölben nahm man Geld von Kaufleuten, städtischen Einrichtungen und Familien entgegen, die den Bankiers sogar die Mitgift ihrer Töchter anvertrauten. Münzen konnten hier hinterlegt und ein anderer Kaufmann durch einen Eintrag im Rechnungsbuch bezahlt werden, ohne Säcke mit Münzen unterschiedlicher Stückelung mit sich zu tragen.
Das Campo ist nach der kleinen Kirche des Apostels Jakobus der Ältere benannt, eines der zwölf Jünger Christi. Ihre Weihe hängt vermutlich mit der bereits bekannten Versöhnung von Papst Alexander dem Dritten und Friedrich Barbarossa zusammen: Das Abkommen wurde am fünfundzwanzigsten Juli eintausendeinhundertsiebenundsiebzig geschlossen, dem Tag des heiligen Jakobus. Das ist eine Annahme von Forschern, keine gesicherte Gründungsgeschichte der Kirche.
Im Jahr eintausendfünfhundertneunundfünfzig eröffneten die Patrizierbankiers Vettor Pisani und Gerolamo Tiepolo am Rialto eine Privatbank. Sie strebten nach dem Wichtigsten für Menschen, die fremdes Geld entgegennehmen: Vertrauen. Pisani und Tiepolo stellten eine große Menge Gold- und Silbermünzen zur Schau, versammelten ihre Verwandtschaft zu einer feierlichen Messe, ließen die Verwandten Scharlachrot tragen und veranstalteten ein Essen für mehr als fünfhundert Gäste – Angehörige beider Familien und Kaufleute. So zeigte man den Einlegern, welche Vermögen und Familien für die neue Bank einstanden.
Die Banktische standen unter den Portiken rund um die Kirche. Ein Kaufmann hinterlegte hier Geld und bezahlte dann einen anderen Kaufmann mit einem Eintrag im Rechnungsbuch. Man musste keine Säcke mit Münzen unterschiedlicher Stückelung tragen und ihr Gewicht nicht jedes Mal prüfen. Zu den Einlegern gehörten Händler, städtische Einrichtungen und Familien, die den Bankiers die Mitgift ihrer Töchter anvertrauten.
Im Jahr eintausendfünfhundertvierundachtzig verbreitete sich in Venedig die Nachricht: Der pisanische Kaufmann Andrea dell’Oste, der geschäftlich mit Banco Pisani-Tiepolo verbunden war, hatte große Verluste erlitten. Die Einleger stürmten los, um ihr Geld zu holen. Die Bank konnte nicht alle auszahlen und erklärte sich für zahlungsunfähig; ihre Verpflichtungen überstiegen eine Million Dukaten.
Für Martolo de Giorgi, einen Handelsvermittler aus Ragusa – dem heutigen Dubrovnik –, zerstörte dieser Zusammenbruch seine wichtigste Einnahmequelle. Über die Bank überwies er Geld zwischen Ragusa, Venedig und internationalen Messen und erhielt für jede Transaktion eine Provision. Am sechsten Juli erschien in seinem Buch ein Wechsel der Bank über zweitausendachtundsiebzig Dukaten, der unbezahlt zurückkam. Zwanzig Tage später verlud Martolo seinen Hausrat und die im Lager verbliebenen Waren auf ein Schiff und verließ Venedig für immer. Im Jahr eintausendfünfhundertachtundachtzig ging bereits seine eigene Familiengesellschaft bankrott; die Beamten von Ragusa mussten eine besondere Behörde schaffen, um ihr Eigentum zu veräußern und die Gläubiger auszuzahlen.
Nach dem Bankrott gab es am Rialto mehrere Jahre lang keine Bank. Die Kaufleute teilten den Senatoren mit, sie seien bereit, sogar einem Privatmann ohne Bürgen zu vertrauen: Ohne Überweisungen zwischen Konten zerfiel der Handel in unbezahlte Geschäfte. Der Senator Tommaso Contarini, der sich um ein verlässliches Abrechnungssystem bemühte, legte die Argumente für eine staatliche Garantie dar. Im Jahr eintausendfünfhundertsiebenundachtzig gründeten die Senatoren Banco della Piazza di Rialto. Sein Leiter wurde vom Senat von Venedig gewählt, und das Geld wurde zwischen den Konten weiterhin durch einen Eintrag im Buch übertragen.
Später gingen diese Vorgänge an Banco Giro über. Banktische und Rechnungsbücher gibt es auf dem Campo längst nicht mehr, doch der lange Portikus gegenüber der Kirche heißt bis heute Bancogiro.
Praktisch vor Ort
Öffentlicher Stadtraum; wählen Sie einen Aussichtspunkt, ohne den Fußgängerverkehr zu behindern.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Alle wichtigen Details des Finales befinden sich draußen. Betrachten Sie sie vom Platz aus, ohne den Eingang zur Kirche und die Wege zum Markt zu versperren.
