Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Figur des Christophorus über dem Portal
- Ziegelfassade
- Steinerne Madonnenstatue in der Cappella di San Mauro
- Grabplatte des Meisters
Die Geschichte des Ortes
Hinter der Ziegelfassade der Kirche Madonna dell’Orto befindet sich die Cappella di San Mauro. Dort wird eine Statue aus weichem Stein aufbewahrt, die unbemalt blieb; für Rituale kleidete man die Figur ein und schmückte sie mit Kronen und Kostbarkeiten. Im neunzehnten Jahrhundert brachte man die Statue vom dritten Altar des rechten Seitenschiffs hierher, und im Boden der Kapelle liegt die fast abgeriebene Grabplatte des Steinmetzen.
Über dem Hauptportal steht Christophorus. Seine Figur erinnert an den ersten Namen der Kirche: In der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts bauten Mönche des Humiliatenordens sie als San Cristoforo. Der heutige Name kam aus dem benachbarten Garten.
Der Steinmetz Giovanni de Santi erhielt den Auftrag für eine Madonnenstatue mit dem Kind für eine andere venezianische Kirche – Santa Maria Formosa. Nach der überlieferten Erzählung gefiel die Arbeit dem Vorsteher nicht, und er lehnte sie noch vor ihrer Fertigstellung ab. Für den Meister, der von Aufträgen lebte, bedeutete das, für den bereits bearbeiteten Stein unbezahlt zu bleiben. De Santi stellte die Statue in den Garten bei seinem Haus.
Im Jahr dreizehnhundertsiebenundsiebzig begannen die Einwohner, ihr Wunder zuzuschreiben. Pilger und Prozessionen kamen in den Garten. Der Bischof von Castello, das Oberhaupt des Bistums Castello, verlangte, den Gottesdienst auf dem Privatgrundstück einzustellen: Die Statue sollte in ein Haus gebracht oder in eine Kirche überführt werden.
De Santi bot sie den Mönchen von San Cristoforo an, hatte jedoch nicht vor, die Arbeit umsonst abzugeben. Er stellte drei Bedingungen: Geld zu erhalten, vor seiner Statue begraben zu werden und nach seinem Tod täglich eine Seelenmesse zu erhalten. Die Mönche stimmten der Bestattung und dem Totengedenken zu, konnten jedoch nicht bezahlen. Hundertfünfzig Dukaten sammelte die Bruderschaft der Kaufleute des Christophorus. Am achtzehnten Juni dreizehnhundertsiebenundsiebzig wurde die Statue feierlich aus dem Garten in die Kirche überführt.
Die Einwohner begannen, sie Madonna dell’Orto zu nennen – Madonna aus dem Garten. Die frühere Weihe an Christophorus blieb bestehen, doch der volkstümliche Name verdrängte sie aus dem Gebrauch. Im Jahr vierzehnhundertvierzehn erlaubte das Consiglio dei Dieci, diese Bezeichnung offiziell zu verwenden.
Die Statue befindet sich im Inneren, in der Cappella di San Mauro. Im neunzehnten Jahrhundert brachte man sie vom dritten Altar des rechten Seitenschiffs hierher. Der weiche Stein wurde niemals bemalt; für Zeremonien kleidete man die Figur ein und schmückte sie mit Kronen und Kostbarkeiten. Auf dem Boden derselben Kapelle liegt die Grabplatte de Santis mit dem Todesjahr dreizehnhundertzweiundneunzig. Das Bildnis des Meisters darauf ist fast abgerieben. Die Worte „dell’Orto“ bewahren die Adresse seiner Werkstatt: den Garten, in den er den abgelehnten Auftrag hinausgestellt hatte.
Praktisch vor Ort
Die Besichtigung der Kunstwerke ist von Montag bis Samstag von 10:30—17:00 angegeben, letzter Einlass zehn Minuten vor Schließung. Sonntage und Feiertage sind in erster Linie den Gottesdiensten vorbehalten; prüfen Sie vor dem Besuch die Seite der Kirche.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Für die Gemälde und die Grabstätte brauchen Sie Zugang zur Kirche; prüfen Sie ihn daher im Voraus. Bewahren Sie im Inneren Ruhe und stören Sie den Gottesdienst nicht.
