Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Vier steinerne Obelisken
- Steinbogen
- Balustrade mit dem Namen des Baumeisters und dem Wappen des Dogen
- Kanal unter der Brücke
Die Geschichte des Ortes
Die vier steinernen Spitzen auf der Balustrade verraten sofort die Brücke über Cannaregio; ein späterer Umbau gab ihr ihren heutigen Namen. Der Steinbogen verbindet das Ufer bei San Geremia mit dem Weg vom Bahnhof zur Strada Nova und zu den Straßen des Ghettos. Darunter fahren weiterhin Boote zwischen dem Canal Grande und der nördlichen Lagune.
Ende des dreizehnten Jahrhunderts setzte man hier auf einem Floß über den Canale di Cannaregio. Für Fußgänger unterbrach das Wasser den Weg, doch Bootsleute nutzten die direkte Verbindung zwischen dem Canal Grande, Murano und der nördlichen Lagune. Den Ort für die Überfahrt wählte man am Ufer von San Geremia: Hier liefen bereits die Straßen an Land zusammen.
Im Jahr eintausendzweihundertzweiundachtzig schlugen Doge Giovanni Dandolo und sein Rat vor, die Ufer mit einer provisorischen Brücke zu verbinden. Die Kosten sollte der ganze Stadtteil tragen, und man gab ihr nur ein Jahr Zeit – man wollte prüfen, ob der Übergang die Schifffahrt nicht behindern würde. Der Maggior Consiglio lehnte den Vorschlag ab. Die Befürworter der Brücke drängten auf einen durchgehenden Fußweg; die Gegner verteidigten den Bootsverkehr und den Zugang zu den Anlegestellen.
Sechzehn Jahre später entbrannte der Streit erneut. Diesmal setzten sich die Befürworter der Brücke durch, doch den schiffbaren Kanal sperrte man nicht. Den hölzernen Übergang machte man beweglich: Seine beiden Hälften ruhten auf Pfahlreihen und gingen auseinander, damit Boote mit Masten passieren konnten. Genau so ist die Brücke auf einem Plan von Venedig aus dem frühen sechzehnten Jahrhundert dargestellt. Fußgänger erhielten einen Weg über Cannaregio, und die Bootsleute behielten die Ausfahrt in die Lagune.
Im Mai eintausendfünfhundertachtzig ersetzte der oberste Baumeister Marchesin Marchesini den hölzernen Übergang durch einen Steinbogen. Seinen Namen und das Wappen des Dogen Niccolò da Ponte ließ man auf der Balustrade anbringen. Den Bogen errichtete man hoch genug, damit Schiffe darunter hindurchfahren konnten: Bewegliche Teile waren nicht mehr nötig.
Damals hieß die Brücke Ponte di Cannaregio – Brücke von Cannaregio. Die vier steinernen Obelisken an den Enden des Geländers fügte man bei dem Umbau von eintausendachthundertdreiundzwanzig hinzu. Man nannte sie guglie, also Spitzen, und dieser spätere Schmuck gab der Brücke ihren heutigen Namen: Ponte delle Guglie.
Heute führt über den Steinbogen ein Fußweg vom Bahnhof zur Strada Nova und zu den Straßen beim Ghetto. Darunter fahren Boote weiterhin zwischen dem Canal Grande und der nördlichen Lagune, und an den vier Spitzen über dem Geländer unterscheidet man die Brücke von allen anderen Brücken in Venedig.
Praktisch vor Ort
Offener Stadtraum; gewöhnlich rund um die Uhr zugänglich.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die unteren Details, ohne mitten auf dem schmalen Durchgang stehen zu bleiben. Alles Wesentliche ist von außen zugänglich.
