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Worauf achten
- Zentraler Pfeiler
- Gotische Gewölbe
- Steinerne Gewölberippen
Die Geschichte des Ortes
Der obere Saal der Bischofskammer wird von einem Pfeiler in der Mitte getragen; von ihm gehen gewölbte steinerne Rippen über die Gewölbe auseinander. Die Kammer wurde im Jahr eintausendvierhundertdreiunddreißig unter Erzbischof Jefimij dem Zweiten errichtet: Nowgoroder Steinmetze und eingeladene deutsche Meister arbeiteten daran. Die Nowgoroder nannten den Erzbischof vladyka, und auf seinem Hof versammelte sich der Herrenrat, in dem Posadniki und ranghöchste Bojaren Streitfälle verhandelten, mit Gesandten verkehrten und Beschlüsse für die Wetsche vorbereiteten. Heute befindet sich im Saal eine Museumsausstellung, und die Facetten der Gewölbe gaben der Kammer ihren anderen Namen Bischofskammer.
Im Januar des Jahres eintausendvierhundertachtundsiebzig verfasste ein Kanzleischreiber des Erzbischofs eine Treueurkunde, mit der die Wetsche abgeschafft wurde, die einst Erzbischof Feofil gewählt hatte. Feofil war der letzte Nowgoroder Erzbischof, den die Stadtbewohner per Los gewählt hatten. Nun sollte er dieselben Stadtbewohner dazu bewegen, die bisherige Ordnung aufzugeben und den Moskauer Großfürsten Iwan den Dritten in Weliki Nowgorod einzulassen.
Solche Verhandlungen fanden auf dem Erzbischofshof statt, weil der Nowgoroder Erzbischof sowohl kirchliche als auch städtische Angelegenheiten führte. Er führte den Vorsitz im Herrenrat – einer Versammlung der Posadniki, also gewählter städtischer Leiter, und der ranghöchsten Bojaren. Hier wurden Streitfälle verhandelt, Gesandte empfangen und Beschlüsse für die Wetsche vorbereitet. Erzbischof Jefimij der Zweite ließ die Kammer im Jahr eintausendvierhundertdreiunddreißig errichten: Nowgoroder Steinmetze arbeiteten mit eingeladenen deutschen Meistern zusammen. Die Nowgoroder nannten den Erzbischof vladyka, daher der Name Bischofskammer.
Bis zum Winter des Jahres eintausendvierhundertachtundsiebzig hatte das Heer Iwans des Dritten die Stadt umzingelt. Der Großfürst verlangte die Abschaffung der Wetsche, die Abnahme der Wetscheglocke und die Aufhebung des Amtes des Posadnik. Seine Statthalter sollten die Stadt verwalten. Feofil fuhr mehrmals in das Lager des Fürsten: Er setzte sich für eine Übergabe ohne Sturmangriff ein und versuchte, das bisherige Gericht, die städtischen Landgüter und das Recht der Nowgoroder zu bewahren, nicht zum Dienst in ferne Länder ziehen zu müssen.
Für den Erzbischof selbst waren die Verhandlungen ebenfalls ein Eigentumsstreit. Iwan verlangte zunächst die Hälfte der Ländereien des Hauses der Heiligen Sophia und der reichsten Klöster. Feofil bat darum, die Besitzungen nicht wegzunehmen und ihre Eigentümer nicht auszuweisen. Der Großfürst milderte seine Forderungen: Dem vladyka wurden statt der Hälfte der Ländereien zehn Wolosten genommen. Er versprach, keine Massenumsiedlung durchzuführen, weigerte sich jedoch, das Versprechen durch einen Kuss auf das Kreuz zu bekräftigen. Feofil nahm die Bedingungen ohne Garantie an, während sich hinter den Mauern die umzingelte Stadt befand und Nowgoroder Heerführer bereits in das Lager des Fürsten überliefen.
Am dreizehnten Januar brachte der Erzbischof Iwan die Treueurkunde. Er unterzeichnete sie eigenhändig und brachte sein Siegel an; gesonderte Siegel standen für die fünf Stadtviertel – die Bezirke des mittelalterlichen Nowgorod. Am achtzehnten Januar wurde die Entscheidung im Herrenrat auf dem Erzbischofshof angenommen. Der Chronist vermerkte es äußerst knapp: Von diesem Tag an gab es in Nowgorod keine Wetsche mehr.
Der genaue Raum wird in der Chronik nicht genannt. Mit dem Festsaal der Bischofskammer verbindet man die Verkündung der Bedingungen Iwans des Dritten, doch der Großfürst selbst blieb damals im Lager. Erst am neunundzwanzigsten Januar zog er feierlich in die Stadt ein. Seine Statthalter erhielten das Stadtgericht und die Verwaltung; zwei von ihnen wurden direkt im Haus des Erzbischofs untergebracht. Feofil ließ man die Angelegenheiten des kirchlichen Gerichts. Am achten Februar wurde auf Iwans Befehl die Wetscheglocke abgenommen, dann brachte man sie und das Stadtarchiv nach Moskau.
Die Vereinbarung ermöglichte es, die Tore ohne Sturmangriff zu öffnen, rettete aber nicht alle Beteiligten der Verhandlungen. Iwans Gegner wurden verhaftet, ihr Eigentum für die Staatskasse erfasst. Zwei Jahre später befahl der Großfürst auch die Verhaftung Feofils, unter dem Verdacht geheimer Verbindungen zu den früheren Verbündeten Nowgorods. Dem Erzbischof wurde sein Bischofssitz genommen, und man sperrte ihn in das Moskauer Tschudow-Kloster, wo er im Jahr eintausendvierhundertvierundachtzig starb.
Die Kammer dient heute als Museum. In ihrem oberen Saal sind der zentrale Pfeiler und gotische Gewölbe mit vorspringenden steinernen Rippen erhalten – den Facetten, die der Kammer später den zweiten Namen „Granowitaja“ einbrachten. Die Wetscheglocke und das Stadtarchiv befinden sich nicht mehr hier; der Raum, in dem der vom Erzbischof geleitete Rat tagte, ist erhalten geblieben.
Praktisch vor Ort
Geöffnet von 10:00 bis 18:00 Uhr; Ruhetag – Montag; Reinigungstag – letzter Mittwoch des Monats.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Klären Sie die Möglichkeit eines Besuchs gesondert. Wenn das Gebäude geschlossen ist, hören Sie das Kapitel draußen und betrachten Sie seinen Standort neben der Sophienkathedrale.
