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Worauf achten
- Brückenbelag
- Drei Felder
- Flussbett des Wolchow
Die Geschichte des Ortes
Die heutige Fußgängerbrücke steht mit drei Feldern über dem Flussbett des Wolchow und verbindet die Sophienseite und die Handelsseite der Stadt. Sie wurde im Jahr eintausendneunhundertsiebenundachtzig eröffnet, doch eine Überquerung zwischen diesen Ufern ist viel älter. Die mittelalterliche Große Brücke verlief ungefähr fünfzig Meter weiter flussaufwärts, zwischen dem Pretschistenski-Tor des Nowgoroder Kremls und den Marktbuden; unter Wasser fand man Überreste ihrer hölzernen Stützen aus dem zwölften Jahrhundert. Damals diente der Brückenbelag als städtischer Platz, auf dem man Handel trieb, Absprachen traf und Gericht hielt, während der Fluss darunter Teil der Bestrafung war.
Zu Beginn des Jahres eintausendeinhunderteinundvierzig verließ der von den Nowgorodern eingeladene Fürst Swjatoslaw Olgowitsch die Stadt heimlich bei Nacht. Sein älterer Bruder beabsichtigte, das Fürstentum von Weliki Nowgorod seinem eigenen Sohn zu übertragen, und Swjatoslaw beschloss zu gehen, bevor es zum offenen Bruch mit den Stadtbewohnern kam. Mit ihm floh Jakun Miroslawitsch – der Posadnik, gewählter Leiter der Stadtverwaltung und Mitglied des Gerichts. Jakun versuchte, sich und seine Stellung an der Seite des verbündeten Fürsten zu bewahren.
Swjatoslaw gelang die Flucht. Jakun und sein Bruder Prokopij, der ihm bei der Flucht geholfen hatte, wurden gefangen und zurück nach Weliki Nowgorod gebracht. Beide schlug man beinahe zu Tode, zog sie aus und warf sie von der Großen Brücke in den Wolchow.
Für eine mittelalterliche Stadt war die Brücke eine gemeinsame Straße zwischen der Sophienseite und der Handelsseite. Auf ihr trieb man Handel, versammelte sich zu Verhandlungen und vollstreckte Urteile. Das Hineinwerfen in den Fluss diente als Hinrichtungsart. Die Misshandlung Jakuns geschah hier, weil die Brücke den Stadtbewohnern sowohl einen öffentlichen Ort im Zentrum von Weliki Nowgorod als auch das Wasser unter dem Brückenbelag bot.
Jakun gelang es, ans Ufer zu kommen. Der Chronist erklärte seine Rettung mit Gottes Willen; beim zweiten Mal schlug man den Flüchtling nicht und warf ihn auch nicht ins Wasser. Man forderte von ihm eintausend Griwna ein – eine gewaltige Summe selbst für einen Bojaren aus einem der reichsten Stadtgeschlechter. Von Prokopij nahm man einhundert Griwna. Dann legte man die Brüder so in Eisen, dass ihre Hände an den Hals gefesselt waren, und schickte sie ins Tschudenland – so nannte man die Gebiete finnisch-ugrischer Völker westlich von Weliki Nowgorod.
Nach fünfzehn Jahren kehrte Jakun zurück. Im Frühjahr eintausendeinhundertsechsundfünfzig wählten die Nowgoroder ihn erneut zum Posadnik, und später vertrauten sie ihm dieses Amt noch einmal an. Der Mann, den die Stadtbewohner als Flüchtling ausgezogen und von der Brücke geworfen hatten, stand insgesamt dreimal an der Spitze der Stadtverwaltung.
Die Große Brücke zur Zeit Jakuns verlief ungefähr fünfzig Meter weiter flussaufwärts – vom verlorengegangenen Pretschistenski-Tor des Nowgoroder Kremls zur Hauptreihe des Markts. Unterwasserarchäologen fanden dort Überreste hölzerner Stützen aus dem zwölften Jahrhundert. Die heutige dreifeldrige Brücke wurde im Jahr eintausendneunhundertsiebenundachtzig eröffnet und für Fußgänger bestimmt. Sie verbindet dieselben zwei Seiten, steht jedoch weiter flussabwärts. Über der Stelle, von der Jakun hinabgeworfen wurde, gibt es heute weder einen Brückenbelag noch ein Geländer.
Praktisch vor Ort
Die Fußgängerbrücke ist rund um die Uhr zugänglich; das Museum der Großen Brücke ist von 10:00 bis 17:30 Uhr geöffnet, außer montags und dienstags.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Versperren Sie nicht den Weg und halten Sie Abstand zu Radfahrern; bei Wind lässt sich der Hauptteil des Audios am Ufer bequemer zu Ende hören.
