Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Erhöhte Punjabi Chabutra
- Manikarnika Kund
- Stein Charan Paduka
- Holzstapel
Die Geschichte des Ortes
Das Ufer des Ganges bei Manikarnika dient hinduistischen Kremationen. Den Tod hier verbindet man mit Moksha, der Befreiung des Verstorbenen aus dem Kreislauf neuer Geburten. Oberhalb des Ufers ist das alte Becken Manikarnika Kund erhalten, und daneben verehrt man Charan Paduka, einen Stein mit dem Abdruck von Vishnus Fuß. Überlieferungen über das Wasserbecken und den verlorenen Ohrschmuck erklären den Namen dieses Ghats.
Manikarnika besteht aus mehreren benachbarten Bereichen mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten. Auf den Kremationsplätzen werden Scheiterhaufen aufgeschichtet, darüber und dahinter lagert und verkauft man Holz, und am Fluss werden Rituale vollzogen. Den Leichnam senkt man gewöhnlich kurz in den Ganges und trägt ihn dann zum Scheiterhaufen. Der Angehörige, der die Zeremonie leitet, erhält das Feuer bei den Doms – Familien, denen die erblichen Rechte zustehen, über die Plätze zu verfügen. Die an diesem Tag diensthabende Dom-Familie gibt die Flamme aus, nimmt die Zahlung entgegen und überwacht die Verbrennung. Das Holz wird gesondert gekauft. Nach der Kremation trägt man die Überreste in den Fluss.
Die Gebühr für das Feuer wurde hier einmal zum Anlass, einen ganzen Uferabschnitt zu kaufen. Ethnografen hielten dies als örtliche Überlieferung fest, nicht als einen durch einen erhaltenen Vertrag belegten Kauf.
Im achtzehnten Jahrhundert brachte der wohlhabende Händler aus dem Punjab, Lala Kashmiri Mal, den Leichnam seiner Mutter zum Harishchandra-Ghat, einer anderen Kremationsstätte in Varanasi. Die Diener verlangten eine Summe, die er für unverhältnismäßig hoch hielt. Für die Familie war dies ein schwerer Moment: Während die Parteien stritten, blieb der letzte Ritus für die Mutter unvollendet. Kashmiri Mal hätte zahlen können – der Handel hatte ihn wohlhabend gemacht –, doch er wollte den Verwaltern nicht das Recht überlassen, jeden beliebigen Preis festzusetzen.
Er brachte den Leichnam nach Manikarnika und kaufte hier einen Platz für die Kremation. Der Überlieferung zufolge wurde sein Geld zum Maß des Abschnitts: Der Händler bedeckte einen Teil des Ufers mit Goldmünzen. Auf dem erworbenen Land wurde die Mutter endlich verbrannt, und Kashmiri Mal sicherte den Platz seiner Gemeinschaft.
So entstand die Punjabi Chabutra, oder Khatri Chabutra: eine erhöhte Kremationsplattform für Menschen aus dem Punjab und Angehörige der Kaufmannsgemeinschaft der Khatri. Sie wurde sowohl von Hindus als auch von Sikhs genutzt; später ließ man auch mit ihnen verbundene Sindhis zu. Das Recht auf einen eigenen Platz überdauerte sowohl den Händler selbst als auch die Münzen, mit denen er den Boden den Erzählungen zufolge abmaß. Die Plattform wird von der Khatri Samaj verwaltet; für Bestattungen schließt man sie mit einem Schlüssel auf.
Kashmiri Mal bemühte sich gerade um einen Platz in Manikarnika, weil man die Verbrennung hier in der hinduistischen Tradition mit Moksha verbindet – der Befreiung des Verstorbenen von neuen Geburten. Man glaubt, dass Shiva dem Verstorbenen die Taraka-Mantra ins Ohr spricht, die beim Übergang über die Grenzen des irdischen Daseins hilft. Deshalb kauft man das Feuer, das die Doms unterhalten, als notwendigen Bestandteil des Rituals und nicht als gewöhnlichen Feuerbrand.
Das Ohr kommt auch im Namen des Ghats vor. „Mani“ bedeutet Edelstein, „karnika“ Ohrschmuck. Die Überlieferungen unterscheiden sich in den Einzelheiten. Einer zufolge hob Vishnu hier mit seiner Wurfscheibe ein heiliges Wasserbecken aus und übte Askese; als Shiva den Kopf neigte, fiel sein Schmuckstück ins Wasser. Eine andere Version nennt den verlorenen Ohrring einen Schmuck von Parvati oder Sati. Dies sind religiöse Erzählungen, keine gesicherte Geschichte der Namensherkunft. Ihre dinglichen Hinweise sind Manikarnika Kund, ein altes Becken oberhalb der Kremationsplätze, und Charan Paduka – ein Stein, der als Abdruck von Vishnus Fuß verehrt wird.
Die Goldmünzen von Kashmiri Mal liegen nicht am Ufer. An ihre Stelle ist die verschließbare Punjabi Chabutra getreten: Das für die Bestattung einer Mutter gekaufte Recht wird bis heute mit einem Schlüssel für die folgenden Begräbnisprozessionen geöffnet.
Praktisch vor Ort
Der Ghat ist als Kremationsstätte geöffnet; das offizielle Stadtportal gibt an, dass Kremationen rund um die Uhr stattfinden. Der Zugang für Zuschauer wird durch Rituale, Arbeiten, Hochwasser und polizeiliche Anordnungen eingeschränkt.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Halten Sie Abstand zu den Leichnamen, Angehörigen und Arbeitern; fotografieren Sie die Rituale nicht, behindern Sie nicht das Tragen von Holz und handeln Sie nicht um einen nahen Blick.
