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Torres de Serranos

Torres de Serranos

Eine militärische Evakuierung wird die gotischen Tore mit dem Schicksal der Sammlung des Museo del Prado verbinden.

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Worauf achten

  • Zwei vieleckige Türme
  • Zentralbogen
  • Offene Galerien zur Stadtseite
  • Steingewölbe des unteren Geschosses

Die Geschichte des Ortes

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Zur Stadtseite hin öffnen sich an den Toren Galerien, und unter dem Zentralbogen liegt das untere Geschoss mit seinen Steingewölben. Die dicken Mauern machten die Innenräume einst zu einem geschützten Depot: Über den Gewölben errichtete man eine provisorische Stahlbetondecke und bedeckte sie mit Reishülsen und Erde. Später baute man diesen Schutz ab, deshalb sind in den offenen Sälen weder das zusätzliche Gewölbe noch die Schichten zu sehen, die die Gewölbe im Inneren verdeckten.

Zwei vieleckige Türme sind durch einen einzigen Bogen verbunden: Dies ist das wichtigste nördliche Tor der christlichen Stadtmauer von Valencia. Die Stadträte beauftragten den Steinmetz Pere Balaguer, es zwischen dreizehnhundertzweiundneunzig und dreizehnhundertachtundneunzig zu errichten. Hier trafen die Straßen aus Saragossa, Barcelona und der Bergregion Los Serranos zusammen. Die Herkunft des Namens ist nicht abschließend geklärt: Meist verbindet man ihn mit Reisenden, die von dort kamen und die die Valencianer serranos nannten; es gibt auch die Version, dass die Familie Serranos in der Nähe lebte.

Am fünften November neunzehnhundertsechsunddreißig erhielt die Leitung des Museo del Prado den Befehl, die wichtigsten Werke aus Madrid zu evakuieren. Auf die Hauptstadt fielen bereits Bomben. Der erste nächtliche Konvoi brach am zehnten November unter militärischem Schutz nach Valencia auf, und sechs Tage später beschädigten Einschläge das Gebäude des Museo del Prado selbst. Die Gefahr, deretwegen man den Transport begonnen hatte, war ganz wörtlich gemeint.

Bei den Torres de Serranos nahm José Lino Vaamonde die Fracht in Empfang – Architekt und Kustos des Museo del Prado, verantwortlich für den ingenieurtechnischen Schutz der Sammlung. Die dicken mittelalterlichen Mauern boten Schutz vor Splittern, doch das Mauerwerk allein reichte nicht aus. Bei einem direkten Treffer konnten die oberen Gewölbe auf die Kisten mit den Gemälden stürzen. Würde man die feuchten Räume jedoch luftdicht verschließen, würden Feuchtigkeit die Leinwände und die hölzernen Keilrahmen verderben.

Vaamonde brachte die Werke im unteren Geschoss unter und ließ im Dezember über ihnen ein zusätzliches, neunzig Zentimeter dickes Stahlbetongewölbe errichten. Auf den Beton schüttete man einen Meter Reishülsen, die den Aufprall herabfallender Trümmer mildern konnten, dann einen Meter Erde. Eine weitere Erdschicht wurde ein Geschoss höher aufgebracht, die Terrassen wurden mit Säcken abgedeckt, und in den Räumen installierte man elektrische Geräte zur Kontrolle von Feuchtigkeit und Temperatur. So entstand ein geschütztes Depot innerhalb der gotischen Tore.

In einem Turm bewahrte man Hunderte von Leinwänden auf, darunter Goyas „Der 2. Mai 1808“, Velázquez’ „Christus am Kreuz“ und Tizians „Venus“. Im anderen breitete man auf einer eigens errichteten Plattform Palastteppiche aus. Für Vaamonde hätte ein Rechenfehler den Untergang der Sammlung bedeutet: entweder durch eine Explosion oder durch den Schutz selbst, falls Beton, Erde oder Feuchtigkeit die Werke vor der Bombe erreichten.

Im Sommer neunzehnhundertsiebenunddreißig besichtigte Frederic Kenyon, der ehemalige Direktor des British Museum, das Depot. Gemälde, Bücher und Teppiche waren in gutem Zustand erhalten. Im Frühjahr des folgenden Jahres rückte die Frontlinie näher an die Straßen nach Katalonien, und die Kustoden luden die Sammlung erneut in Fahrzeuge. Von Valencia ging sie nach Katalonien, dann nach Genf und kehrte am neunten September neunzehnhundertneununddreißig fast ohne Verluste in das Museo del Prado zurück.

Vaamondes Stahlbetongewölbe wurde später zusammen mit den Reishülsen und der Erde abgebaut. In den heutigen offenen Sälen ist von diesem Schutz nichts mehr vorhanden. Die Gemälde standen im unteren Geschoss genau dieser Türme – unter einer provisorischen Decke, die Menschen innerhalb der mittelalterlichen Tore errichtet und entfernt hatten, nachdem sie ihre einzige Aufgabe erfüllt hatte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort18 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittvon außen

Der Hauptbaukörper lässt sich von außen gut betrachten. Wenn Sie hinaufsteigen möchten, klären Sie den Zugang vorher und berücksichtigen Sie die Treppen; auch ohne den Innenraum bleibt die Geschichte des militärischen Depots durch das Ausmaß der Mauern verständlich.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Hier endet der Spaziergang an den nördlichen Toren des alten Valencia.

Stopp 8 von 8Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Barri del Carme: Tore, Mauern und Schichten der Stadt“ — 8 Stopps, etwa 2,6 km, 2-3 Stunden.

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