Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Vierflügeliges Laufrad
- Ehemaliges Gebäude der Kraftwerksverwaltung
- Damm
- Wolga unterhalb des Kraftwerks
Die Geschichte des Ortes
Im Hof des Museums für Wasserkraft steht ein vierflügeliges Laufrad. Neun Meter im Durchmesser, einhundertzwanzig Tonnen schwer. Siebzig Jahre lang sah es fast niemand: Das Laufrad drehte sich unter der Maschinenhalle des Wasserkraftwerks Uglitsch, nahm den Wasserdruck auf und drehte über eine gemeinsame Welle einen elektrischen Generator.
Es entstand aus einem Streit darüber, wo die Obere Wolga überhaupt aufgestaut werden sollte. Mitte der neunzehnhundertdreißiger Jahre plante man Wasserkraftwerke bei Kaljasin, Myschkin und dem Dorf Norskoje bei Jaroslawl. Bei Jaroslawl waren bereits Vorbereitungsarbeiten im Gange, als Berechnungen zeigten: Die Überflutung würde groß ausfallen, die Energieausbeute dagegen vergleichsweise gering.
Der Wasserbauingenieur Georgi Tschernilow leitete die Projektberechnungen und setzte sich dafür ein, dieses Konzept durch zwei leistungsstärkere Wasserkraftanlagen zu ersetzen – die von Uglitsch und Rybinsk. Seine Gruppe bewies, dass die erwartete Erzeugung mehr als doppelt so hoch sein würde. Das frühere Projekt wurde eingestellt, und den neuen Damm beschloss man oberhalb von Uglitsch zu errichten. Ein natürliches Gefälle gab es hier nicht: Die Ingenieure schufen den Höhenunterschied selbst, indem sie die Wolga mit einem Damm aufstauten. Heute strömt das Wasser aus dem Stausee durch die Turbinen und kehrt unterhalb des Kraftwerks in das Flussbett zurück.
Tschernilows Berechnungen erforderten jedoch Maschinen, die man im Land noch nicht herstellen konnte. Er fuhr zum Leningrader Metallwerk, um über Turbinen von beispielloser Größe zu verhandeln. Der Konstrukteur Nikolai Kowaljow erhielt die Aufgabe, die vergleichsweise geringe Fallhöhe von etwa dreizehn Metern in die Leistung eines großen Kraftwerks umzusetzen. Er entwarf eine vertikale Turbine mit verstellbaren Laufschaufeln: Den Winkel der vier riesigen Schaufeln konnte man je nach Wasserdurchfluss verändern, damit das Laufrad bei schwankendem Pegel der Wolga nicht an Effizienz verlor.
Die erste solche Turbine fertigte das Werk im Jahr neunzehnhundertneununddreißig. Ihr Laufrad mit einem Durchmesser von neun Metern war das größte der Welt. Am achten Dezember neunzehnhundertvierzig lieferte das erste Wasserkraftaggregat von Uglitsch Strom, und am zwanzigsten März des folgenden Jahres nahm man das zweite in Betrieb. Das Kraftwerk erhielt eine Leistung von einhundertzehn Megawatt und wurde nach dem Dnepr-Wasserkraftwerk zum zweiten im Land. Im Jahr neunzehnhundertsechsundvierzig erhielten Kowaljow und seine Kollegen für die Entwicklung dieser Turbinen den Staatspreis.
Das Laufrad im Hof arbeitete bis zum Jahr neunzehnhundertelf im zweiten Wasserkraftaggregat. Nach dem Austausch der Maschine schickte man es nicht zum Einschmelzen, sondern stellte es neben dem Museum aus, das im ehemaligen Gebäude der Kraftwerksverwaltung eingerichtet wurde. Im Februar des Jahres eintausendfünfundzwanzig ersetzten die Energieingenieure auch das erste alte Wasserkraftaggregat. Nun drehen sich im Inneren des Kraftwerks zwei moderne Turbinen mit einer Gesamtleistung von einhundertdreißig Megawatt, und draußen blieb das Laufrad jener Maschine, für die Tschernilow das Werk überzeugen musste, sich an eine noch nicht existierende Technik zu machen.
Praktisch vor Ort
Dienstag—Sonntag von 09:00 bis 18:00; Montag — Ruhetag. Individuelle Termine sind für 11:00, 14:00 und 16:00 angekündigt.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Besuch des Museums erfordert eine gesonderte Genehmigung und Registrierung. Das Kraftwerk bleibt ein Objekt mit Zugangsbeschränkungen: Bleiben Sie auf den zugelassenen Wegen und gehen Sie nicht hinter die Absperrungen.
