Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Langes Fabrikgebäude
- Museumsvitrinen
- Stickrahmen
- Metallfaden auf der Vorderseite des Stoffes
Die Geschichte des Ortes
Als man begann, alte Torschoker Stickereien für das Museum zu sammeln, war die Mode für bestickte Stiefel, Ärmel und Kopfbedeckungen bereits vorbei, und die Zahl der professionellen Stickerinnen war innerhalb mehrerer Jahrzehnte um etwa das Dreifache zurückgegangen. Die Sammlung diente der Lehrwerkstatt: Anhand alter Musterstücke stellten die Schülerinnen vergessene Ornamente und Methoden des Fadenlegens wieder her. In den Vitrinen liegen diese Arbeiten, und an den Stickrahmen neben ihnen machen Besucher einen Stich nach.
Im linken Flügel des langen Gebäudes befindet sich das Museum, die übrigen Räume nimmt die Fabrik „Torschoker Goldstickerinnen“ ein. Hier werden Erzeugnisse und Dokumente gezeigt und Meisterkurse angeboten, während nebenan Stickerinnen neue Aufträge ausführen. Die Goldstickerei funktioniert ungewöhnlich: Den Metallfaden zieht man nicht durch den Stoff. Man legt ihn nach der Zeichnung auf die Vorderseite und befestigt ihn mit einem beinahe unsichtbaren Seidenfaden. So bricht das kostbare Material weniger leicht und gelangt nicht auf die Rückseite.
Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts wäre diese Fertigkeit beinahe ohne Arbeit geblieben. In den sechziger Jahren zählte man in Torschok etwa dreihundert professionelle Goldstickerinnen, gegen Ende des Jahrhunderts ungefähr dreimal weniger. Die Mode für bestickte Stiefel, Ärmel und Kopfbedeckungen war vorbei. Kaufleute kauften die Arbeit der Stickerinnen billig auf, und neue Aufträge gab es nur wenige. Für eine Frau, die von ihrer Stickerei lebte, bedeutete das Verschwinden des Handwerks den Verlust ihres Einkommens und nicht nur eines alten Musters.
Dmitri Romanow, Mitglied der Nowotorschsker Semstwoverwaltung, setzte sich dafür ein, dass die Stickerinnen ihre Erzeugnisse über die Kreisverwaltung verkauften und keinen Teil ihrer Bezahlung an Vermittler abgaben. Am einundzwanzigsten Februar achtzehnhundertvierundneunzig übernahm er die Leitung der beim Semstwo geschaffenen Abteilung für Heimgewerbe. Der erste große Auftraggeber war das Marineministerium: Die Goldstickerinnen sollten einunddreißigtausendneunhundertzwanzig Dienstgradabzeichen für die Mannschaften der Flotte herstellen. Goldfaden kam in diesem Auftrag nicht vor – die Abzeichen wurden mit roten Fäden gestickt. Dafür erhielten Dutzende Stickerinnen bezahlte Arbeit, für die ihre Genauigkeit und ihre Vertrautheit mit dem Zählstich nötig waren.
Romanow genügte es nicht, einen einzigen Auftrag zu verteilen. Er eröffnete eine Lehrwerkstatt, in der Mädchen aus Bauernfamilien lernten, die Zeichnung auf den Stoff zu übertragen, die Unterlage vorzubereiten und erst danach komplizierte Stiche auszuführen. Arbeiten der Torschoker Stickerinnen erhielten Goldmedaillen auf Ausstellungen in Paris und Turin. Im Jahr neunzehnhundertelf begann Romanow, alte Musterstücke für ein Museum zu sammeln: An ihnen konnten die Schülerinnen vergessene Ornamente und Methoden des Fadenlegens wiederherstellen.
Nach Romanows Tod wurde die Werkstatt geschlossen, und das von ihm geschaffene Werk geriet erneut in Gefahr. Im Jahr neunzehnhundertdreiundzwanzig nahm man in Torschok die Ausbildung wieder auf; die Absolventinnen bildeten eine Goldstickerinnen-Artel, die später in eine Fabrik umgewandelt wurde. Das heutige Unternehmen führt seine Geschichte auf Romanows Abteilung für Heimgewerbe zurück.
Hinter der Museumstür liegen alte Stickereien in Vitrinen, doch der Charakter des Ortes ist ein schulischer geblieben: Neben den Exponaten stehen Stickrahmen, an denen Besucher einen Stich nachmachen dürfen. Romanow sammelte Musterstücke, damit eine Stickerin die Arbeit einer anderen fortsetzen konnte; hier vollzieht sich dieser Übergang vom Museumsstück zur neuen Stickerei innerhalb eines einzigen Fabrikgebäudes.
Praktisch vor Ort
Die offiziellen Seiten weichen voneinander ab: Im Kontaktbereich steht täglich 9:30–18:30, in den Besuchsregeln werktags 9:00–18:00 und an Wochenenden 9:00–17:00.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Um die Technik kennenzulernen, braucht man Zugang zur Ausstellung; deshalb sollte der Besuch besser im Voraus bestätigt werden. Betrachten Sie die Arbeit an den Vitrinen aus verschiedenen Blickwinkeln, ohne Stoff und Metallteile zu berühren.
