Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Paarweise Feuervogelfiguren
- Erker mit neun Fenstern
- Vier Eingangstreppen
- Geschnitzte Giebel
Die Geschichte des Ortes
Paarweise geschnitzte Vögel sitzen in den Giebeln und auf dem Dach, weshalb dieser Seitenflügel seinen Beinamen erhielt. Hinter der prächtigen Fassade befinden sich sieben Wohnungen, zu ihnen führen vier Eingangstreppen. Der Erker mit neun Fenstern ähnelt einem kleinen Türmchen, obwohl sich hinter seinen Wänden ein Wohnraum befindet. Das Haus bleibt auch heute bewohnt.
Leonti Scheljabo verdiente dieses Anwesen mit dem Handel von Schuhen. Der ehemalige Militärangehörige wurde Miteigentümer einer Gerberei und einer Schuhfabrik, unterhielt Geschäfte in mehreren sibirischen Städten und handelte später auf eigene Rechnung. An der Soldatskaja-Straße – so hieß die Krasnoarmeiskaja-Straße früher – kaufte er Grundstücke zusammen und errichtete Wohnhäuser, Seitenflügel, Ställe und andere Wirtschaftsgebäude. Der prächtige zweigeschossige Seitenflügel mit den Vögeln wird auf das Jahr eintausendneunhundertdrei datiert.
Warum Scheljabo für das Hofgebäude so viel Schnitzwerk in Auftrag gab, erklären die Dokumente nicht. Einer örtlichen Überlieferung zufolge war der Seitenflügel für seine Tochter Warwara bestimmt und ein Hochzeitsgeschenk. Eine Bestätigung dafür wurde im Archiv nicht gefunden. Auch die Urheberschaft von Pjotr Fjodorowski ist nicht verlässlich nachgewiesen: Der Stadtarchitekt unterzeichnete die Baugenehmigungen, doch die Unterschrift allein beweist noch nicht, dass er die Vögel und Türmchen entworfen hat.
Das Schicksal des Schnitzwerks lässt sich dagegen detailliert verfolgen. In den Giebeln und auf dem Dach befanden sich neun Vogelpaare – achtzehn Figuren. Gerade ihretwegen begann man, den Wohnflügel Haus mit Feuervögeln zu nennen. Zu Beginn der zweitausender Jahre war das Dach undicht geworden, Wasser drang in die Wohnungen, von einer Decke fiel ein Stück Putz herab, und im Winter froren die Bewohner des Erdgeschosses wegen der Ritzen. Mehrere Jahre lang setzten sie sich für eine Reparatur ein und schafften es, das Haus in den Restaurierungsplan aufnehmen zu lassen.
Im Jahr zweitausendacht begannen die Arbeiter mit dem Dach, restaurierten dann die Fassade und brachten alle achtzehn Vögel wieder an ihr an. Für Passanten wurde das Haus wieder zu einer prächtigen Postkarte. Die Bewohner erhielten ein anderes Ergebnis: Die ausgewechselten Balken trockneten und schrumpften, zwischen ihnen entstanden Ritzen.
Im Jahr zweitausendzwölf kauften die Architekten Maria und Jewgeni Ospischtschewy hier eine Wohnung mit drei Zimmern und einem Erker. Sie zahlten dreieinhalb Millionen Rubel und zogen mit ihrem zweijährigen Sohn ein. Jewgeni verdiente sein Geld im Baugewerbe und verstand, welches Risiko er einging, doch die eigentliche Prüfung begann erst im Winter. Wenn die Temperatur unter minus fünfundzwanzig Grad sank, zog Kälte aus dem Erker herein. Im folgenden Sommer zerlegte Jewgeni ihn bis auf das Gerüst und baute ihn neu auf; die Renovierung der Familie kostete ungefähr eine halbe Million Rubel.
Hinter den vier Eingangstreppen des Hauses liegen sieben Wohnungen. Der Erker mit neun Fenstern, der von außen wie ein Teil eines festlichen Türmchens wirkt, bleibt innen ein Wohnraum – genau jener, den der neue Eigentümer nach dem ersten Winter zerlegte und erneut dämmte.
Praktisch vor Ort
Wohnhaus; Besichtigung nur vom öffentlichen Gehweg bei Tageslicht.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Das Haus bleibt bewohnt: Schauen Sie von der Straße aus, betreten Sie nicht die abgesperrten Bereiche und berücksichtigen Sie, dass ein Teil des Schnitzwerks ersetzt worden oder verloren gegangen sein könnte.
