Stopp 2 von 8

Sophien-Entschlafens-Kathedrale

Софийско-Успенский кафедральный собор

Dieser Halt zeigt, welchen Preis der erste große Steinbau Sibiriens forderte und welcher Fehler dazu führte, dass der obere Teil neu errichtet werden musste.

25 Min.
Weiße fünfkuppelige Sophien-Entschlafens-Kathedrale im Tobolsker Kreml.
Vas 007 · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
12345678

0 von 8 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Vier massive Pfeiler
  • Ziegelgewölbe
  • Große Ziegel mit Stempeln
  • Fünf Kuppeln

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Fünf Kuppeln erheben sich über den Ziegelgewölben, die von vier besonders mächtigen inneren Stützen getragen werden. Der Doppelname der Kathedrale bewahrt die Erinnerung an zwei Weihungen: an Sofia, Weisheit Gottes, bei der früheren Holzkirche und an die Entschlafung der Gottesmutter bei der steinernen. Im Mauerwerk der Gewölbe fanden Restauratoren große Ziegel mit Herstellerstempeln; die Kirche dient bis heute als Kathedrale.

Im Jahr sechzehnhundertneunundsiebzig kam Metropolit Pawel, das Oberhaupt der riesigen Sibirischen Eparchie, nach Tobolsk und verlangte, die abgebrannte hölzerne Kathedralkirche durch eine steinerne zu ersetzen. Kathedrale nannte man eine Kirche, in der sich der Sitz des Bischofs befand: Pawel hielt hier Gottesdienste und leitete von hier aus die kirchlichen Angelegenheiten in ganz Sibirien.

In der Stadt verstand man es, Ziegel für Öfen zu brennen, doch eine große steinerne Kirche hatte man noch nicht gebaut. Pawel wagte es nicht, eine solche Arbeit den örtlichen Meistern anzuvertrauen. Zuvor war er der Beichtvater der Zarewna Sofja gewesen und hatte seine Verbindungen am Hof bewahrt, deshalb wandte er sich direkt an Zar Fjodor Alexejewitsch. Der Zar ordnete an, siebenhundert Rubel aus den Tobolsker Zolleinnahmen bereitzustellen, Zeichnungen der Himmelfahrtskirche im Moskauer Kreml zu schicken und Maurer über den Ural zu entsenden.

Pawel bat um fünf Maurer und zwanzig Ziegelmacher. Am Irtysch errichtete man für sie fünf Schuppen mit Öfen: Die künftige Kathedrale erforderte Ziegel in einer Größe und Qualität, wie man sie zuvor in Tobolsk kaum hergestellt hatte. Die Arbeiten leiteten die Gesellen im Steinbau Gerasim Scharypin und Gawrila Tjutin. Sie sollten das Moskauer Vorbild in eine Stadt übertragen, in der es keine gewachsene Schule des Steinbaus gab.

Bis zum Sommer sechzehnhundertvierundachtzig hatten die Meister das Gebäude fast bis zur zentralen Kuppel hochgeführt. Dann hielten die inneren Pfeiler dem Gewicht nicht stand. Der Chronist vermerkte die Ursache ohne Beschönigung: Die Pfeiler waren zu dünn geraten. Sie stürzten ein, die Gewölbe brachen ab, und der gesamte obere Teil stürzte in das Innere der Kathedrale.

Das geschah nachts, deshalb kam keiner der Bauleute ums Leben. Am Morgen standen vor Pawel nur noch mit Ziegeln verschüttete Mauern und die erste große Steinbaustelle Sibiriens, auf der die entsandten Fachleute bereits bei der Berechnung der Stützen einen Fehler gemacht hatten.

Pawel kehrte nicht zur hölzernen Kirche zurück. Die Meister nahmen die Mauerarbeiten wieder auf und errichteten Pfeiler und Gewölbe von Neuem. Im Jahr sechzehnhundertsechsundachtzig weihte der Metropolit die vollendete Kathedrale zu Ehren der Entschlafung der Gottesmutter, jenes Ereignisses, das in der kirchlichen Überlieferung ihr irdisches Leben abschließt. So entstand die Bezeichnung „Uspenski“.

„Sofijski“ nannte man die Kathedrale schon vor Pawel: Die frühere Holzkirche an dieser Stelle war Sofia, Weisheit Gottes, geweiht. Sofia bedeutet hier weder eine Frau noch die Zarewna, die einst Pawels geistliche Tochter gewesen war. Die alte Weihe blieb am Bischofssitz haften und bewahrte sich in den Dokumenten auch nach der neuen Weihe. Im heutigen Doppelnamen sind der hölzerne Vorgängerbau und die steinerne Kirche verbunden, die Pawel schließlich doch vollenden ließ.

Heute ist dies eine aktive Kathedrale. Ihre Gewölbe werden von vier mächtigen Pfeilern getragen – dem Ergebnis der zweiten Berechnung der Meister nach dem nächtlichen Einsturz. Bei Untersuchungen fanden Restauratoren im Mauerwerk der Gewölbe große Ziegel mit Stempeln und Zeichen der Hersteller: Spuren eben jener Menschen, die den oberen Teil der ersten steinernen Kirche Sibiriens zweimal errichten mussten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktStatthalterpalast
EintrittKirche in Gebrauch, Eintritt frei

Täglich 07:00–19:00; ein Gottesdienst kann die touristische Besichtigung einzelner Bereiche einschränken.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist nicht nur ein Denkmal, sondern auch ein Gotteshaus: Sprechen Sie im Inneren leise, schalten Sie während eines Gottesdienstes kein Audio ein und berücksichtigen Sie, dass die Besichtigung eingeschränkt werden kann.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie durch den Hof zum ehemaligen Zentrum der Gouvernementsverwaltung.

Stopp 2 von 8Weiter: Statthalterpalast

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Tobolsk: vom Kreml zum Ort der Verbannung“ — 8 Stopps, etwa 3,5 km, 4 Std. 30 Min..

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt