Stopp 3 von 8

Statthalterpalast

Музей истории управления Сибирью

Hier wird die dienstliche Laufbahn eines Dekabristen die gängige Vorstellung von der sibirischen Verbannung auf den Kopf stellen.

35 Min.
Dreistöckige Fassade des Statthalterpalasts im Tobolsker Kreml.
PolinaTomsk · CC0 1.0; cropped/resized for app
12345678

0 von 8 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Dreigeschossiger Bau
  • Steinmauerwerk des Erdgeschosses
  • Thronsaal
  • Museumssäle

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Der Statthalterpalast erhielt seinen Namen von dem Amt, für das er gebaut wurde. Nach dem Pugatschow-Aufstand gestaltete Ekaterina II. die Verwaltung der Gouvernements um. Im Jahr eintausendsiebenhundertzweiundachtzig gründete sie die Tobolsker Statthalterschaft, die in die Tobolsker Oblast und die Tomsker Oblast geteilt war. Als Statthalter bezeichnete man den von der Kaiserin eingesetzten Leiter eines solchen Zusammenschlusses. Als Erster stand Jewgeni Kaschkin dem Perm- und Tobolsker Krai vor.

Für die neuen Einrichtungen bewahrten die Baumeister das Erdgeschoss der alten Prikasnaja Palata – des früheren Verwaltungsgebäudes – und errichteten darüber zwei weitere Stockwerke. Im Palast befanden sich Arbeitskanzleien und ein repräsentativer Thronsaal. Bei der Eröffnung der Statthalterschaft zogen die Beamten nach dem Gottesdienst in der Sophien-Entschlafens-Kathedrale in einer Prozession hierher; anschließend nahmen Gerichte, Schatzämter und die Gouvernementverwaltung ihre Arbeit auf.

Sechs Jahre später zerstörte ein großer Brand die oberen Stockwerke. Fast ein halbes Jahrhundert lang blieben vom Palast nur die Mauern. Im Jahr eintausendachthunderteinunddreißig stellten Beamte das Gebäude wieder her, obwohl das Amt des Statthalters bald darauf abgeschafft wurde. Der ehemalige Palast wurde zu den Gouvernementalen Amtsstellen – so nannte man die unter einem Dach zusammengefassten staatlichen Kanzleien. Hier befanden sich das Schatzamt, der Gouvernementsrat, die Staatsanwaltschaft und der Prikas für Verbannte, der Verurteilte erfasste, sie in Sibirien verteilte und die Ansiedlungen überwachte.

Im Jahr eintausendachthunderteinundvierzig nahm die Kanzlei der Gouvernementverwaltung Iwan Annenkow auf. Vor seiner Verhaftung war er Leutnant des elitären Kavaliergarderegiments, einziger Erbe ausgedehnter Güter und Mitglied einer geheimen Gesellschaft der Dekabristen, die eine Änderung der Staatsordnung anstrebte. Nach dem Scheitern des Aufstands weigerte sich Annenkow, seine Gefährten zu denunzieren. Man entzog ihm seinen Rang, den Adelsstand und die Vermögensrechte und verurteilte ihn zu zwanzig Jahren Zwangsarbeit mit anschließender lebenslanger Ansiedlung in Sibirien. Die Strafzeit wurde mehrfach verkürzt, doch in die Kanzlei dieses Palasts kam er auf der niedrigsten Stufe: als Kanzleidiener der vierten Klasse.

Zwei Jahre später ernannte man Annenkow zum Revisor der Ansiedlungen der Tobolsker Expedition für Verbannte. Er überprüfte die Kanzleien, durch die die Verurteilten gingen, und führte Ermittlungen wegen Veruntreuung staatlicher Gelder und wegen Missbräuchen durch Polizeibeamte und andere Amtsträger. Im Jahr eintausendachthundertneunundvierzig wurde der ehemalige Staatsverbrecher Beisitzer des Prikas für Verbannte selbst: Nun bearbeitete er die Akten, nach denen andere Menschen nach Sibirien geschickt und dort untergebracht wurden.

Annenkow brachte es bis zu einem zivilen Dienstrang und wurde für hervorragende Dienste befördert. Die Amnestie des Jahres eintausendachthundertsechsundfünfzig gab ihm seine Rechte zurück und erlaubte ihm, Sibirien zu verlassen. In Nischni Nowgorod diente er wieder als Beamter und führte Revisionen von Kreisbehörden durch.

Heute befindet sich hier das Museum für die Geschichte der Verwaltung Sibiriens. Der Thronsaal wurde nach alten Beschreibungen wiederhergestellt: Der ursprüngliche obere Teil des Palasts war bereits im Jahr eintausendsiebenhundertachtundachtzig abgebrannt. Annenkows persönlicher Schreibtisch und sein Arbeitszimmer sind nicht erhalten. Erhalten ist der Bau von eintausendachthunderteinunddreißig, in dem der ehemalige Dekabrist als jüngerer Kanzleibeamter aufgenommen wurde und in dem er später die Akten des Prikas für Verbannte bearbeitete.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort35 Min.
Nächster PunktGostiny Dwor
Eintrittmit Ticket

Dienstag–Sonntag 10:00–19:00, Montag geschlossen; Ticket der allgemeinen Kategorie 250 Rubel, Kasse bis 18:30.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Hauptidee ist auch von außen erkennbar; prüfen Sie die Möglichkeit, die Museumssäle zu besichtigen, und die Eintrittsbedingungen gesondert.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zum Roten Platz und suchen Sie die Türme des Handelshofes.

Stopp 3 von 8Weiter: Gostiny Dwor

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Tobolsk: vom Kreml zum Ort der Verbannung“ — 8 Stopps, etwa 3,5 km, 4 Std. 30 Min..

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt