Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Barocker Torturm
- Torbogen
- Parkwege
- Spielplatz
Die Geschichte des Ortes
Nach dem Großen Nordischen Krieg wandten sich die estnische und die schwedische Gemeinde mit einer sehr bodenständigen Bitte an den Revaler Stadtrat: den Kalamaja-Friedhof einzuzäunen und Glocken aufzustellen. Hier bestattete man die Gemeindemitglieder der Kirche des Heiligen Geistes und der Schwedischen Sankt-Michaelis-Kirche. Es gab keinen Zaun, und Vieh von den umliegenden Weiden streifte ungehindert zwischen den Gräbern umher.
Die Bitte wurde im Jahr eintausendsiebenhundertdreißig eingereicht. Auf den Torturm musste man noch ein halbes Jahrhundert warten. Peter Duborg übernahm den Bau – ein bedeutender Revaler Kaufmann und Mitglied des Stadtrats, der beschloss, die Arbeiten selbst zu bezahlen. Sein Handelshaus verdiente an Seefrachten: Für Duborg brachte man Salz, Hering und getrockneten Fisch in die Stadt. Dieses Geld ermöglichte es ihm, die langjährige Bitte der beiden Gemeinden zu verwirklichen.
Im Jahr eintausendsiebenhundertachtzig erhob sich über dem Eingang ein barocker Tor- und Glockenturm. An seiner Wand ließ Duborg eine Steinplatte mit seinem Namen und dem Baujahr anbringen. Die Platte blieb bis zum Ende der siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts an ihrem Platz; der Turm ist bis heute erhalten.
Zu diesem Zeitpunkt war der Friedhof längst über einen kleinen Kirchhof hinausgewachsen. Nach dem Verbot, in den Stadtkirchen und in ihrer Nähe zu bestatten, brachte man immer mehr Verstorbene hierher. Allein von eintausendachthundertzweiundvierzig bis eintausendneunhundertzwei wurden hier etwa dreißigtausend Menschen begraben. Fast zwei Jahrhunderte lang zogen Trauerzüge durch die von Duborg bezahlten Tore.
Zu Beginn der fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts wurde der Friedhof geschlossen, und im Jahr eintausendneunhundertvierundsechzig entfernte man Grabsteine und Grabeinfassungen und verwandelte das Gelände in einen Park. Auch das Haus des Friedhofswärters verschwand; an seiner Stelle befindet sich heute ein Spielplatz.
Bei der Umgestaltung des Parks im Jahr zweitausendneun wurden die Planer angewiesen, alte Friedhofspläne zu konsultieren und keine neuen Wege über bekannten Gräbern anzulegen. Unter dem Bogen des Turms brachte man Informationen über die Bestatteten an. Deshalb führen die Wege hier um Bereiche der alten Nekropole herum, und Duborgs Tore markieren weiterhin den Eingang zu einem Friedhof, der keine Grabsteine mehr hat.
Praktisch vor Ort
Eintritt frei. Die aktuellen Schließzeiten der Tore zum 2026-06-30 sind durch keine offizielle Quelle bestätigt; orientieren Sie sich an den Hinweisschildern vor Ort.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Hier geht der Alltag des Stadtteils weiter, doch das Gelände sollte als Begräbnisstätte behandelt werden: Verlassen Sie die Wege nicht ohne Notwendigkeit und sprechen Sie leise.
