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Schloss Kadriorg

Kadrioru loss ja Kadrioru kunstimuuseum

Diese Station verfolgt, wie die kaiserliche Sommerresidenz leer stand, ihre Ausstattung verlor und zu einem Museum wurde.

20 Min. außen; 60–90 Min. mit Museum
Barockes Schloss Kadriorg mit weiß-rosafarbener Fassade und gepflegten Blumenbeeten
Aulo Aasmaa · CC BY 3.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Pjotrs Monogramm
  • Goldener Buchstabe „E“
  • Steinplatte mit dem Datum des Baubeginns
  • Festsaal

Die Geschichte des Ortes

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Der Garten vor dem Schloss senkt sich zum Meer, und hinter seinen Mauern beginnen Terrassen an der Kalksteinstufe. So ist das gesamte Ensemble angelegt: Das repräsentative Gebäude steht zwischen Garten und Hang, und der Hauptsaal erstreckt sich über zwei Geschosse. Der Name Kadriorg stammt von der alten Bezeichnung Katharinental, dem Tal Katharinas, und ging dann auf den Park und den Stadtteil über. Heute beherbergen die Schlossräume ein Kunstmuseum mit der größten Sammlung alter westeuropäischer und russischer Malerei, Skulptur und angewandter Kunst in Estland.

Im Juli siebzehnhundertachtzehn dauerte der Große Nordische Krieg noch an, als der russische Zar Pjotr I. anordnete, hier eine Sommerresidenz zu bauen. Reval – so hieß Tallinn damals – war acht Jahre zuvor von russischen Truppen besetzt worden. Nun musste der Zar den Erwerb an der Ostsee durch ein Schloss festigen, das unter den europäischen Residenzen als das eigene wirken würde.

Pjotr übertrug den Entwurf dem italienischen Architekten Niccolò Michetti. Er stellte das Gebäude zwischen Meer und Kalksteinstufe so auf, dass sich vor der Fassade ein regelmäßiger Garten hinabzieht und sich hinter dem Schloss Terrassen erheben. Steinmetze brachte man aus Russland; die schweren Arbeiten verrichteten Soldaten der Revaler Garnison und Zwangsarbeiter. Die nach dem Krieg fast entvölkerte Stadt erholte sich noch von den Verwüstungen, während neben ihren bescheidenen Landhäusern ein zweigeschossiger Festsaal errichtet wurde.

Das Ensemble nannte man Katharinental, also Tal Katharinas, zu Ehren von Pjotrs Frau, der künftigen Kaiserin Katharina I. Mit der Zeit passte man den deutschen Namen der estnischen Sprache an: „Kadri“ entspricht dem Namen Katharina, „org“ bedeutet Tal. So ging der Name einer Frau vom Schloss auf den Park und dann auf einen Stadtteil über.

Pjotr und Katharina kamen in die unvollendete Residenz, doch sie hatten keine Zeit mehr, das fertige Schloss zu bewohnen. Im Jahr siebzehnhundertfünfundzwanzig starb Pjotr, die Meister gaben einen Teil seiner Pläne auf, und das Schloss stand lange leer. Vollständig ausgeschmückte Räume bereitete man erst für ihre Tochter, Kaiserin Elizaveta, vor, die im Jahr siebzehnhundertsechsundvierzig hierherkam.

Im Inneren ist diese Familiengeschichte ohne Porträtähnlichkeit festgehalten. Im Festsaal befindet sich über einem Kamin Pjotrs Monogramm, über dem anderen ein goldener Buchstabe „E“ in einem blauen Oval, der Anfangsbuchstabe von Katharinas Namen. Im Vestibül meißelte ein Steinmetz Monat und Jahr des Baubeginns in eine Platte. Katharina erhielt hier kein dauerhaftes Zuhause, doch ihr Name blieb an der Wand und auf der Karte von Tallinn.

Im selben Festsaal hackte man zwei Jahrhunderte später Brennholz. Nach dem Sturz der Monarchie bezog der Rat der Tallinner Arbeiter und Soldaten das Schloss; auf dem Parkett erschienen Spuren von Äxten, und von der früheren Ausstattung blieb fast nichts übrig. Als das Gebäude der Stadt übergeben wurde, musste die junge Republik Estland entscheiden, was mit der leer stehenden kaiserlichen Residenz geschehen sollte.

Als Erster brachte August Weizenberg Kunst hierher – der erste professionelle estnische Bildhauer. Er kehrte in seine Heimat zurück, um hier seine letzten Jahre zu verbringen, erhielt Räume im Meeresflügel und stellte im Schloss seine Figuren auf, darunter auch solche, die die Stadt bereits erworben hatte. Ein Kunstmuseum gab es damals noch nicht im Gebäude: Weizenbergs Werke zogen vor der Institution hier ein.

Im Jahr neunzehnhunderteinundzwanzig übergab man das Schloss dem Estnischen Museum Tallinn. Im September eröffnete hier die erste Ausstellung, und im November starb Weizenberg. Sechs Jahre nach der Renovierung standen seine Skulpturen im Vestibül; daneben zeigte man alte europäische Malerei, Werke der Baltendeutschen und zeitgenössischer estnischer Künstler.

Heute beherbergt das Schloss das Kunstmuseum Kadriorg – eine Abteilung des Estnischen Kunstmuseums mit der größten Sammlung alter westeuropäischer und russischer Malerei, Skulptur und angewandter Kunst im Land. Estnische Kunst wird nun getrennt im Kumu gezeigt, und hier beginnen die Museumsräume mit dem goldenen Buchstaben des Namens der Frau, für die das Sommerhaus gebaut wurde und die nie darin wohnte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min. außen; 60–90 Min. mit Museum
Nächster PunktObergarten
Eintrittaußen / mit Ticket innen

Museum: Mai–September Montag–Dienstag und Donnerstag–Sonntag 10:00–18:00, Mittwoch 10:00–20:00; Oktober–April Montag geschlossen. Erwachsenenticket — 15 Euro.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Fassaden und die Verbindung des Schlosses mit dem Park lassen sich ohne Eintritt erschließen. Für die Besichtigung der Innenräume und der Museumssammlung planen Sie einen separaten Besuch ein.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie hinter das Schloss und steigen Sie zum Blumengarten hinauf.

Stopp 2 von 7Weiter: Obergarten

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Kadriorg: Schlösser, Gärten und Kunst“ — 7 Stopps, ca. 2,6 km, 2–3 Std..

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