Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zwei Palastpavillons
- Rote Säulen des Nationaltheaters
- Bühnen in gegenüberliegenden Gebäuden
- Orgelpfeifen der Nationalen Konzerthalle
Die Geschichte des Ortes
Zwei Palastpavillons stehen einander gegenüber, und die roten Säulen des Theaters markieren den Eingang zu einem von ihnen. Sie wurden als Teil des Gedenkkomplexes auf einem Grundstück errichtet, auf dem sich zuvor militärische Einrichtungen befanden und das später zu einem Geschäftszentrum werden sollte. Hinter dem traditionellen Erscheinungsbild verbirgt sich moderne Technik: In einem Gebäude finden Theater, Oper und Tanz statt, das andere ist für Orchester- und Kammermusik ausgelegt. Hinter der Bühne der Nationalen Konzerthalle ist eine eigens für sie angefertigte mechanische Orgel mit viertausendeinhundertzweiundsiebzig Pfeifen befestigt.
Am einunddreißigsten Oktober neunzehnhundertsiebenundachtzig wurden die Seitentüren der Bühnen in den beiden Gebäuden gleichzeitig aufgerissen. In jedem Saal schlug man dreimal einen Gong. Im Nationaltheater sang Gu Zhengqiu die Hauptrolle – ein Star der Pekingoper, die nach vierunddreißig Jahren außerhalb ihres Berufs auf die große Bühne zurückkehren sollte.
Im Jahr neunzehnhundertachtundvierzig kam sie im Alter von zwanzig Jahren nach Taipeh. Ihre eigene Truppe war aus Shanghai für zwei Monate mit Aufführungen im Yongle-Theater eingeladen worden. Die Vorstellungen verkauften sich gut, der Vertrag wurde verlängert, und dann schnitt der Bürgerkrieg den Künstlern den Weg zurück ab. Dutzende Schauspieler und ihre Angehörigen ließen sich direkt im Theatergebäude nieder. Als der frühere Mieter die Spielstätte aufgab, vereinbarte Gu Zhengqiu mit dem Eigentümer eine Teilung der Einnahmen und spielte weiter: Fast fünf Jahre lang bezahlten die Eintrittskarten Essen und Unterkunft der gesamten Truppe.
Im Jahr neunzehnhundertdreiundfünfzig heiratete sie, löste das Ensemble auf und verließ die professionelle Bühne. Die Schauspieler gingen zu anderen Truppen und unterrichteten die nächste Generation von Darstellern. Gu selbst trat nur noch bei seltenen Wohltätigkeits- und Festaufführungen auf.
Zur Eröffnung des Nationaltheaters luden die Organisatoren gerade sie ein. Gu Zhengqiu spielte Cai Wenji in der Inszenierung „Wenjis neue Rückkehr zu den Han“. Die Heldin des Stücks wird nach langer Trennung von den Xiongnu freigekauft und in ihre Heimat zurückgebracht, muss dafür jedoch ihre Kinder zurücklassen. Am selben Abend wurde im gegenüberliegenden Gebäude, der Nationalen Konzerthalle, eine chorische symphonische Dichtung aufgeführt. Die beiden gleichzeitigen Aufführungen erklärten die Bestimmung des Paars besser als jede Tafel: Die eine Bühne war für Theater, Oper und Tanz bestimmt, die andere für Orchester- und Kammermusik.
Beide Säle errichtete man als zweiten Teil des Gedenkkomplexes. Zuvor hatten sich hier militärische Einrichtungen befunden, später sollte das Grundstück in ein Geschäftszentrum verwandelt werden. Nach dem Tod von Chiang Kai-shek änderte man den Plan und errichtete für die künftigen Aufführungen zwei palastartig aussehende Pavillons mit moderner Bühnen- und Akustikausstattung. In der Konzerthalle installierte man eine eigens für sie angefertigte mechanische Orgel; ihre viertausendeinhundertzweiundsiebzig Pfeifen sind bis heute hinter der Bühne befestigt.
Die Eröffnung brachte Gu Zhengqiu nicht zu täglichen Auftritten zurück. Im selben Jahr erhielt sie für ihren besonderen Beitrag den Nationalen Kunstpreis, später nahm sie zehn Opern für das Fernsehen auf und bewahrte ihre Rollen auf Musikalben. Das alte Yongle-Theater, in dem ihre Aufführungen die in Taipeh festgehaltene Truppe ernährten, ist abgerissen. Der große Saal, für den sie noch einmal auf die Bühne trat, liegt hinter den roten Säulen des Nationaltheaters.
Praktisch vor Ort
Besucherservices und offene Bereiche des Kulturzentrums sind gewöhnlich täglich von 12:00—20:00 angegeben; der Zugang zu den Sälen hängt von Veranstaltungen und Eintrittskarten ab. Der Platz rundherum funktioniert als Teil des Gedenkparks.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Von außen ist die staatliche Inszenierung des Ensembles gut erkennbar. Die Orgel und die Anlage der Säle sind nur bei einem gesonderten Eintritt zugänglich; rechnen Sie nicht damit, sie bei einer gewöhnlichen Besichtigung des Platzes zu sehen.
