Stopp 6 von 8

Steintreppe und Sonnenuhr

Депальдовская лестница

Der Abstieg verbindet die Kaufmannsgeografie der Stadt mit der Verteidigung der Meeresküste.

20 Min.
Die lange Achse der Steintreppe, die zur Bucht hinunterführt.
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Worauf achten

  • Granitstufen
  • Dreizehn Podeste
  • Marmornes Zifferblatt
  • Metall-Gnomon

Die Geschichte des Ortes

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Dreizehn Podeste gliedern den steilen Abstieg zwischen Oberstadt und Ufer; seine Stufen sind heute aus Granit, obwohl sie zunächst aus örtlichem Kalkstein gehauen wurden. Unten standen einst Hafenspeicher und Schiffe, oben begann die Griechische Straße; deshalb nutzten den Durchgang diejenigen, die vom Anleger in die Stadt hinaufsteigen oder zum Handel hinuntergehen mussten. Auf dem oberen Podest liegt ein marmornes Zifferblatt, und ein Metall-Dreieck wirft statt eines Zeigers einen Schatten. Einst verglich man anhand dieser Skala die örtliche Sonnenzeit, doch nach den Reparaturen ging die Genauigkeit der Uhr verloren.

Gerasim Depaldo sah die Treppe nicht, die seinen Namen erhielt. Ende des Jahres achtzehnhundertzweiundzwanzig verfügte der vierunddreißigjährige Kaufmann aus Taganrog in seinem Testament, fünfzehntausend Rubel bereitzustellen, um einen „Abstieg zur Börse“ zu bauen. Als Börse bezeichnete man damals den Ort, an dem Kaufleute Geschäfte abschlossen. Nahe dem Ufer standen Warenlager, während die Häuser der Händler oben in der Griechischen Straße lagen. Depaldo lebte vom Handel über diesen Hafen und hinterließ einen Teil des verdienten Kapitals für einen Weg zwischen den beiden Ebenen der Stadt.

Einige Wochen später starb der Kaufmann. Die Bauleute vollendeten den Abstieg noch im selben Jahr achtzehnhundertdreiundzwanzig: dreizehn Podeste, einhundertzweiundvierzig Stufen aus örtlichem Kalkstein. Über sie gelangte man zur Börse, zu Speichern und Schiffen. Vor der Revolution nannte man die Treppe Depaldo-Treppe – der Familienname erinnerte daran, wessen Geld zu einem öffentlichen Durchgang geworden war.

Zehn Jahre später stellte man auf dem oberen Podest die Sonnenuhr auf, die älteste noch funktionierende in Russland. Das Metall-Dreieck auf der Marmorplatte heißt Gnomon; als Zeiger dient der Rand seines Schattens. Die Skala zeigte die örtliche Sonnenzeit an, und Korrekturen für die verschiedenen Monate ermöglichten den Vergleich mit mechanischen Uhren. Bei späteren Reparaturen ersetzte man den Gnomon mehrmals, weshalb die frühere Genauigkeit verloren ging.

Im Jahr achtzehnhundertfünfundfünfzig stand die Uhr hier bereits seit zweiundzwanzig Jahren. Während des Krimkriegs fuhren britische und französische Schiffe in das Asowsche Meer, um Vorräte zu zerstören, mit denen die russische Armee versorgt wurde. Unten lagen Getreide, Holz und Teer; nach oben führte ein fertiger Weg. Der Handelsabstieg erwies sich als bequemer Weg für eine Landungstruppe.

Am zweiundzwanzigsten Mai nach dem damaligen russischen Kalender forderten die Befehlshaber des Geschwaders, Taganrog zu übergeben und die Verteidiger aus der Stadt abzuziehen. Der für die Verteidigung zuständige Militärgouverneur Jegor Tolstoi lehnte ab. Nach einem Artilleriebeschuss landeten englische Matrosen am Ufer und rückten die Depaldo-Treppe hinauf. Der Kommandeur einer Kosakenhundertschaft, Jermolow, ließ seine Leute absitzen und sperrte den Aufstieg mit Gewehrfeuer. Die Landungstruppe erreichte die Griechische Straße nicht.

An anderen Abschnitten des Ufers gelang es den Verbündeten, Lager mit Getreide, Holz und Teer, mehrere Schiffe und staatliche Gebäude in Brand zu setzen. Am nächsten Tag fuhr das Geschwader in Richtung Mariupol ab. Tolstoi übergab die Stadt nicht, die Kosaken hielten den oberen Teil der Treppe, und die Matrosen erfüllten einen Teil ihrer Aufgabe am Ufer und kehrten ohne die Einnahme Taganrogs auf ihre Schiffe zurück.

Von jenem Gefecht sind keine Spuren auf den Stufen erhalten: Den alten Kalkstein ersetzte man bei einer Reparatur durch Granit. Geblieben ist der Durchgang selbst, um den gekämpft wurde – ein gerader Aufstieg von den ehemaligen Hafenlagern zur Griechischen Straße. Sein oberer Punkt wird weiterhin durch das marmorne Zifferblatt markiert.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktPuschkin-Uferpromenade und Hafenhorizont
Eintrittfrei zugänglich

Öffentlicher Stadtraum ohne Ticketregelung; der tatsächliche Zugang kann durch Reinigungsarbeiten, Eis oder Reparaturen vorübergehend eingeschränkt sein.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Schauen Sie sich zuerst die Uhr und den Blick von oben an; steigen Sie nur bei geeignetem Zustand der Stufen und ausreichender eigener Sicherheit hinunter.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Steigen Sie in die Unterstadt hinab und gehen Sie zur Promenade am Hafen.

Stopp 6 von 8Weiter: Puschkin-Uferpromenade und Hafenhorizont

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Taganrog: Tschechow, Altstadt und Hafen“ — 8 Stopps, etwa 4,9 km, 4–5 Std. mit vier Museumsinterieurs; 2 Std. 45 Min. im Freien.

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