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Susdaler Kreml

Суздальский кремль и Богородице-Рождественский собор

Hier erfahren Sie, wie der Bischofshof einen Familienstreit vor einer erneuten Schlacht bewahrte.

35 Min.
Mariä-Geburts-Kathedrale im Susdaler Kreml mit blauen sternenbesetzten Kuppeln.
Vsatinet · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Untere weiße Steinmauern der Kathedrale
  • Westliches Goldenes Tor
  • Bischofskammern

Die Geschichte des Ortes

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Der Susdaler Kreml nimmt eine Uferterrasse in einer Schleife der Kamenka ein. Sein heutiger Umriss folgt der Linie der Befestigungen aus dem elften Jahrhundert: An der verwundbaren Ostseite errichtete man besonders starke Holz-Erde-Befestigungen und grub einen tiefen Graben.

Am siebten September eintausendzweihundertneunundzwanzig kamen im Susdaler Kreml Fürsten zusammen, die bereit waren, einen Familienstreit erneut mit ihren Druschinen zu entscheiden. Kreml nannte man damals den befestigten Teil der Stadt: Hier standen der Fürstenhof und der Bischofshof, und zwischen ihnen die wichtigste Kathedrale der Stadt.

Der Großfürst Juri Wsewolodowitsch wollte seinen Vorrang unter den Verwandten bewahren. Sein jüngerer Bruder Jaroslaw versuchte, die Herrschaft über Nowgorod zurückzuerlangen, aus dem man ihn wieder einmal vertrieben hatte. Ein Fürstensitz bedeutete eine Stadt und Ländereien, aus denen der Fürst Einkommen bezog und eine Druschina rekrutierte. In Nowgorod genügte eine Abstammung allein nicht: Die Bürger konnten einen Fürsten einladen und ihm dann den Weg weisen. Jaroslaw vermutete, dass Juri seinem Rivalen half, und zog drei Neffen auf seine Seite.

Der Verdacht war gefährlich. Dreizehn Jahre zuvor hatte der Streit der Brüder um das Erbe bereits in einer Schlacht geendet. Juri erlitt eine Niederlage und verlor den Vorrangsitz; zurückerlangen konnte er ihn erst nach dem Tod eines anderen Bruders. Nun standen neben Jaroslaw die Söhne ebenjenes früheren Gegners. Für Juri sah die familiäre Koalition wie der Beginn eines erneuten Bruderkriegs aus.

Er berief die Verwandten nach Susdal. Gastgeber des Treffens war Bischof Mitrofan, das Oberhaupt der örtlichen Eparchie und ein Vermittler, der auf Versöhnung hinarbeitete. Das Gespräch fand auf seinem Hof bei der Kathedrale statt. In welcher hölzernen Kammer die Fürsten genau saßen, berichtet die Chronik nicht; die damaligen Bischofsgebäude sind nicht erhalten, und die heutigen Bischofskammern entstanden viel später.

Der Chronist hielt die Reden nicht fest, nannte aber das Ergebnis genau: Die Fürsten beseitigten zwischen sich den „Unfrieden“, erkannten Juri als Älteren an – als „Vater und Herrn“, tauschten Geschenke aus und reisten in ihre eigenen Länder zurück. Jaroslaw ließ die Anschuldigung fallen, die Neffen schieden aus der Koalition aus, und es kam zu keiner neuen Schlacht zwischen den Verwandten.

Am nächsten Tag feierten sie gemeinsam mit Mitrofan Mariä Geburt – das Kirchenfest der Geburt Marias, der Mutter Jesu Christi. Für den Bischofshof war dieses Datum das eigene Fest: Vier Jahre zuvor hatte Juri hier eine neue Kirche aus weißem Stein vollendet, und der Bischof weihte sie gerade zu Ehren von Mariä Geburt. Daher der vollständige Name: Mariä-Geburts-Kathedrale. Das Fest, das der Kathedrale den Namen gab, wurde auch zum Datum des Fürstenfriedens.

Während Mitrofans Bischofszeit fertigte man für die Kathedrale das westliche Goldene Tor an – kupferne Türen mit in Gold aufgetragenen Bildern. Kunsthistoriker bringen ihr Programm vorsichtig mit jener Versöhnung in Verbindung. Unter den Heiligen an den Toren befinden sich Georg, der himmlische Patron Juris, der auf diesen Namen getauft wurde, Feodor, der Patron Jaroslaws, der bei der Taufe den Namen Feodor trug, sowie Wassili, Wsewolod und Wladimir – die Namensvetter der drei Fürstenneffen. Das ist eine wissenschaftliche Hypothese, kein Schriftzug über das Treffen: Die Türen selbst erklären nicht, warum gerade diese Heiligen ausgewählt wurden.

Der hölzerne Hof, auf dem die Fürsten verhandelten, ist verschwunden. Von der Kathedrale jener Zeit sind die unteren weißen Steinmauern und das Goldene Tor erhalten. Heute wird die Kathedrale gemeinsam von Museum und Kirche genutzt: Den Besuchern zeigt man die mittelalterlichen Türen, und an großen Feiertagen werden hier Gottesdienste gefeiert. Der Name der Kathedrale nennt weiterhin ebenjenes Fest, nach dem Juri, Jaroslaw und ihre Neffen Susdal ohne Krieg verließen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort35 Min.
Nächster PunktKremlwälle
Eintrittmit Ticket

Das Kremlgelände täglich 09:00–20:00; Kathedrale und Ausstellungen 09:00–19:00. Nach dem veröffentlichten technischen Zeitplan schließt der Komplex an jedem dritten Dienstag des Monats ab 14:00; die Öffnungszeiten sollten am Besuchstag überprüft werden.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Beginnen Sie mit der Außenbesichtigung: Die wichtigste Baunaht ist ohne Eintritt sichtbar. Falls die Kathedrale zugänglich ist, betrachten Sie am Goldenen Tor die Szenen der Reihe nach und berühren Sie die Oberfläche nicht.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie von der Kathedrale zum östlichen Rand des Kremls und steigen Sie auf den grasbewachsenen Erdwall.

Stopp 1 von 7Weiter: Kremlwälle

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Susdal: vom Kreml zu den Klostermauern“ — 7 Stopps, 4,7 km, 4 Std. 45 Min..

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