Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Der grasbewachsene Kamm des Walls
- Der Graben auf der Ostseite
- Die Durchgänge durch den Wall
Die Geschichte des Ortes
Die Kremlwälle wurden zur neuen Verteidigungsgrenze von Susdal: Bei ihrem Bau im elften Jahrhundert ebnete man die Befestigungen einer kleinen vorspringenden Siedlung im nordwestlichen Teil des heutigen Susdaler Kremls ein, und an der Oberfläche blieben von ihnen keine Spuren zurück. Schon gegen Ende desselben Jahrhunderts kämpften russische Fürsten um Susdal.
Die Kremlwälle sind ein Erdkamm, auf dem eine hölzerne Mauer stand. Im Winter an der Wende von eintausendsechsundneunzig zu eintausendsiebenundneunzig befahl der Tschernihiwer Fürst Oleg Swjatoslawitsch, Susdal niederzubrennen, das er selbst kurz zuvor eingenommen hatte.
Oleg strebte nach den nordöstlichen Besitzungen Wladimir Monomachs. Zuerst besiegte er bei Murom Monomachs Sohn Isjaslaw, nahm Rostow und Susdal ein, setzte hier seine Statthalter ein und begann, Tribut einzuziehen. Aus Nowgorod zog ihm Mstislaw entgegen, ein weiterer Sohn Monomachs. Nach dem Tod seines Bruders sollte er die Ländereien der Familie zurückgewinnen.
Oleg begriff, dass er Susdal nicht halten konnte. Beim Abzug ließ er die Stadt in Brand setzen. Der Chronist vermerkte das Ausmaß der Verwüstung anhand einer einzigen Ausnahme: Jenseits der Kamenka blieben der Klosterhof des Petscherski-Klosters und die hölzerne Kirche des heiligen Dimitri erhalten. Alles andere, was in der Chronik verzeichnet wurde, ging zugrunde. Mstislaw holte Oleg unweit von Susdal ein und schlug sein Heer. Oleg floh zunächst nach Murom, dann nach Rjasan und verlor das eingenommene Rostow und Susdal.
Die Anlage eines vollständigen Befestigungsrings entlang des heutigen Umfangs bringen Archäologen gewöhnlich mit dem Wiederaufbau der Stadt unter Wladimir Monomach an der Wende vom elften zum zwölften Jahrhundert in Verbindung. Die Bauphasen lassen sich bislang nicht genauer trennen: Die Wälle wurden nur an einigen kleinen Abschnitten untersucht. Etwas anderes ist bekannt: Den Unterbau der Befestigungen erneuerte man seit dem elften Jahrhundert vielfach, verlegte ihn jedoch nicht.
Der Erdkamm diente einer hölzernen Mauer als Grundlage. Auf ihm standen Blockhäuser und Türme, durch die Tore führten Straßen. Die Flussschleife der Kamenka deckte die Festung von der Flussseite her, und im Osten, von wo aus man sich der Stadt über Land nähern konnte, schütteten Menschen den mächtigsten Wall auf und gruben davor einen tiefen Graben. Innerhalb dieses Umrisses lagen der Fürstenhof und der Bischofshof, die Kathedrale und die Häuser der Stadtbewohner – genau sie wollte man hinter der Mauer bewahren, und genau sie weihte Oleg beim Rückzug dem Feuer.
Die hölzernen Befestigungen wurden noch mehrere Jahrhunderte lang erneuert. Nach dem großen Brand von eintausendsiebenhundertneunzehn baute man keine Mauern und Türme mehr. Den Kamm trug man ab und machte ihn zu einem Ort für Spaziergänge. Wo Straßen heute den grasbewachsenen Wall unterbrechen, standen früher Durchfahrtstürme: Von den Toren ist kein einziger Balken erhalten, nur die Durchgänge durch den Wall blieben bestehen.
Praktisch vor Ort
Offenes Stadtgelände ohne Kasse und feste Öffnungszeiten; sicherer ist es, den Kamm nur bei Tageslicht und trockenem Untergrund zu begehen.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Steigen Sie nach Regen nur über einen sicheren Weg hinauf und gehen Sie nicht nahe an den Rand des Hangs. Für die Erzählung genügt es, einen festen Punkt mit Blick auf die Walllinie zu wählen.
