Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Eiserne Tore der Brücke
- Polizeischilder mit Verboten
- Wappen über den Eingängen
- Fassade des Fullerton Building
Die Geschichte des Ortes
Die Mündung des Singapore River trennte lange zwei Arbeitsufer: das Empress Place Building im Norden und die Büros der Handelshäuser im Süden. Die Verbindung zwischen ihnen bestand darin, Bootsführer zu bezahlen oder gegen Gebühr durch das Drehkreuz einer provisorischen Überquerung zu gehen. Die dauerhafte eiserne Spannweite wurde aus Teilen zusammengesetzt, die aus Glasgow gebracht worden waren, und beim Bau arbeiteten indische Gefangene, deren Namen die Dokumente nicht erhalten haben. An den eisernen Toren blieben Wappen erhalten, und das südliche Ende führt zum Fullerton Building, wo eine Festung zum Schutz des Hafens dem General Post Office wich.
An beiden Enden der Brücke ist eine Anordnung des Polizeichefs erhalten: Vieh und Pferde dürfen hier nicht hinübergeführt werden, und ein beladener Wagen darf nicht mehr als drei englische Zentner wiegen – ungefähr einhundertzweiundfünfzig Kilogramm. Ein ausgewachsener Bulle würde diese Grenze bereits überschreiten. Die Schilder blieben von einer Wendung der Geschichte zurück, in der die neue Brücke sehr schnell zu schwach für die Stadt wurde, die ihren Bau verlangt hatte.
Bis in die sechziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts gab es unmittelbar an der Mündung des Singapore River keine dauerhafte Überquerung. Am Nordufer befand sich das Empress Place Building, am Südufer der Raffles Place, der heutige Raffles Place, mit den Büros der Handelshäuser. Zwischen Beamten und Kaufleuten lag der Fluss: Man musste einen Bootsführer bezahlen oder über eine provisorische Fußgängerbrücke mit Drehkreuz und Durchgangsgebühr gehen. Die Beschwerden über diese Überquerung hielten jahrzehntelang an.
Im Jahr achtzehnhundertsiebenundsechzig bestellte die Kolonialverwaltung eine eiserne Brücke. Eine Firma aus Glasgow fertigte ihre Teile an und belastete sie vor dem Versand mit dem Vierfachen des Gewichts der Konstruktion selbst. In Singapur wurden die Abschnitte von indischen Gefangenen montiert. Nach der Montage ließ man Madras-Sepoys – indische Soldaten der Kolonialarmee – mehrmals über den Belag marschieren: Ihre Formation diente als Prüflast.
Für die Gefangenen war der Zusammenbau Teil der Strafe. Die Briten brachten Verurteilte aus Indien nach Singapur und teilten sie in Kategorien ein: Einige arbeiteten in Ketten, andere kamen nach einer Bewährungszeit zu öffentlichen Bauarbeiten, und die Vertrauenswürdigsten konnten eine Bescheinigung für einen freien Aufenthalt erhalten. Die Brücke wurde zu einer der letzten großen Arbeiten dieses Systems. Die Überführung neuer Gefangener wurde eingestellt, als Singapur im Jahr achtzehnhundertsiebenundsechzig der Unterstellung unter Britisch-Indien entzogen wurde. Weitere sechs Jahre lang arbeiteten Sträflingskolonnen weiter; dann schickte man die letzten Gefangenen nach Indien und auf die Andamanen, während den Inhabern von Bescheinigungen der höchsten Kategorie erlaubt wurde, als freie Menschen zu bleiben. Die Namen derjenigen, die die Brücke montierten, sind in den Dokumenten nicht erhalten.
Auch der Name Cavenagh kam nicht sofort auf. Der Gouverneur Harry St. George Ord, unter dem der Bau vollendet wurde, wollte die Überquerung nach dem Duke of Edinburgh benennen, der die Kolonie besuchte. Mitglieder des Legislativrats überzeugten ihn, den Namen seines Vorgängers William Orfeur Cavenagh zu wählen. Cavenagh regierte die Straits Settlements – die vereinigten britischen Besitzungen Singapur, Penang und Malakka – von achtzehnhundertneunundfünfzig bis achtzehnhundertsiebenundsechzig und war der letzte Gouverneur, der über Britisch-Indien ernannt worden war. Cavenaghs Wappen brachte man über den Eingängen der Brücke an; es war ein Dank an den scheidenden Verwalter und keine Erinnerung an seine Arbeit an der Überquerung selbst.
Über die Brücke gingen Fußgänger, Rikschas, Wagen und sogar eine Straßenbahn. Sie wurde so niedrig gebaut, dass große Boote bei Flut warten mussten, bis das Wasser sank. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wuchs auch der Verkehr auf dem Belag. Im Jahr neunzehnhundertzehn eröffnete daneben die stärkere Anderson Bridge, der schwere Verkehr wurde dorthin verlegt, und die Cavenagh Bridge blieb den Fußgängern. Polizeischilder mit dem Verbot für Pferde, Vieh und schwere Wagen stehen bis heute an den eisernen Toren.
Das südliche Ende der Brücke führt direkt zum Fullerton Building. Robert Fullerton war der erste Gouverneur der Straits Settlements, doch das heutige Gebäude entstand fast ein Jahrhundert nach seiner Amtszeit. Sein Name gelangte über ein verschwundenes Bauwerk hierher: An der Flussmündung stand Fort Fullerton, das nach dem Gouverneur benannt war und dem Schutz des Hafens und der Handelsschiffe dienen sollte.
Die Kaufleute, deren Lagerhäuser sich dicht am Fluss drängten, sahen im Fort eine andere Gefahr. Im Falle eines Angriffs konnte die Artilleriestellung die benachbarten Lagerhäuser in Ziele verwandeln. Nach ihren Eingaben beschloss die Kolonialverwaltung, die Befestigung zu beseitigen. Bis zum Jahr achtzehnhundertdreiundsiebzig wurde das Fort abgerissen, und an seiner Stelle errichtete man das General Post Office – nun für die Kaufleute nützlich: Briefe und Dokumente mussten nicht mehr vom anderen Ufer herübergebracht werden.
Das heutige Gebäude eröffnete Gouverneur Hugh Clifford im Jahr neunzehnhundertachtundzwanzig. Er nannte es Fullerton Building zur Erinnerung an das abgerissene Fort und an Robert Fullerton. Im Erdgeschoss arbeitete das General Post Office; Säcke von den Schiffen wurden durch einen unterirdischen Tunnel vom Kai geliefert und umgingen so das überlastete Ufer. Heute befindet sich im Inneren ein Hotel. Den Postsaal und das Fort gibt es hier nicht mehr, doch auf der Landzunge am Fluss blieb ihr gemeinsamer Name erhalten: Fullerton Building.
Praktisch vor Ort
Die Brücke und das Ufer sind üblicherweise als offene Fußgängerinfrastruktur zugänglich. Einschränkungen sind bei großen städtischen Veranstaltungen, Proben und Sperrungen an der Bucht möglich.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Brücke am besten zuerst von der Seite und gehen Sie dann zu Fuß hinüber, ohne den Strom für ein Foto aufzuhalten. Das Fullerton Building wird heute anders genutzt, daher setzt die Erzählung keine freie Besichtigung seiner historischen Diensträume voraus.
