Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zwei symmetrische Gebäude
- Uhrturm
- Fassade des Theaters
- Fassade des Konzertsaals
Die Geschichte des Ortes
Am Uhrturm treffen zwei fast gleiche Fassaden aufeinander, obwohl die Gebäude auf beiden Seiten für unterschiedliche städtische Zwecke errichtet wurden. Ein Gebäudeteil entstand als öffentliche Gedächtnishalle für Königin Victoria; die Mittel dafür kamen von Einwohnern, der Kolonialverwaltung und der Stadtverwaltung. Im Nachbargebäude befand sich die City Hall, die später für eine Theaterbühne umgebaut und mit derselben Fassade versehen wurde. Anschließend baute man zwischen den Gebäuden den Turm, der zwei selbstständige Bauten zum Victoria-Komplex verband.
Die beiden symmetrischen Gebäude vor Ihnen entstanden zu unterschiedlichen Zeiten. In einem finden Theateraufführungen statt, im anderen Konzerte und Kammerprogramme des Singapore Symphony Orchestra. Das Theatergebäude begann als City Hall und wurde im Jahr tausendachthundertzweiundsechzig fertiggestellt.
Der Name „Victoria“ kam nach dem Tod der britischen Königin Victoria auf, während deren Herrschaft Singapur eine britische Kolonie blieb. Der Gouverneur Frank Swettenham schlug vor, zu ihrem Gedenken eine öffentliche Halle zu errichten. Die Einwohner steuerten einhundertneunundzwanzigtausend lokale Dollar bei, weitere je einhunderttausend kamen von der Kolonialverwaltung und der Stadtverwaltung. Die Gedächtnishalle wurde im Jahr neunzehnhundertfünf eröffnet. Anschließend baute man die alte City Hall zu einem Theater mit derselben Fassade um und errichtete zwischen den Gebäuden einen Uhrturm. Der heutige Konzertsaal ist die ehemalige Gedächtnishalle für Königin Victoria.
Doch das Ereignis, das nur hier stattfinden konnte, hängt mit einer weiteren Eröffnung des Theaters zusammen. Im Jahr neunzehnhundertachtundfünfzig beschloss der Stadtrat nach einer umfassenden Renovierung, für einen Festabend ein eigenes Lied in Auftrag zu geben. Sein Thema wurde das städtische Motto „Majulah Singapura“ – „Vorwärts, Singapur“.
Den Auftrag erhielt Zubir Said, Komponist des Filmstudios Cathay-Keris. Seinen Lebensunterhalt verdiente er mit Musik für malaiische Filme; für dieses Lied erhielt er kein Honorar. Die Melodie schrieb Zubir schnell, mit dem Text rang er länger. Benötigt wurde ein malaiischer Text, der Menschen aus verschiedenen Gemeinschaften verständlich war und keine seltenen oder allzu buchsprachlichen Ausdrücke enthielt. Er fragte einen Bekannten um Rat und ließ die Sprache zusätzlich von einem Fachmann prüfen.
Am sechsten September neunzehnhundertachtundfünfzig führten Chor und Orchester des Singapore Chamber Ensemble „Majulah Singapura“ erstmals auf der Bühne des renovierten Victoria Theatre and Concert Hall auf. Das Lied war für städtische Zeremonien bestimmt, doch ein Jahr später nahm sein Schicksal eine andere Wendung. Singapur erhielt Selbstverwaltung, und der stellvertretende Premierminister Toh Chin Chye, der für die neuen Staatssymbole zuständig war, suchte eine kurze Hymne auf Malaiisch. Er wählte Zubirs Lied, bat jedoch darum, es zu kürzen.
Jemand hatte die Partitur ohne Zustimmung des Komponisten gekürzt. Zubir sah die veränderte Fassung auf einer an Schulen verschickten Karte und schrieb am vierzehnten Oktober neunzehnhundertneunundfünfzig dem Außenminister, die Kürzung verderbe die Komposition seiner Ansicht nach. Am selben Tag sollte die Legislative Assembly diese Fassung verabschieden, doch die Abstimmung wurde abgesagt – möglicherweise gerade nach Zubirs Brief. Der Komponist selbst strich acht Takte, und am elften November nahm man seine Fassung an. Am dritten Dezember wurde das Lied zur Hymne des selbstverwalteten Singapur und nach der Unabhängigkeitserklärung im Jahr neunzehnhundertfünfundsechzig zur Nationalhymne des Landes.
Heute wird die gekürzte Fassung aufgeführt. Die erste Fassung, die im Theatergebäude vor Ihnen erklang, war um acht Takte länger.
Praktisch vor Ort
Betrachten Sie diese Station als Außenstation. Der Platz und die Zugänge sind als Stadtraum zugänglich; der Eintritt ins Innere hängt vom Programm der Aufführungen und Veranstaltungen ab.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Besichtigung der Fassaden erfordert keinen Eintritt. Die Innenräume dienen als aktive Kulturstätte; daher hängt der Zugang ins Innere vom Programm und von einzelnen Eintrittskarten ab.
