Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Haus Nr. 37
- Reihe von Schaufenstern
- Straßenschild
- Gopuram des Sri Mariamman Temple
Die Geschichte des Ortes
Der offizielle Name der Pagoda Street entstand durch den Turm des Sri Mariamman Temple. Den chinesischen Bewohnern erinnerte der Gopuram – der Torturm eines südindischen Tempels – an eine Pagode. Im Kantonesischen hatte diese Straße jedoch einen anderen Namen: Kwong Hup Yuen Kai, die Straße der Firma Kwong Hup Yuen.
Ihr Büro befand sich, wie angenommen wird, im Haus siebenunddreißig. Kwong Hup Yuen handelte mit der Arbeitskraft chinesischer Migranten und war eines der größten Unternehmen dieser Art in Singapur. Mittellosen Menschen aus den südlichen Provinzen Chinas bezahlten Vermittler die Schiffsfahrkarte, Verpflegung und Unterkunft. Deshalb ging ein Mensch bereits als Schuldner an Land. Man nannte ihn Kuli – einen angeworbenen Hilfsarbeiter –, obwohl er seinen Arbeitgeber häufig nicht wählen konnte.
Kwong Hup Yuen hielt die angekommenen Männer in einem Haus an der Pagoda Street fest, bis ein Auftragnehmer von einer Plantage oder einem Bergwerk zustimmte, sie mitsamt ihrer Schuld zu übernehmen. Kräftige Arbeiter wurden höher geschätzt; Kranke und Geschwächte konnte man ohne Hilfe zurücklassen. Die Vermittler selbst nannten die Migranten „zhuzai“ – „Ferkel“. Dieses Wort beschrieb auch die Art des Geschäfts: Menschen wurden danach bewertet, wie viel schwere Arbeit man aus ihnen herausholen konnte.
Bis zum Jahr neunzehnhunderteins arbeiteten in dieser kurzen Straße zwölf Büros und Wohnheime für Kulis. Jede dieser Einrichtungen durfte bis zu zweihundert Menschen unterbringen, doch die festgelegte Grenze wurde ständig überschritten. Die Männer teilten hölzerne Schlafpritschen; Wasser und Toiletten reichten nicht aus. Danach holte ein Auftragnehmer sie auf eine Baustelle, in den Hafen, in ein Bergwerk oder auf eine Plantage. Dort arbeiteten sie die Kosten für Reise und Unterhalt ab, und der Vermittler erhielt Geld für den jeweils neu angeworbenen Schuldner.
Im Jahr neunzehnhundertvierzehn schaffte die britische Verwaltung die Schuldknechtschaft bei der Anwerbung ab, und der Handel mit Kulis ging zurück. Die ehemaligen Büros dienten noch als günstige Wohnheime, und bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts eröffneten in den Häusern Schneider- und Textilgeschäfte. Später wurden im Haus siebenunddreißig Fahrräder verkauft.
Heute ist die Pagoda Street zu einem Fußgänger-Einkaufsgang von der Metro zur South Bridge Road geworden. Auf dem Straßenschild blieb der Name des Tempelturms erhalten. In der Reihe der Schaufenster steht noch das Haus siebenunddreißig, und im alten kantonesischen Namen der Straßenname der Firma, die hier die angekommenen Schuldner festhielt.
Praktisch vor Ort
Die Fußgängerstraße ist rund um die Uhr zugänglich; Geschäfte und Museen haben ihre eigenen Öffnungszeiten.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Den größten Teil der Vergangenheit muss man hier von außen lesen; versuchen Sie nicht, Räume zu betreten, die nicht für Besucher geöffnet sind.
