Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Erhaltene Schultore
- Restaurantfassade hinter den Toren
Die Geschichte des Ortes
Zwischen den Bürofassaden der Amoy Street stehen alte Tore, die in die Fassade eines Restaurants eingebaut sind. Dahinter versammelten sich einst täglich etwa hundert Jungen, obwohl sie von nur zwei Lehrern unterrichtet wurden. Die Erfolge bei den jährlichen Prüfungen wurden von chinesischen Zeitungen gedruckt, und von der Gemeinschaft bestellte Aufseher überwachten die Arbeit dieses Ortes. An einem gewöhnlichen Tag wird hier zu Mittag gegessen, ohne dass man bemerkt, warum die Tore mitten in einem neuen Viertel erhalten geblieben sind.
Amoy auf dem Straßenschild ist die alte europäische Bezeichnung für Xiamen, eine Hafenstadt in der chinesischen Provinz Fujian. Die Straße wurde in den achtzehnhundertdreißiger Jahren angelegt. Man nimmt an, dass sie nach dem Hafen benannt wurde, von dem viele Hokkien-Einwanderer hierher aufbrachen. Sie ließen sich nahe dem damaligen Ufer nieder, handelten und gründeten ihre Vereinigungen, doch formelle chinesische Schulen gab es in Singapur kaum.
Im Jahr achtzehnhundertvierundfünfzig nahm sich Tan Kim Seng der Sache an – ein durch Handel wohlhabend gewordener Anführer der Hokkien-Gemeinschaft, der Jungen aus armen Familien eine kostenlose Bildung ermöglichen wollte. Er überließ der Schule ein Grundstück an der Amoy Street im Wert von eintausendsiebenhundertzehn Straits-Dollars, der damaligen Kolonialwährung. Weitere zwölf wohlhabende Hokkien-Kaufleute bezahlten den Bau, und Tan sammelte bei Landsleuten und Handelsfirmen Geld für den Unterhalt der Lehrer.
So entstand die Chui Eng Free School. Die Familien mussten nicht zwischen dem Schulgeld und den täglichen Ausgaben wählen: Die Jungen wurden kostenlos, auf Hokkien und nach chinesischen klassischen Büchern unterrichtet. In den achtzehnhundertsiebziger Jahren kamen täglich etwa hundert Schüler hierher. Sie wurden von nur zwei Lehrern betreut, doch die Ergebnisse der jährlichen Prüfungen wurden in chinesischen Zeitungen gedruckt, und von der Gemeinschaft bestellte Aufseher überwachten die Arbeit der Schule.
Die Schule veränderte sogar den Namen der Straße. Im gesprochenen Hokkien begann man die Amoy Street „gi-o-kau“ zu nennen – „am Eingang der Wohltätigkeitsschule“. Der offizielle Name erinnerte daran, woher die Einwanderer herübersegelten; die umgangssprachliche Bezeichnung verwies darauf, was sie für ihre Kinder gebaut hatten.
Die Chui Eng Free School schloss im Jahr neunzehnhundertvierundfünfzig, genau hundert Jahre nach ihrer Eröffnung. Vom Schulgebäude blieben die Eingangstore auf dem Gelände des heutigen Far East Square erhalten. Dahinter gibt es weder Schüler noch zwei Lehrerpulte mehr: Der ehemalige Eingang der kostenlosen Schule dient als Fassade eines Restaurants. Das alte „gi-o-kau“ ist von den Karten verschwunden, doch die Tore, durch die dieser Name entstand, stehen weiterhin an der Amoy Street.
Praktisch vor Ort
Die Straße ist rund um die Uhr zugänglich; die Innenräume von Clan-Häusern, Schulen und Einrichtungen gehören nicht zur garantierten Route.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist eine Wohn- und Geschäftsstraße: Versperren Sie keine Eingänge und rechnen Sie nicht damit, private Räume betreten zu können.
