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Patio de Banderas

Patio de Banderas

Die letzte Station zeigt, wie eine Überlieferung dazu beitrug, einen Gegenstand an seinem Platz zu bewahren, dem das Verschwinden drohte.

20 Min.
Patio de Banderas in Sevilla
CarlosVdeHabsburgo · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Eingangsbogen
  • Altar hinter Glas
  • Darstellung der Unbefleckten Empfängnis
  • Wohnhäuser am Rand

Die Geschichte des Ortes

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Patio de Banderas bedeutet Hof der Fahnen. Die Fahnen selbst gibt es hier schon lange nicht mehr. Die Schriftstellerin Cecilia Böhl de Faber (Fernán Caballero), die unter einem männlichen Namen bekannt war, lebte im Haus Nummer eins und hielt eine örtliche Erklärung fest: Über dem Eingangsbogen sei einst ein Bündel von Fahnen als Fresko gemalt gewesen. Wer diese Malerei wann geschaffen hat, ist unbekannt. Das verschwundene Bild gab dem Platz seinen Namen.

Die Fahnen passten zu seiner früheren Bestimmung. Das offene Rechteck innerhalb der Mauern war der Exerzierplatz des ersten befestigten Kerns des Alcázar von Sevilla. Später rief man hier neue Monarchen aus und hisste Fahnen, während entlang der Mauern Wohnhäuser entstanden. Sie gehörten der Krone, und einige Bewohner wurden hier auf persönliche Anordnung des Königs oder der Königin untergebracht.

Im Jahr achtzehnhundertsiebenundfünfzig überließ Königin Isabella II. Cecilia Böhl de Faber (Fernán Caballero) eines dieser Häuser. Die Schriftstellerin war bereits über sechzig. Ihre Familie war verarmt, bald darauf starb ihr dritter Ehemann, und die Unterkunft im Alcázar von Sevilla ersparte ihr Ausgaben, die sie sich kaum leisten konnte.

Im September achtzehnhundertachtundsechzig wurde Isabella II. gestürzt. Die Häuser, die als Eigentum der Krone geführt wurden, begann man zu verkaufen, und den Bewohnern wurde befohlen auszuziehen. Fernán Caballero verlor ihre Wohnung zusammen mit dem Schutz, dem sie ihren Aufenthalt hier verdankte.

Vor ihrer Abreise versuchte sie, wenigstens einen Gegenstand dieses Hofes zu bewahren: den Straßenaltar unter eben jenem Eingangsbogen, an dem zuvor die Fahnen gemalt gewesen waren. Als dem Altar die Entfernung drohte, wandte sich die Schriftstellerin an die neue Regierung und berief sich auf eine örtliche Überlieferung: Christoph Kolumbus habe vor diesem Bild gebetet, bevor er den Atlantik überquerte. Die Bitte wirkte, und der Altar blieb.

Die Verbindung des heutigen Altars mit Kolumbus ist eine Überlieferung, keine Tatsache. Das vergoldete Retabel mit der Unbefleckten Empfängnis wird auf das letzte Drittel des siebzehnten Jahrhunderts datiert: Es wurde mehr als anderthalb Jahrhunderte nach dem Tod des Seefahrers angefertigt. Fernán Caballero musste den Patio de Banderas verlassen; ihre letzten Jahre verbrachte sie in einem bescheidenen Haus in der Calle Juan de Burgos, die heute ihren literarischen Namen trägt, und starb dort im Jahr achtzehnhundertsiebenundsiebzig. Das Fresko mit den Fahnen verschwand, doch hinter Glas unter dem Bogen blieb der Altar, den sie mit einer Geschichte verteidigt hatte, die älter war als der Altar selbst.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittfrei zugänglich

Der freie Durchgang durch den Hof ist als städtischer Raum in der Regel geöffnet; die Krypta des Patio de Banderas bietet separate kleine Führungen nach Anmeldung und gehört nicht zur Grundroute. Geprüft am 2026-06-29.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Respektieren Sie den Wohncharakter des Platzes und versuchen Sie nicht, hinter privaten Türen nach archäologischen Fragmenten zu suchen; besichtigen Sie nur zugängliche Bereiche.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Beenden Sie den Spaziergang am Altar unter dem Bogen – dem letzten geretteten Gegenstand dieser Route.

Stopp 7 von 7Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Sevilla zwischen Kathedrale, Archivo General de Indias und Alcázar von Sevilla“ — 7 Stopps, etwa 600 m, 2,5—3,5 Stunden.

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