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Patio de los Naranjos

Patio de los Naranjos

Die alte Kanzel bewahrt die Spur eines Predigers, dessen Namen der Klerus zu entfernen beschloss.

15 Min.
Patio de los Naranjos
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Worauf achten

  • Reihen von Orangenbäumen
  • Der zentrale Brunnen
  • Der schwarze steinerne Baldachin
  • Marmorplatte mit den Namen der Prediger

Die Geschichte des Ortes

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Die Orangenbäume stehen um den Brunnen in einem offenen Hof, den die Kathedrale von der Moschee der Almohaden geerbt hat. Als hier der Ruf zum Gebet erklang, kamen die Menschen zum Wasser in der Mitte des Hofes, um die rituelle Waschung zu vollziehen; die obere Schale des heutigen Brunnens ist aus jener Zeit erhalten geblieben. Nach der Weihe der Kathedrale schloss und überbaute man den Platz nicht: Die Stadtbewohner versammelte man weiterhin hier, nun zu christlichen Predigten. Unter dem schwarzen steinernen Baldachin neben den Bäumen liegt eine Marmorplatte mit den Namen von Predigern, die die Kathedrale im Gedächtnis bewahren wollte.

Im Frühjahr eintausendfünfhundertfünfundfünfzig brachte man Constantino de la Fuente auf einer Bahre in die Kathedrale. Er hatte sich noch nicht von einer schweren Krankheit erholt, predigte aber weiterhin montags, mittwochs und freitags in der Fastenzeit. Für solche Auftritte nutzte das Domkapitel eine steinerne Kanzel an der östlichen Arkade des Patio de los Naranjos: Vor ihr fanden wesentlich mehr Menschen Platz als in einer einzelnen Kapelle.

Der offene Platz war von der Moschee der Almohaden geblieben. In der Mitte vollzogen Muslime vor dem Gebet die rituelle Waschung; die obere Schale des heutigen Brunnens hatte schon im früheren Brunnen der Moschee gedient. Nach der Weihe des Gebäudes zur christlichen Kathedrale versammelte der Klerus hier die Stadtbewohner zu Predigten. Der erste verlässliche Eintrag über die Kanzel stammt aus dem Jahr eintausendvierhundertsiebenundneunzig. Ein steinerner Baldachin über ihr schützte den Redner und half, seine Stimme zu den Zuhörern zu lenken. Schon im mittelalterlichen Garten wuchsen Orangenbäume um den zentralen Schöpfbrunnen und den Springbrunnen; sie gaben dem Hof seinen heutigen Namen.

Für Constantino war das Predigen ein Beruf. Er strebte ein Magistralkanonikat an – eine feste Einkunft und die Pflicht, der Hauptprediger der Kathedrale zu sein. Im Jahr eintausendfünfhundertsechsundfünfzig musste er sich für dieses Amt einem öffentlichen Wettbewerb stellen. Der Erzbischof von Sevilla und Generalinquisitor Fernando de Valdés unterstützte einen anderen Kandidaten. Constantino erkrankte erneut; ein Arzt warnte schriftlich, die Fortsetzung der Prüfungen bedrohe sein Leben. Am nächsten Tag erklärten die Richter Constantino dennoch zum Sieger.

Er legte die Theologie auf Kastilisch dar, forderte die Rückkehr zum Text der Heiligen Schrift und stellte den inneren Glauben über die Riten. Gegner erkannten in seinen Worten die Lehre der Protestanten. Das Kanonikat verschaffte Constantino eine Kanzel und Einkünfte, machte aber zugleich jede seiner Predigten zum Gegenstand der Beobachtung durch die Leute von Valdés.

Am ersten August eintausendfünfhundertachtundfünfzig hielt Constantino in der Kathedrale seine letzte Predigt. Fünfzehn Tage später wurde er verhaftet. Den endgültigen Beweis erhielten die Inquisitoren durch einen Irrtum. Die wohlhabende Witwe Isabel Martínez de Albo versteckte hinter einer falschen Wand seine Bibliothek verbotener religiöser Bücher. Als die Ermittler nach ihrer Verhaftung kamen, um nach den aus dem Haus geschafften Wertsachen zu suchen, entschied Isabel' Sohn, dass sie bereits von den Büchern wussten, und öffnete das Versteck selbst.

Constantino verbrachte fast zwei Jahre im Gefängnis der Inquisition in Triana und starb vor dem Urteil. Im Dezember eintausendfünfhundertsechzig grub man seine sterblichen Überreste aus dem Grab und führte sie bei einem Autodafé zusammen mit einem Strohabbild des Verstorbenen vor. Die Figur stellte man mit erhobener Hand auf die Kanzel – in jener Pose, in der die Stadtbewohner den Prediger zu sehen gewohnt waren – und verbrannte sie dann zusammen mit den Knochen. Sein Eigentum wurde beschlagnahmt, Bücher und Druckutensilien wurden verkauft, und aus dem Erlös zog man die Kosten für seine Haft ein.

Von der alten Kanzel ist nach dem Umbau von eintausendsechshundertzweiundneunzig der schwarze steinerne Baldachin erhalten geblieben. Auf der heutigen Marmorplatte darunter sind sechs weitere berühmte Prediger aufgeführt. Den Namen Constantino de la Fuente tilgte man schon nach seinem Tod und fügte ihn nicht wieder ein.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktGiralda
Eintrittmit Ticket

Der kulturelle Besuch der Kathedrale und der Giralda hängt von Gottesdiensten und Arbeiten ab. Zum Prüfdatum gilt wegen Arbeiten am Glockenturm eine vorübergehende Änderung vom 8.—30. Juni 2026: Prüfen Sie vor dem Eintritt den offiziellen Zeitplan. Geprüft am 2026-06-29.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Zugang zum Hof kann von der Betriebsweise des Kathedralenkomplexes abhängen; wenn ein Eintritt nicht möglich ist, beschränken Sie sich auf das, was aus dem erlaubten Bereich ehrlich zu sehen ist.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie von der Hofkanzel zum Turm, der sich über die Orangenbäume erhebt.

Stopp 4 von 7Weiter: Giralda

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Sevilla zwischen Kathedrale, Archivo General de Indias und Alcázar von Sevilla“ — 7 Stopps, etwa 600 m, 2,5—3,5 Stunden.

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