Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Überdachte Marktstände
- Keramische Gedenktafel
- Obststand
- Mauern unter der Markthalle
Die Geschichte des Ortes
Am vierzehnten Mai eintausendneunhundertneunzig schloss Cristóbal Romero seinen Obststand und verließ den Mercado de Triana. Die Stadt wollte die baufälligen Pavillons abreißen, den Boden darunter untersuchen und einen neuen Markt bauen. Den Händlern wurde versprochen, dass sie anderthalb Jahre in einem provisorischen Gebäude verbringen würden.
Für Cristóbal bedeutete das das Risiko, alles zu verlieren, wovon seine Familie lebte. Er begann hier schon als achtjähriger Junge zu arbeiten – in einer Bäckerei mitten im alten Markt. Als der Bäcker in den Ruhestand ging, kauften seine Eltern den Stand und richteten ihn für den Verkauf von Obst und Gemüse ein. Die Kunden kamen jahrelang zu Cristóbal zurück; nach dem Umzug mussten sie ihn auf dem provisorischen Markt zwischen der Calle Alfarería und der Calle Pagés del Corro suchen. Manche Händler weigerten sich überhaupt zu gehen, weil sie fürchteten, nicht mehr zurückgerufen zu werden.
Die Verzögerung begann unter den abgerissenen Pavillons. Der Markt wurde hier im Jahr eintausendachthundertdreiundzwanzig eingerichtet, als an der Überfahrt über den Guadalquivir bereits Landwirte aus dem Aljarafe und Verkäufer von Waren handelten, die am Ufer ausgeladen worden waren. Für den dauerhaften Platz wies die Stadt die Ruinen des Castillo de San Jorge zu. Drei Jahrhunderte lang befand sich im Kastell das Tribunal der Inquisition von Sevilla; nach dessen Weggang wurden die oberen Bauten abgerissen, mit Schutt verfüllt und darüber Marktstände eingerichtet.
Diese Schuttschicht bewahrte die unteren Teile des Kastells. Unter dem Markt kamen Pflasterungen, die Mauern der Häuser der Inquisitoren, eine Kapelle und ein Gerichtssaal zum Vorschein. Die Überreste waren bedeutender, als der ursprüngliche Entwurf angenommen hatte. Ausgrabungen, Konservierung und eine neue Lösung für das Gebäude wurden nötig. Die versprochenen anderthalb Jahre dehnten sich auf elf Jahre aus. Cristóbals Kunden fuhren weiter zu seinem provisorischen Stand, doch nicht alle Händler konnten zurückkehren.
Cristóbal gehörte dem Vorstand ihrer Vereinigung an und setzte sich die ganze Zeit dafür ein, dass der neue Entwurf eine Tiefgarage vorsah. Er verkaufte frische Lebensmittel und sah, wie Kunden zu Supermärkten gingen, zu denen man mit dem Auto fahren und die Einkäufe sofort mitnehmen konnte. Die technischen Fachleute antworteten, dass sich hier keine Garage einrichten lasse. Cristóbal wiederholte: Wenn man unter Paris eine U-Bahn bauen konnte, dann könne man unter Triana auch Autos abstellen. Er traf sich mit Beamten, Ingenieuren und Architekten, bis die Garage in den Entwurf aufgenommen wurde.
Im Juni eintausendneunhunderteins kehrten die Händler zum Plaza del Altozano zurück. Neben dem Markt eröffnete eine Tiefgarage auf drei Ebenen. Cristóbal stand wieder an seinem Obststand und unterstützte die Eröffnung von Lokalen, in denen Lebensmittel zubereitet und vor Ort gegessen werden: Der frühere Handel brauchte neue Gründe, Menschen unter dieses Dach zu bringen. Heute liegen hier Fleisch-, Fisch-, Gemüse- und Obststände neben kleinen Restaurants, Bäckereien, einer Kochschule, einem Schuster und einem Theater.
Cristóbal starb im Jahr zweitausendsechzehn. Seine Tochter Loli und sein Schwiegersohn Juan Antonio Ramos führten sein Geschäft fort. Auf dem heutigen Marktplan ist unter der Nummer siebzehn weiterhin der Obststand „Cristóbal e Hijos“ verzeichnet, und am Stand selbst hängt eine keramische Gedenktafel. Unter der Markthalle sind die Mauern erhalten, deretwegen sich die Rückkehr um elf Jahre verzögerte; beim Markt gibt es eine Garage, die man Cristóbal gegenüber als unmöglich bezeichnet hatte.
Praktisch vor Ort
Der Markt ist gewöhnlich tagsüber und abends geöffnet, doch einzelne Stände/Bars unterscheiden sich; Castillo de San Jorge ist zum Zeitpunkt der Überprüfung als vorübergehend geschlossen vermerkt.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Stören Sie Verkäufer und Kunden während des Zuhörens nicht; der Abstieg zu den Ruinen ist nur bei geöffnetem Zugang möglich.
