Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Stufen von Ziegeldächern
- Kleine Grundstücke
- Schmale Gassen
- Kompakte Hanoks
Die Geschichte des Ortes
Bukchon bedeutet „nördliches Dorf“: So nannte man die Viertel nördlich von Jongno, am Südhang zwischen dem Gyeongbokgung-Palast und dem Changdeokgung-Palast. Der nördliche Rand liegt hier höher, die Straßen führen an alten Geländerinnen hinab, deshalb sind die Ziegeldächer stufenweise zu sehen.
Die dichten Reihen von Hanoks entstanden überwiegend in den zwanziger und dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Zuvor standen am Hang großzügige Anwesen von Beamten und vornehmen Familien. Ein Hof nahm das Land ein, auf dem später ein ganzes Viertel Platz hatte.
Nach der Annexion Koreas durch Japan wuchs die Bevölkerung Seouls rasch, es mangelte an Wohnraum, und Viertel mit japanischen Häusern drangen nördlich von Jongno vor. Jeong Se-gwon, ein koreanischer Bauunternehmer, wollte hier Raum für koreanische Familien bewahren. Er kaufte große Anwesen, teilte das Land in kleine Grundstücke, legte Gassen an und baute städtische Hanoks – kompakte koreanische Häuser mit Ziegeldach und Innenhof.
Se-gwon verdiente am Verkauf dieser Häuser, nahm das Geld aber in Raten und erst nach dem Einzug entgegen. So wurde Wohneigentum für Familien zugänglich, die den Kauf nicht sofort bezahlen konnten, während die vom Bauunternehmer investierten Mittel über Monate und Jahre zurückflossen. In die Häuser wurden Wasser und Strom gelegt, die Toilette wurde ins Haus verlegt, die Zimmer waren für eine sechsköpfige Familie berechnet. Nach der Fertigstellung eines Bauabschnitts zog Se-gwon mit seiner Familie jeweils für eine Weile dorthin um und prüfte die Raumaufteilung an ihrem eigenen Alltag.
In weniger als einem Jahrzehnt nannte man ihn den „Baukönig von Gyeongseong“ – so hieß Seoul in der Kolonialzeit offiziell. Einen Teil der Gewinne aus den Hanoks überließ Se-gwon der Koreanischen Sprachgesellschaft, die ein Wörterbuch und einheitliche Regeln der koreanischen Sprache zusammenstellte. Er kaufte in der Nähe, in Hwa-dong, ein Grundstück, baute für die Gesellschaft ein zweistöckiges Haus und schenkte es den Verfassern des Wörterbuchs.
Im Jahr eintausendneunhundertzweiundvierzig zerschlug die Polizei die Gesellschaft. Se-gwon wurde als einer ihrer wichtigsten Geldgeber verhaftet und gefoltert. Im folgenden Jahr beschuldigte man ihn eines Wirtschaftsdelikts und nahm ihm einen beträchtlichen Teil seines Vermögens. Das Baugeschäft, das die Arbeit der Sprachwissenschaftler bezahlt hatte, wurde zerstört.
Die früheren Grenzen der Anwesen am Hang verschwanden. Von dem System, das Se-gwon geschaffen hatte, blieben kleine Grundstücke, schmale Gassen und kompakte Hanoks, die stufenweise zu Jongno hinabführen.
Praktisch vor Ort
Für die Bukchon-ro 11-gil gilt ein Besucherzeitfenster 10:00-17:00; in der roten Zone gilt eine Beschränkung 17:00-10:00.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein Wohnviertel: Sprechen Sie leise, versperren Sie keine Eingänge und richten Sie keine Kamera auf Fenster oder über Zäune. Für das Verständnis dieser Station genügt der Überblick von der Straße aus.
