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Iglesia de la Veracruz

Iglesia de la Veracruz

Die umstrittene Adresse hilft zu verstehen, wie ein städtischer Mythos zu einem diplomatischen Denkmal wurde.

12 Min.
Archivansicht der Fassade der Iglesia de la Veracruz vor dem Brand von 2019.
Rodrigo Fernández · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Fassade der Kirche
  • Zwei niedrige Pfarrbauten

Die Geschichte des Ortes

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Früher stand auf diesem Grundstück ein niedriges Haus aus ungebrannten Ziegeln mit einem Ziegeldach. Es ist längst verschwunden: Die Fassade der Kirche und zwei niedrige Pfarrbauten bewahren diese Adresse im Stadtbild. Die Kirche wurde für wenige Familien am Osthang des Cerro Santa Lucía geschaffen; hierher kam man zur Messe, zur Predigt und zur Beichte. Um die Pfarrei herum wuchs anschließend ein Viertel.

Im Herbst eintausendachthundertzweiundfünfzig zog vom Rathaus von Santiago de Chile eine feierliche Prozession hierher: der Erzbischof, der Stadtrat, Militärangehörige und Vertreter von Mönchsorden. Die chilenische und die spanische Flagge wurden nebeneinander getragen. Salvador de Tavira, Diplomat der spanischen Königin Isabel II., war einer von vier Ehrenbeteiligten bei der Grundsteinlegung.

Das Grundstück wählte man wegen des alten Hauses der Familie Barril. Es war ein bescheidener Bau aus ungebrannten Ziegeln mit einem Ziegeldach. Die Barrils stammten aus der Stadt Valdivia; wahrscheinlich half die Namensgleichheit der Überlieferung, ihre Wohnung in den „Palast Pedro de Valdivias“ zu verwandeln. Der spanische Eroberer Pedro de Valdivia gründete Santiago de Chile im Jahr eintausendfünfhunderteinundvierzig und wurde der erste Gouverneur von Chile. Die Stadtbewohner kamen hierher, als wäre es sein Haus, und Künstler beschrifteten Darstellungen des Gebäudes mit dem Namen des Gründers.

Es gab keine Dokumente, die diese Überlieferung bestätigten. Tavira musste jedoch die Beziehungen zwischen Spanien und dessen ehemaliger Kolonie verbessern. Spanien erkannte die Unabhängigkeit Chiles im Jahr eintausendachthundertvierundvierzig an; drei Jahre später traf der Diplomat mit einem Vertrag über Frieden und Freundschaft ein. Einen spanischen Eroberer nach dem Unabhängigkeitskrieg zu ehren, war riskant: Eine solche Geste konnte an die frühere Unterordnung erinnern. Tavira schlug vor, das angebliche Haus Valdivias zu erhalten, indem man bei ihm eine Kirche errichtete. Die Idee unterstützte Oberst Francisco Ángel Ramírez, der Intendant von Santiago de Chile – Leiter der Stadtverwaltung, verantwortlich für die Ausgaben und die Entwicklung der Hauptstadt.

Die Stadtverwaltung stellte Geld bereit, die spanische Seite fügte eigene Mittel hinzu. Bei der Grundsteinlegungszeremonie stand Tavira neben chilenischen Amtsträgern und sandte anschließend einen Bericht nach Madrid. Dort druckte eine Regierungszeitung seine Nachricht: Die Königin nahm die Tat der Chilenen wohlwollend auf. Die umstrittene Adresse erfüllte ihre diplomatische Aufgabe noch bevor die Bauleute die Wände fertiggestellt hatten.

Ramírez setzte sich dafür ein, dass die Gedächtniskapelle zu einer öffentlichen Kirche für mehrere Familien wurde, die damals am Osthang des Cerro Santa Lucía lebten. Im Jahr eintausendachthundertfünfundfünfzig erlaubte Erzbischof Rafael Valentín Valdivieso, hier Messen, Predigten und Beichten abzuhalten. Er gab der Kirche den Namen Veracruz – „Wahres Kreuz“. In der Stiftungsurkunde verband der Erzbischof diesen Namen mit der Verbreitung des Christentums in Amerika und mit der Verehrung des Kreuzes am Karfreitag. Die Arbeiten wurden im Jahr eintausendachthundert siebenundfünfzig abgeschlossen; um die Pfarrei herum wuchs anschließend ein neues Stadtviertel.

Später verglich Benjamín Vicuña Mackenna die Überlieferung mit einem alten Plan von Santiago de Chile. Das Haus des Gründers lag bei der Plaza de Armas, an der Stelle des heutigen Correo Central de Santiago; hinter dem Cerro Santa Lucía besaß Valdivia keinen Landsitz. Das Haus der Familie Barril, das auf einer Darstellung aus dem Jahr eintausendachthundertzweiundsiebzig noch neben der Kapelle zu sehen ist, verschwand. An seiner angeblichen Adresse blieben die Iglesia de la Veracruz und zwei niedrige Pfarrbauten stehen, die errichtet wurden, nachdem die Stadt ein fremdes Haus für die Wohnung ihres Gründers gehalten hatte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort12 Min.
Nächster PunktCalle José Victorino Lastarria
Eintrittaußen; innen – falls geöffnet

Eine aktive Kirche ohne festen täglichen touristischen Zeitplan. Die Türen öffnen sich für Gottesdienste und einzelne kulturelle Veranstaltungen; der Zugang zum Innenraum ist nicht garantiert.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie die Fassade von der Straße aus. Betreten Sie den Innenraum nur bei geöffneten Türen; halten Sie sich ruhig und stören Sie den Gottesdienst nicht.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie auf der Lastarria in Richtung Calle Merced bis zum halb Fußgängerzone-artigen Viertel.

Stopp 4 von 8Weiter: Calle José Victorino Lastarria

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Cerro Santa Lucía, Barrio Lastarria und Museo Nacional de Bellas Artes: Stadt für die Öffentlichkeit“ — 8 Stopps, etwa 2,8 km, 2 Std. 45 Min. – 3 Std..

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