Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die grüne Insel
- Die Fahrbahn
- Die Fassade der Dreifaltigkeitskirche
- Die Adressschilder des Makartplatzes
Die Geschichte des Ortes
Autos, Oberleitungsbusse und Fahrräder fahren um die grüne Insel in der Mitte des Makartplatzes. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts riss man für diese Fahrtrasse ein ganzes Haus ab. Es stand in der Mitte der heutigen Durchfahrt, direkt vor der Dreifaltigkeitskirche, und dort verpfändeten die Einwohner ihre Sachen, wenn sie dringend Geld brauchten.
Gegründet wurde die Einrichtung vom Salzburger Fürsterzbischof Jakob Ernst von Liechtenstein-Kastelkorn. Im Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundvierzig, kurz vor seinem Tod, hinterließ er dreiunddreißigtausend Gulden für das „Milde Leihhaus“. Diese Zahl wählte er zum Gedenken an die dreiunddreißig Jahre des irdischen Lebens Christi. Der Erzbischof wollte weniger wohlhabenden Einwohnern eine Alternative zu Wucherern bieten: Man brachte Kleidung, Geschirr oder einen anderen wertvollen Gegenstand und erhielt ein Darlehen zu niedrigen Zinsen. Für ein gewöhnliches Pfand wurden drei Viertel des Schätzwerts ausgezahlt, für Schmuck die Hälfte. Konnte die Schuld nicht zurückgezahlt werden, verkaufte man die Gegenstände zweimal im Jahr bei einer Auktion.
Der Erzbischof stellte weitere zwanzigtausend Gulden für ein neues Gebäude bereit, starb jedoch vor Beginn der Arbeiten. Sein Nachfolger kaufte für den Fonds ein altes Haus im damaligen Hannibalgarten – so hieß dieser Teil des heutigen Platzes. Das Haus stand bereits hier, als die Dreifaltigkeitskirche errichtet wurde. Deshalb wurde ihre Fassade für eine enge Straße mit einem Gebäude gegenüber geplant. Den weiten Blick durch die heutige Durchfahrt hatten die Kirchgänger des achtzehnten Jahrhunderts nicht.
Im Jahr neunzehnhundertsieben beschlossen die städtischen Beamten, hier eine Gleisstrecke zu führen, die man „Gelbe Elektrische“ nannte. Das Leihhaus behinderte die Verkehrskurve, und man riss es ab. Das Büro zog in die Linzer Gasse, vergab weiterhin Geld gegen Pfand und schloss im Jahr neunzehnhundertdreiundvierzig endgültig. Vom Gebäude bewahrte man das Marmorportal mit dem Wappen des Gründers und einem Pelikan, der seine Jungen mit seinem eigenen Blut füttert. Im Jahr neunzehnhunderteinundfünfzig baute man das Portal in ein Gebäude der Sparkasse am Alten Markt ein.
Zur Zeit des Abrisses hieß der Platz bereits Makartplatz. Im Mai eintausendachthundertneunundsiebzig gab der Stadtrat ihm den Namen des gebürtigen Salzburgers Hans Makart – eines Künstlers, dessen Gemälde und dekorative Ensembles den Geschmack des kaiserlichen Wien bestimmten. Die Entscheidung fiel auf den Höhepunkt seines Ruhms: Nur wenige Tage zuvor hatte Makart für die Silberhochzeit von Franz Joseph I. und Elisabeth von Österreich einen Festzug organisiert und rund vierzehntausend Teilnehmer auf neunundzwanzig Festwagen und historische Gruppen verteilt. Die Salzburger Stadträte ehrten ihren vierzigjährigen Landsmann noch zu seinen Lebzeiten.
Ein Denkmal für Makart gibt es hier nicht. Sein Nachname steht auf den Adressschildern, das Portal des Leihhauses befindet sich am anderen Ufer, und durch den Ort, an dem Menschen ihre Sachen verpfändeten, führt heute eine Fahrbahn.
Praktisch vor Ort
Makartplatz und Caldera sind als offener Stadtraum zugänglich; das Mozart-Wohnhaus hat eigene Museumsöffnungszeiten und Veranstaltungen.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Skulptur kann von verschiedenen Seiten und auch von innen besichtigt werden; das Mozart-Wohnhaus ist ein eigener Besuch mit eigenen Öffnungszeiten.
