Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gartenfassade des Schlosses
- Südlicher Teil des Gartenflügels
- Marmortreppe
Die Geschichte des Ortes
Die Gartenfassade und die Marmortreppe gehören zu dem Schloss, dessen heutige äußere Gestalt nach späteren Umbauten und einem Brand entstand. Unter dem südlichen Gartenflügel ist ein unterirdischer Teil eines früheren Baus erhalten, und unter der Treppe fanden Archäologen eine alte Straßenpflasterung aus Kieselsteinen, die anschließend zur Erhaltung wieder mit Erde bedeckt wurde. Heute arbeitet in diesen Räumen die Stadtverwaltung, und im Marmorsaal werden Eheschließungen eingetragen.
Im Jahr eintausendsechshundertsechs ließ der Salzburger Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau außerhalb der Stadtbefestigungen einen Landsitz für Salome Alt und ihre gemeinsamen Kinder errichten. Der Fürsterzbischof stand zugleich der örtlichen Kirche vor und regierte ein selbstständiges Fürstentum. Ein katholischer Prälat konnte nicht heiraten, doch seine Familie verbarg er nicht: Salome saß neben ihm an der Hoftafel, und er selbst nannte sie öffentlich seine Frau.
Salome war die Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns und Stadtrats. Ihre Verwandten besaßen Häuser, handelten und bekleideten Ämter in Salzburg. Doch die Stellung Salomes und ihrer fünfzehn Kinder hing von den Entscheidungen eines einzigen Menschen ab. Wolf Dietrich versuchte vergeblich, vom Papst die Erlaubnis zur Heirat zu erhalten. Daraufhin erwirkte er beim Kaiser einen Adelstitel für Salome und die Kinder und sicherte sie mit Besitz ab.
Das Schloss wurde zum wichtigsten dieser Erwerbungen. Wolf Dietrich nannte es Schloss Altenau: Im Namen verbanden sich Salomes Familienname Alt und die Bezeichnung für eine Flussaue an der Salzach. Außerhalb der Stadtmauern erhielt die Familie ein eigenes Haus, einen Hof und Land. Dieses Schloss hielt jenen Status fest, den die Kirche nicht durch eine Ehe bestätigen ließ.
Alles bestand, solange Wolf Dietrich Fürsterzbischof blieb. Im Jahr eintausendsechshundertelf eskalierte der Streit zwischen Salzburg und Bayern über den Salzverkauf zum Krieg. Bayerische Truppen drangen in das Fürstentum ein; Wolf Dietrich versuchte zu fliehen, bewegte sich wegen seiner Gicht jedoch langsam und geriet in Gefangenschaft. Man setzte ihn ab und sperrte ihn in der Festung Hohensalzburg ein.
Auch Salome wurde festgehalten und dann freigelassen. Sie zog zu Verwandten in die Stadt Wels. Aus dem Exil schickte sie Wolf Dietrich Nachrichten, die in Kuchen verborgen waren. Als man die Korrespondenz entdeckte, verschärfte man die Bedingungen seiner Haft. Er blieb bis zu seinem Tod im Jahr eintausendsechshundertsiebzehn in der Festung. Salome kaufte in Wels ein Haus und lebte dort bis eintausendsechshundertdreiunddreißig.
Inzwischen vertrieb der neue Fürsterzbischof Markus Sittikus, der Cousin und Nachfolger des Gefangenen, Salomes Kinder aus Schloss Altenau. Dann entfernte er ihren Familiennamen aus dem Namen des Schlosses. An die Stelle von Schloss Altenau trat Mirabell – ein Name, der gewöhnlich als „schöne Aussicht“ übersetzt wird. Das Familienhaus wurde zur Residenz der nachfolgenden Erzbischöfe.
Die äußere Gestalt des heutigen Schlosses entstand nach späteren Umbauten und einem Brand. Vom Haus Salomes ist der nahezu unveränderte Keller unter dem südlichen Teil des Gartenflügels erhalten geblieben. Unter der Marmortreppe fanden Archäologen außerdem eine Straßenpflasterung aus Kieselsteinen aus dem Jahr eintausendsechshundertsechs – in einer Tiefe von etwa siebzig Zentimetern. Sie wurde dokumentiert und zur Erhaltung wieder zugeschüttet.
Seit eintausendneunhundertsiebenundvierzig befindet sich die Stadtverwaltung im Schloss. Im später geschaffenen Marmorsaal tragen Mitarbeiter des Standesamts Eheschließungen ein. Die Familie, für die hier das erste Schloss entstand, erhielt nie einen Heiratseintrag.
Praktisch vor Ort
Das Schloss und die Engelsstiege sind an Werktagen/Samstagen gewöhnlich tagsüber zugänglich; an Sonntagen, Feiertagen und bei Veranstaltungen kann der Zugang geschlossen sein.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Ist der Eingang wegen einer Veranstaltung geschlossen, betrachten Sie die Schlossfassade von außen; der Besuch des Marmorsaals wird gesondert geplant.
