Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Geschwungener Belag
- Brückengeländer
- Gedenktafeln an den Eingängen
Die Geschichte des Ortes
Der geschwungene Belag über der Salzach bewahrt die kurze Überquerung zwischen Makartplatz und Altstadt: Hier gehen Fußgänger und Radfahrer entlang. Die heutige Überquerung ist die dritte auf dieser Linie; die früheren Eisenfelder und das Wärterhäuschen sind ebenso verschwunden wie die Gebühr für den Durchgang. An beiden Eingängen sind Gedenktafeln eingelassen, und an den Geländern erscheint an einem bestimmten Tag eine Ausstellung über die jüdische Geschichte Salzburgs.
Die erste Überquerung hier wurde nicht aus dem städtischen Haushalt bezahlt, sondern von einem eigens gegründeten Zusammenschluss von Bürgern – dem Makartsteg-Verein. Seine Mitglieder wollten Fußgänger direkt vom Makartplatz am rechten Ufer zum Kai und zum Stadtmuseum am linken Ufer führen. Der Verein bestellte eine Eisenbrücke auf zwei Pfeilern und eröffnete sie am achtzehnten Juni neunzehnhundertfünf für den Durchgang.
Zusammen mit der Brücke entstand am Franz-Josef-Kai ein Wärterhäuschen – quadratisch, mit einer Seitenlänge von etwa drei Metern. Für die Überquerung kaufte man eine kleine blaue Karte zum Preis von zwei Heller. Der private Verein erhielt seine eigene kostenpflichtige Überquerung, die Einwohner dagegen einen kurzen Weg zwischen zwei Teilen des Zentrums. Bis neunzehnhunderteinundzwanzig war die Gebühr auf zehn Heller gestiegen. Ein weiteres Jahr später ging die Brücke in das Eigentum der Stadt über: Der Verein hatte seine Aufgabe erfüllt und verlor die Überquerung, für die er gegründet worden war.
Die Eisenbrücke, das Häuschen und die blauen Karten gibt es nicht mehr. Die erste Konstruktion wurde neunzehnhundertsiebenundsechzig abgebaut, die nächste im Herbst zweitausend. Den heutigen geschwungenen Belag eröffnete man im Juli zweitausendeins. Von dem privaten Unternehmen ist die Linie der Überquerung geblieben: Fußgänger und Radfahrer gelangen hier weiterhin vom Makartplatz in die Altstadt.
Bis zweitausendeinundzwanzig hieß die Überquerung Makartsteg – nach dem Salzburger Künstler Hans Makart. Jetzt tragen die Tafeln den Namen Marko Feingold, der Auschwitz, Neuengamme, Dachau und Buchenwald überlebte und nach der Befreiung anderen jüdischen Häftlingen half, die Nachkriegslager zu verlassen.
Nach Salzburg kam Feingold zufällig. Am zwanzigsten Mai neunzehnhundertfünfundvierzig durfte ein Transport mit einhundertachtundzwanzig ehemaligen Häftlingen auf dem Weg nach Wien die Demarkationslinie nicht passieren. Auf der Rückfahrt stieg Feingold während eines Halts in Salzburg aus. Hier übernahm er die Versorgung einer Küche, die etwa fünfhundertfünfzig befreite Häftlinge ernährte, und begann dann, der Organisation Bricha zu helfen, die jüdische Flüchtlinge nach Italien und weiter zu Schiffen nach Palästina brachte.
Bei der Landesregierung erwirkte er Lastwagen, transportierte Menschen von Salzburg in ein Lager bei Saalfelden und begleitete einzelne Kolonnen über die Grenze. Italienisch hatte Feingold schon vor dem Krieg gelernt, als er seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Flüssigseife und Bodenpolitur verdiente. Jetzt überzeugte er Grenzposten, dass er Italiener nach Hause bringe; die Organisatoren nutzten gefälschte Dokumente, Zigaretten und Alkohol, damit die Wachposten wegsahen. Neunzehnhundertsiebenundvierzig gingen mehrere Tausend Flüchtlinge von dieser Gegend aus über den Pass Krimmler Tauern nach Südtirol. Nach der Schließung der Lager eröffnete Feingold in Salzburg ein Modegeschäft, leitete dann jahrzehntelang die jüdische Gemeinde und erzählte Schulkindern von den Lagern.
Die städtischen Verfasser der Namensgebung erklärten die Wahl der Brücke mit seiner Arbeit als Vermittler zwischen Religionen und Generationen. An beiden Eingängen zum Belag sind Gedenktafeln eingelassen, und an den Geländern wird jährlich zu Feingolds Geburtstag eine Ausstellung über ihn und die jüdische Geschichte Salzburgs angebracht.
Praktisch vor Ort
Durchgehend als städtische Fußgängerüberquerung geöffnet; bei Wartungsarbeiten sind vorübergehende Verengungen des Durchgangs möglich.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Auf der Brücke gibt es keine eigene Ausstellung; hören Sie am Rand zu und lassen Sie den Fußgängern den Weg frei.
