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Plaza Mayor

Plaza Mayor

Hier wird deutlich, wie Rechtsstreitigkeiten, die Vermietung von Balkonen und städtische Einnahmen die Gestalt des Hauptplatzes bestimmten.

15 Min.
Plaza Mayor in Salamanca: Arkaden, Balkone und Rathaus.
Fedoce1 (Fernando Dominguez Cerejido) · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Achtundachtzig Bögen
  • Durchgehende Balkonreihen
  • Rathaus mit Uhr
  • Steinerne Medaillons

Die Geschichte des Ortes

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Am neunten Juni siebzehnhundertsiebenundvierzig vermieteten die Stadträte dem Erzbischöflichen Kolleg der Universität Salamanca zwei Balkone an der Plaza Mayor. Die Miete betrug sechshundert Reales im Jahr. Im Vertrag wurde eigens festgehalten: Das Geld ist unabhängig davon geschuldet, ob es in diesem Jahr Stierkämpfe gibt oder nicht. Das Kolleg bemühte sich um einen festen Platz, von dem aus seine Mitglieder an den städtischen Festlichkeiten teilnehmen konnten. Damals war ein günstig gelegener Balkon fast so viel wert wie ein Teil eines Hauses.

Dieser Vertrag erklärt die Reihen gleicher Balkone über den Arkaden. Sie wurden für Zuschauer errichtet, und die künftigen Einnahmen waren von vornherein einkalkuliert.

Bis ins achtzehnte Jahrhundert erstreckte sich hier die Plaza de San Martín, der Sankt-Martins-Platz, benannt nach der Kirche, die hinter dem Durchgang zur benachbarten Plaza del Corrillo erhalten blieb. Der alte Platz war fast viermal so groß wie der heutige. Hier liefen Straßen aus verschiedenen Teilen der Stadt zusammen, deshalb wurde hier täglich Handel getrieben. Zu Festen stellte man hölzerne Tribünen auf, ließ Stiere heraus und veranstaltete Aufführungen und Prozessionen. Die Stadtverwaltung vermietete Zuschauern Plätze und die Fenster der umliegenden Häuser.

Im Jahr siebzehnhundertsechsundzwanzig kam Rodrigo Caballero y Llanes nach Salamanca, ein königlicher Corregidor – der vom Monarchen ernannte Leiter der Stadtverwaltung und des Gerichts. Er wollte den Markt ordnen und die provisorischen Tribünen durch einen geschlossenen steinernen Raum ersetzen, der sich für Handel und große Feste eignete. Caballero schlug vor, einen Teil des alten Platzes mit Arkaden zu umgeben, drei Wohngeschosse daraufzusetzen und möglichst viele Balkone zum Zentrum hin auszurichten. Die Einnahmen aus Wohnungen und Zuschauerplätzen sollten die Kosten decken.

König Philipp V. genehmigte das Projekt und den Kostenvoranschlag im Jahr siebzehnhundertneunundzwanzig, gab aber kein Geld. Die Stadträte mussten es in der Stadtkasse und bei den Hausbesitzern suchen.

Auf zwei Seiten gehörte das Grundstück der Stadtverwaltung und der Pfarrei Sankt Martin: Dort konnte man sofort beginnen. Auf den beiden anderen Seiten standen Häuser adliger Familien, des Klerus und universitärer Kollegien. Davor sollte eine gemeinsame Galerie errichtet werden; danach sollten die Eigentümer ihren Anteil bezahlen und neue Räume erhalten – oder ihre Immobilie der Stadt verkaufen. Für die Besitzer bedeutete das eine konkrete Wahl: eine große Summe zu zahlen, durch den Anbau einen Teil von Licht und Luft zu verlieren oder sich vom Haus zu trennen.

Einige verkauften. Andere wandten sich an den Rat von Kastilien und begannen zu prozessieren. Die Arbeiten ruhten fünfzehn Jahre lang. Solange der steinerne Ring offen blieb, brachten die bereits fertigen Balkone schon Geld ein: Genau das Erzbischöfliche Kolleg erklärte sich bereit, auch in Jahren ohne Stierkampf für zwei Plätze zu zahlen. Andere Kollegien beantragten ein ewiges Recht auf einen Balkon und boten an, ihn auf eigene Kosten zu bauen.

Caballero erlebte die Vollendung nicht. Er starb im Jahr siebzehnhundertvierzig, zehn Jahre vor der Wiederaufnahme der Arbeiten. Die Stadträte brachten die Rechtsstreitigkeiten schließlich zu Ende und schlossen den Platz bis zum Jahr siebzehnhundertfünfundfünfzig. Hinter einigen gleichmäßigen Fassaden gab es noch lange keine vollwertigen Räume; die letzten Wohnräume wurden erst dreißig Jahre später fertiggestellt.

Aus der riesigen Plaza de San Martín entstanden mehrere getrennte Plätze. Die Marktstände zogen zum heutigen Markt, die Kirche blieb bei der Plaza del Corrillo, und hier entstanden achtundachtzig Bögen, das Rathaus und durchgehende Reihen von Zuschauerplätzen. Unter den steinernen Medaillons meißelte man später auch das Gesicht von Rodrigo Caballero ein.

Die Stierkämpfe verlegte man in eine eigene Arena. Auf der Plaza Mayor finden heute Konzerte und städtische Feste statt, unter der Uhr des Rathauses verabredet man sich, und die einst kostenpflichtigen Zuschauerplätze sind weiterhin zum Zentrum ausgerichtet.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktCasa de las Conchas
Eintrittfrei zugänglich

Offener Stadtplatz, rund um die Uhr zugänglich.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Gehen Sie unter einem Bogen hindurch und überqueren Sie zunächst den Platz; betrachten Sie ihn dann von einer Ecke aus: Geometrie und Rollenverteilung lassen sich von verschiedenen Punkten aus erkennen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Verlassen Sie den Platz über die Rúa Mayor und halten Sie an der mit Muscheln bedeckten Fassade gegenüber von La Clerecía an.

Stopp 1 von 9Weiter: Casa de las Conchas

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Das goldene Salamanca: Universität, Kathedralen und Tormes“ — 9 Stopps, etwa 3,5 km, 4 Std..

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