Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinerne Muscheln
- Gitter an den unteren Fenstern
- Wappen unter dem Fenster
- Hofgalerien
Die Geschichte des Ortes
Hinter den Muscheln verbirgt sich ein Stadtpalast, der Ende des fünfzehnten Jahrhunderts mit Blick auf die Verteidigung der Familie gebaut wurde: Die unteren Fenster sind vergittert, im Hof konnte man bewaffnete Anhänger versammeln, und über dem Dach stand einst ein Turm. Es gibt hier mehr als dreihundert steinerne Muscheln; sie wurden nicht zusammen mit der Wand herausgemeißelt, sondern bei einer späteren Ausschmückung mit Eisenhaken befestigt. Unter einem der Fenster ist das Wappen von Verwandten erhalten, und die Fassade verweist zugleich auf einen Ritterorden und auf ein vorteilhaftes Heiratsbündnis. Heute ist hinter dieser Fassade eine öffentliche Bibliothek untergebracht, und die Hofgalerien wurden nach dem Umbau über neuen Bücherlagern wieder zusammengesetzt.
Am neunten September eintausendfünfhundertdrei griffen etwa vierzig bewaffnete Männer von Alonso de Acevedo dieses Haus an. Der Kampf begann an den Türen und setzte sich im Innenhof fort. Acevedo, ein Angehöriger einer mit den Maldonados rivalisierenden Familie, versuchte, das umstrittene Gut Babilafuente zurückzuerlangen. Der Hausherr, der Doktor der Rechte und ehemalige königliche Rat Rodrigo Maldonado de Talavera, hatte gerade einen Gerichtsbeschluss erhalten, der Acevedo dieses Land mitsamt den eingezogenen Einkünften zusprach – und weigerte sich.
Babilafuente brachte Getreide, eine jährliche Geldrente und das Recht, das örtliche Gericht abzuhalten. Auf solchen Besitzungen, den Einkünften aus städtischen Ämtern und dem königlichen Dienst beruhte Rodrigos Vermögen. Er kaufte Babilafuente bei einer Versteigerung für dreieinhalb Millionen Maravedís; das Geld musste er sich von einem Kaufmann leihen. Danach erwarb Maldonado benachbarte Felder und Dörfer, bis er zum größten Grundbesitzer der Gegend wurde. Acevedo war der Ansicht, dass ihm ein Teil dieses Besitzes durch ein zweifelhaft abgefasstes Erbe zugefallen sei.
Die bewaffneten Männer kamen genau hierher, weil die Casa de las Conchas Maldonados Hauptresidenz war. Rodrigo begann Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, sie als befestigten Stadtpalast zu errichten. Hinter den Gittern der unteren Fenster lebten Verwandte und Diener, im Hof konnte man bewaffnete Anhänger versammeln, und über dem Haus erhob sich ein Turm. Nach dem Angriff ließ Rodrigo die Arbeiten daran beschleunigen. Ein Verwandter Acevedos meldete dem Königlichen Rat unverzüglich, der Hausherr befestige das Haus, um neue Unruhen zu verursachen.
Auch die Muscheln an der Fassade entstanden aus familiärem Kalkül. Ihre genaue Bedeutung bleibt umstritten. Die Meeresmuschel diente als Zeichen des Santiagoordens, dem Rodrigo angehörte. Doch Muscheln gehörten auch zum Wappen der Pimentels. Im Jahr eintausendvierhundertvierundneunzig heiratete Rodrigos Sohn und Erbe Arias Maldonado Juana Pimentel, die Nichte des Grafen von Benavente. Isabella I. von Kastilien gab für diese Ehe eine halbe Million Maravedís, und die Verwandtschaft mit dem Grafen half Rodrigo später, in den Königlichen Rat zurückzukehren.
Das Wappen der Pimentels ist unter einem der Fenster zu sehen. Mehr als dreihundert Muscheln sind nicht aus dem Mauerwerk herausgeschnitten: Steinmetze befestigten sie mit Eisenhaken an der Wand, wahrscheinlich erst während der Ausschmückung nach der Hochzeit. Deshalb lässt sich die Fassade zugleich auf zwei Arten lesen – als Zeichen des Santiagoordens und als hunderte Male wiederholtes Wappen der Familie, deren Bündnis das Erbe der Maldonados schützen sollte.
Nach dem Kampf im Hof nahmen königliche Ermittler beide Seiten in den Blick, und die offenen Zusammenstöße hörten für zwei Jahre auf. Das Gericht wies Rodrigo erneut an, das umstrittene Land zurückzugeben, doch der erfahrene Jurist verzögerte das Verfahren weiterhin. Die endgültige Entscheidung erlebte er nicht mehr: Der Rechtsstreit ging auf seinen Enkel Pedro Maldonado Pimentel über.
Pedro erbte Babilafuente und wurde einer der Befehlshaber der Comuneros – der aufständischen kastilischen Städte, die eine Beteiligung ihrer Vertreter an den Entscheidungen von König Karl I. forderten. Nach der Niederlage der Comuneros bei Villalar geriet Pedro in Gefangenschaft. Sein Onkel, der Graf von Benavente, erwirkte einen Aufschub, konnte seinen Neffen jedoch nicht retten: Im Jahr eintausendfünfhundertzweiundzwanzig wurde Pedro in Simancas enthauptet und sein Besitz eingezogen.
Im folgenden Jahr verkaufte die Krone Babilafuente an Alonso de Acevedo – denselben Mann, der einst vierzig bewaffnete Männer hierher geschickt hatte. Juana Pimentel verlangte die Rückgabe des Besitzes, der für den Unterhalt ihrer Töchter und ihres jüngeren Sohnes bestimmt war. Man übergab ihr die wichtigste Residenz in Salamanca, und die Casa de las Conchas blieb bei den Nachkommen der Familie, deren Wappen ihre Fassade bedeckt.
Heute befindet sich hinter der Tür eine öffentliche Bibliothek. Um ein Bücherlager einzurichten, zerlegten die Architekten Víctor López Cotelo und Carlos Puente den alten Hof in neunhundertdreiunddreißig steinerne Teile, schufen darunter neue Räume und bauten die Galerien wieder zusammen. Die Bibliothek wurde im Jahr eintausendneunhundertdreiundneunzig eröffnet. Unter dem Hof, in dem Acevedos Männer mit Maldonados Dienern kämpften, werden heute Bücher aufbewahrt.
Praktisch vor Ort
Im Juni 2026: Montag–Freitag 09:00–21:00; Samstag 09:00–14:00 und 16:00–19:00; Sonntag und Feiertage 10:00–14:00 und 16:00–19:00. Freier Eintritt.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Beschränken Sie sich nicht auf ein Gesamtfoto: Gehen Sie näher heran, um zu sehen, dass die Muscheln am Mauerwerk befestigt sind und nicht zu ihm gehören.
