Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zifferblätter der Turmuhr
- Alarmglocke
- Hölzerner Schacht für die Gewichte
- Mauern des Alten Doms
Die Geschichte des Ortes
Über den Ruinen der alten Stadtkirche erhebt sich ein Turm mit Zifferblättern und einer Alarmglocke. Sein unterer steinerner Abschnitt wurde Ende des fünfzehnten Jahrhunderts für den Dom errichtet, von dem ringsum nur die Außenmauern erhalten sind. Im Inneren sinken die Gewichte des Uhrwerks in einem hölzernen Schacht zwischen den Treppen herab, und die Glocke schlägt zu jeder vollen Stunde. Später richtete man oben einen Feuerposten ein, und der Wachposten hielt von hier nach Rauch über den dicht bebauten Vierteln Wyborgs Ausschau.
Im Herbst zweitausendsechzehn waren die Turmuhren seit mehr als einem Jahr außer Betrieb. Der Raum mit dem Uhrwerk blieb unbeaufsichtigt: Unbefugte drangen dort ein, einzelne Teile konnten als Souvenirs auseinandergenommen werden. Iwan Perschin, ein Schüler der elften Klasse, der sich für die Geschichte Wyborgs und den Aufbau von Uhren begeisterte, betrat den Turm ohne Erlaubnis. Zuerst verschloss er das Uhrwerk mit einer Tür und einem Schloss, dann fand er anhand von Videoaufnahmen heraus, wie man es reguliert und schmiert. Am sechsten Oktober liefen die Zeiger wieder.
Die Uhr ging ungefähr zwei Minuten pro Tag vor. Einmal in der Woche stieg Iwan nach dem Unterricht hier herauf, zog die Gewichte auf und korrigierte den Gang. Das Museum bestrafte ihn nicht für das unerlaubte Eindringen: Der Schüler wurde mit Gehalt als Aufseher in Teilzeit eingestellt. Später kümmerte er sich weiter um das Uhrwerk und führte Besucher durch den Turm.
Das Uhrwerk, das Iwan in Gang setzte, ist nicht mittelalterlich. Es wurde im Jahr tausendachthundertachtundvierzig eingebaut. Die schweren Gewichte sinken in einem hölzernen Schacht zwischen den Treppenläufen herab, und zu jeder vollen Stunde setzt die Uhr die Alarmglocke in Bewegung. Die Glocke selbst ist noch älter als das Uhrwerk.
Um zu verstehen, warum sie hier hängt, muss man sich an die ursprüngliche Bestimmung des Turms erinnern. Der untere steinerne Abschnitt wurde Ende des fünfzehnten Jahrhunderts als Glockenturm der wichtigsten Stadtkirche errichtet. Die Mauern daneben sind die Überreste eben dieses Doms.
Im Jahr tausendsiebenhundertdreiundneunzig beschädigte ein großer Brand sowohl die Kirche als auch den Glockenturm. Der Dom wurde damals bereits nicht mehr für Gottesdienste genutzt, und in der Stadt war ein neuer gebaut worden. Das alte Gebäude ließ man nicht zu seinem früheren Zweck zurückkehren: Das Militär lagerte in seinen Mauern Proviant, Waffen und Getreide. Den Glockenturm hingegen stellte man für die Stadt wieder her.
Der Gouvernementsarchitekt Johann Brockman setzte einen dritten Abschnitt auf und richtete dort eine Plattform für die Feuerwache ein. Der Wachposten hielt von oben nach Rauch über den dicht bebauten Vierteln Ausschau. Katharina II. schenkte Wyborg eine Alarmglocke mit einem Gewicht von einundsechzig Pud. Sie wurde in Moskau in der Fabrik von Pjotr Strugowschtschikow gegossen. Die Inschrift auf der Bronze besagt, dass der Brand Wyborg in Asche verwandelte und der Glockenturm im Jahr tausendsiebenhundertsechsundneunzig erneuert wurde.
Später passte man den Dom erneut für Gottesdienste an, doch im Jahr neunzehnhundertvierzig wurde er zerstört. Von der wichtigsten Stadtkirche blieben die Außenmauern. Über ihnen läuft noch immer die Uhr, die einst ein Wyborger Schüler in Gang setzte, und hängt die Glocke, die nach dem Brand vor mehr als zwei Jahrhunderten gegossen wurde.
Praktisch vor Ort
Von außen frei zugänglich; Aufstieg auf den Uhrturm gewöhnlich Mi–So 10:30–17:30, Mo–Di geschlossen, Alter 12+.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Besichtigen Sie die Ruinen nur von den erlaubten Bereichen aus und gehen Sie nicht hinter die Absperrungen. Prüfen Sie die Möglichkeit eines Turmaufstiegs gesondert; der Sinn dieses Stopps bleibt auch von außen erhalten.
