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Alexanderpalast

Александровский дворец

Das Familienhaus wird zum Ort des Wartens, der Durchsuchungen und der letzten Abreise seiner Bewohner.

35 Min.
Klassizistische Fassade des Alexanderpalasts hinter einer Rasenfläche
Alex 'Florstein' Fedorov · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Zentrale Kolonnade
  • Abgerundeter Vorsprung des Halbrunden Saals
  • Kuppel
  • Türen zur Parkterrasse

Die Geschichte des Ortes

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Hinter der zentralen Kolonnade setzt sich der Palast mit Wohnflügeln fort: Im rechten lagen einst die Zimmer der Bewohner, und ein Stockwerk höher befanden sich die Kinderzimmer. Katharina II. ließ ihn als Hochzeitsgeschenk für ihren Enkel Alexander I. errichten, und der Name des ersten Besitzers blieb im Namen erhalten. Später zog hier erneut die Familie seines Nachkommen ein; das Haus diente zugleich als private Residenz und als Ort staatlicher Empfänge. In der Mitte der Fassade markiert der Park einen abgerundeten Vorsprung unter der Kuppel: Hinter den Türen des Halbrunden Saals beginnt die Terrasse.

Im März eintausendneunhundertsiebzehn befahl ein Wachoffizier am Tor des Alexanderpalasts: „Das Tor für den ehemaligen Zaren öffnen.“ Nikolai II. war von hier als Kaiser fortgefahren und kehrte nach der unterzeichneten Abdankung zu seiner Frau und seinen fünf Kindern zurück. Alle Kinder erkrankten nacheinander an Masern; Maria überstand die Krankheit besonders schwer. Während in Petrograd die Monarchie zerfiel, wurde der zweite Stock des Palasts zu einem Familienlazarett.

Für Nikolai war dies das eigene Haus. Er wurde hier geboren, verbrachte hier seine Kindheit und wohnte seit eintausendneunhundertfünf dauerhaft mit seiner Familie hier. Im rechten Flügel lagen die Zimmer von Nikolai und seiner Frau Alexandra Fjodorowna, darüber befanden sich die Kinderzimmer. Von hier reiste der Kaiser zum militärischen Hauptquartier, hier empfing er Minister, und hier warteten nun bewaffnete Wachen auf ihn.

Der Name des Palasts verweist auf einen anderen Besitzer. Katharina II. ließ ihn als Hochzeitsgeschenk für ihren geliebten Enkel Alexander I., den späteren Kaiser Alexander I., errichten. Der heutige Name setzte sich nach dem Namen des ersten Besitzers durch. Ein Jahrhundert später diente der Palast erneut als Familienresidenz der Nachkommen dieses Alexander, doch nach dem Beschluss der Provisorischen Regierung blieben seine Türen für Nikolai und Alexandra von außen verschlossen.

Unter Arrest behielten sie ihre Zimmer, Möbel und Bediensteten, doch den Tagesablauf bestimmte die Bewachung. Die Familie durfte nur in einem zugewiesenen Teil des Parks spazieren gehen. Nikolai grub Beete um, sägte umgestürzte Bäume und lernte mit seinem Sohn Alexei Geschichte und Geografie. In seinem Tagebuch vermerkte er, dass er nun viel mehr Zeit mit seiner Familie verbringe als in den Jahren seiner Herrschaft. Hinter dem Zaun sprach man über einen Prozess, die Verbannung und eine mögliche Ausreise der Romanows ins Ausland; drinnen prüfte der Vater die Aufgaben eines Jungen, der noch kurz zuvor als Thronfolger gegolten hatte.

Im Sommer beschloss der Ministerpräsident der Provisorischen Regierung, Alexander Kerenski, die Familie weit weg vom unruhigen Petrograd nach Tobolsk zu bringen. Der Bestimmungsort wurde nicht einmal denjenigen genannt, die abreisen sollten. In der letzten Nacht ging niemand zu Bett. Bedienstete packten die Sachen, Offiziere öffneten und überprüften die Koffer; achtzehn Kisten wurden unter Aufsicht der Wache kontrolliert und zugenagelt. Der Zug verspätete sich, und die Familie wartete mehrere Stunden, ohne zu wissen, wann man sie hinausführen würde.

Bei Tagesanbruch gingen Nikolai, Alexandra und die fünf Kinder durch den Halbrunden Saal zu den Autos. Nikolai fragte Kerenski, ob er jemals in sein heimatliches Zarskoje Selo zurückkehren könne. Eine Antwort, die irgendetwas versprach, erhielt er nicht. Vom Palast brachte man die Familie zum Bahnhof Alexandrowskaja und anschließend nach Tobolsk. Im folgenden Frühjahr wurde sie nach Jekaterinburg verlegt, und im Sommer wurden Nikolai, Alexandra und alle fünf Kinder im Ipatjew-Haus getötet.

Der Halbrunde Saal ist im Zentrum des Palasts erhalten. Von der Parkseite erkennt man ihn an einem abgerundeten Vorsprung unter der Kuppel; die Türen des Saals führen weiterhin auf die Terrasse, von der die Familie des letzten Kaisers ihre letzte Reise aus diesem Haus antrat.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort35 Min.
Nächster PunktFeodorowskij-Gosudarew-Kathedrale
Eintrittaußen; Innenräume mit Eintrittskarte

10:00–18:00, Kasse bis 16:45, Einlass bis 17:00; Ruhetag — Mittwoch. Vom 15. Juni bis zum 15. Dezember 2026 gilt ein geänderter Besuchereingang.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Innenräume sind besonders wichtig für den familiären Teil der Geschichte, erfordern jedoch eigene Museumszeit. Bleiben Sie draußen an der Fassade stehen und stellen Sie sich vor, wie das vertraute Haus zu einem bewachten Gelände wurde.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie vom Palast zur Fermskaja-Straße und weiter zur Kathedrale bei den ehemaligen Kasernen der persönlichen Leibwache.

Stopp 8 von 9Weiter: Feodorowskij-Gosudarew-Kathedrale

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Zarskoje Selo: Leben in einer Kaiserresidenz“ — 9 Stopps, etwa 7,7 km, 5 Std. 30 Min. ohne Palastinterieurs; bis zu 7 Std. mit zwei Museen.

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