Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Rot-weiße Fenstereinfassungen
- Elf Fenster der Südfassade
- Zwei Innenportale
- Westgiebel
Die Geschichte des Ortes
Die Kirchenoberhäupter von Rjasan hielten hier fast zweieinhalb Jahrhunderte lang ihren Hof: In einem langgestreckten Haus lagen ihre Gemächer, Diensträume, Wirtschaftsräume und eine kleine Kirche nebeneinander. Der dritte Stock und das gemeinsame Dach fügten die unterschiedlichen Teile des Hauses zum heutigen Baukörper zusammen. Die rot-weißen Fenstereinfassungen entstanden erneut, nachdem die Restauratoren aus späterem Mauerwerk erhaltene Fragmente des alten Schmucks geborgen hatten.
Der Name verspricht eine fürstliche Residenz, doch Oleg Iwanowitsch hat nie in diesem Gebäude gelebt. Der Großfürst von Rjasan starb im Jahr eintausendvierhundertzwei, und die steinernen Gemächer entstanden erst zweieinhalb Jahrhunderte später. Archäologen vermuten lediglich, dass sich zuvor auf diesem Grundstück ein fürstlicher Hof befand. Olegs Name blieb dem Haus wegen seines Porträts am Westgiebel haften. Das Bild selbst ist verloren.
Nach dem Brand des Jahres eintausendsechshundertsiebenundvierzig befahl Bischof Misail, hier eine neue Residenz zu errichten. Sie sollte die Wohnung des Bischofs, Räume für sein Gefolge, Wirtschaftsräume und eine Hauskirche vereinen. So entstand das langgestreckte Bischofshaus, das die Kirchenoberhäupter von Rjasan fast zweieinhalb Jahrhunderte lang nutzten.
Das Erscheinungsbild, an dem man es heute erkennt, schufen und setzten Menschen neu zusammen, die drei Jahrhunderte trennten. Im Jahr eintausendsechshundertzweiundneunzig nahm Grigori Masuchin die Arbeit auf – ein Mann aus Kostromaer Bauernfamilien, der sein Geld mit Steinbauaufträgen verdiente. Er ließ einen dritten Stock aufsetzen, nahm die Kuppel der Hauskirche ab und überdeckte ihr Gewölbe mit einem gemeinsamen Dach. Masuchin fasste die Fenster mit geschnitztem weißem Stein ein; einzelne Details bemalten die Handwerker mit Bleimennige.
Im neunzehnten Jahrhundert baute man fast alle diese Fenster um, versetzte die Öffnungen und zerstörte die alten Portale. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts stand die Architektin und Restauratorin Irina Iljenko vor der Aufgabe zu entscheiden, welche von mehreren Gestalten des Gebäudes wiederherzustellen war und womit sich jedes rekonstruierte Detail belegen ließ. Ein Fehler hätte die wissenschaftliche Restaurierung in eine Fantasie über das siebzehnte Jahrhundert verwandelt.
Im Jahr eintausendneunhundertsechzig fand Iljenko an der Westfassade echte Spuren der Mennigefassung und stellte einen Teil der Fenster wieder her. Fünf Jahre später setzte die Architektin Jelena Odinez die Arbeit fort. Als die Maurer das Mauerwerk freilegten, mit dem die alten Öffnungen zugesetzt worden waren, fanden sich darin abgeschlagene obere Teile der Fenstereinfassungen, Konsolen aus weißem Stein und Stücke profilierter Gesimse. Auf einigen Details war dieselbe rote Farbe erhalten. Anhand dieser Fragmente stellten die Restauratoren elf Fenster der Südfassade und zwei Innenportale wieder her.
Die rot-weißen Fenstereinfassungen vor dem Gebäude zeigen das Ergebnis ihrer Arbeit. Das Porträt Olegs ließ sich nicht wiederherstellen, weil es dafür keine Grundlage gab; so blieb der Fürst nur im Namen. In den ehemaligen Gemächern der Bischöfe finden heute Museumsausstellungen statt, und von außen sind Fenster sichtbar, deren Form sich aus dem Mauerwerk des neunzehnten Jahrhunderts gewinnen ließ.
Praktisch vor Ort
Außenbesichtigung frei. Ausstellungen: 10:00–18:00, Kasse bis 17:15; Montag geschlossen, letzter Mittwoch des Monats für Reinigungsarbeiten.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Außenbesichtigung ist unabhängig von den Öffnungszeiten des Museums; planen Sie die Ausstellung im Inneren als einen gesonderten Besuch.
