Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gemeinsame steinerne Treppe
- Geflieste Brüstungen der Übergänge
- Vitrinen der Weißen Kammer
- Alte Bücherschränke
Die Geschichte des Ortes
Die Spas-na-Senjach-Kirche, die Weiße Kammer und die ehemaligen Gemächer bilden den oberen Teil der früheren Bischofsresidenz. Eine steinerne Treppe führt zu allen drei Räumlichkeiten, und überdachte Übergänge ziehen sich zwischen ihnen hin; an den Brüstungen sind Fliesen zu sehen, die teils bei Ausgrabungen im Hof gefunden und teils nach alten Vorbildern gefertigt wurden. Früher verfielen die steinernen Verbindungen, und zwischen den oberen Räumlichkeiten blieb nur eine Holztreppe. In der Weißen Kammer stehen noch Vitrinen, Bücherschränke und ein Teil der Möbel vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts; die heutige Ausstellung wurde anhand alter Dokumente und Fotografien zusammengestellt.
Unter Spas versteht man hier Iisus Christos, den Erlöser. Die Kirche wurde seinem nicht von Menschenhand geschaffenen Bild geweiht – einem Bild, das nach kirchlicher Überlieferung ohne die Hand eines Künstlers entstanden sei. Um das Jahr tausendsechshundertfünfundsiebzig errichtete der Rostower Metropolit Iona Sysojewitsch diesen Teil seiner Residenz für seinen eigenen Dienst und für Empfänge. Im Obergeschoss verband er Wohnräume, eine Hauskirche und eine große Speisehalle, die später Weiße Kammer genannt wurde. Dazwischen lagen die Senjach – überdachte Übergänge und Vorräume. Daher trägt die Kirche den Namen Spas-na-Senjach-Kirche. Unten arbeiteten die Bäckerei und andere Dienste, oben betete der Metropolit, empfing Gäste und veranstaltete Festessen.
Als die Hauptresidenz der Rostower Bischöfe im Jahr tausendsiebenhundertachtundachtzig nach Jaroslawl verlegt wurde, unterhielt man diesen Komplex nicht mehr als einheitlichen Haushalt. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts richtete der Weinpachtnehmer Bykow, der vom Staat das Recht erhalten hatte, Einkünfte aus dem Handel mit Alkohol zu erzielen, in einer Hälfte des ehemaligen Bischofshofs Wein- und Bierlager ein. Unter der Kirche gruben seine Leute große Holzfässer ein und wuschen darin Weingefäße. Das Wasser ließen sie durch Öffnungen in den Fassböden direkt in den Boden ab. Es sickerte zu den Fundamenten der Spas-na-Senjach-Kirche und der Weißen Kammer.
Nach der Abschaffung der Weinpacht räumte man die Lager, doch die Keller waren noch lange von einem Eiskeller, Salz und Wirtschaftsvorräten belegt. Die steinernen Übergänge zwischen Kirche, Kammer und den ehemaligen Gemächern des Metropoliten verfielen. Schließlich blieb von der früheren Verbindung nur eine Holztreppe; im Jahr tausendachthunderteinundneunzig stürzte auch sie ein.
Mit der Rettung des Komplexes begannen der Rostower Kaufmann und Historiker Andrei Titow, der sich für die Einrichtung eines Museums hier einsetzte, und Ivan Schljakow, der die Weiße Kammer wiederherzustellen übernahm. Schljakow war kein diplomierter Architekt. Er hatte eine dreiklassige Stadtschule abgeschlossen, verdiente in Moskau als Buchhalter in einem Bankbüro seinen Lebensunterhalt und studierte alte Architektur selbstständig. Die Restaurierung leitete er unentgeltlich und gab gemeinsam mit Titow eigenes Geld aus.
Über befreundete Kaufleute fand Titow die wichtigste Summe: Viertausend Rubel stifteten die Brüder der Familie Koroljow, gebürtige Rostower, die in Tomsk Handel trieben. Schljakow entwarf das Projekt, zeichnete die Fenster und verbrachte sieben Monate fast ununterbrochen auf der Baustelle. Am achtundzwanzigsten Oktober tausendachthundertdreiundachtzig nach altem Stil weihte man die wiederhergestellte Weiße Kammer und eröffnete darin das Museum für Kirchliche Altertümer. Schljakow wurde dessen erster Kustos und sammelte mehr als dreißig Jahre lang Exponate, richtete Ausstellungen aus und führte Besucher. Titow suchte weiter nach Gegenständen und Spendern.
Die Kammer zu eröffnen erwies sich als leichter, als den gesamten Komplex wieder zu verbinden. Nach dem Einsturz der Holztreppe reichten die Spenden nicht für eine vollständige Instandsetzung der Spas-na-Senjach-Kirche, und die Restauratoren stellten zunächst die gemeinsame steinerne Vorhalle wieder her: Eine Treppe führte erneut zur Kirche, zur Weißen Kammer und zu den ehemaligen Gemächern des Metropoliten. Die Brüstungen der Übergänge schmückte man mit Fliesen – teils bei Ausgrabungen im Hof gefunden, teils nach alten Vorbildern gefertigt.
Die heutige Ausstellung der Weißen Kammer stellt das erste Museum anhand von Dokumenten und Fotografien wieder her, doch die Vitrinen, Bücherschränke und ein Teil der Möbel stehen seit tausendachthundertdreiundachtzig hier. Die wiederhergestellte Treppe und die Übergänge zeigen erneut, was die Worte „na Senjach“ bedeuten: Es ist eine Hauskirche am oberen Weg zwischen den Gemächern des Metropoliten und seiner Speisehalle.
Praktisch vor Ort
Sommerbetrieb: Gelände So—Do 09:00—20:00, Fr—Sa 09:00—21:00; Ausstellungen 10:00—17:30. Die Spas-na-Senjach-Kirche und die Weiße Kammer gehören zur saisonalen Route über Mauern und durch Innenräume.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Um die Anlage des Komplexes zu verstehen, betrachten Sie die benachbarten Baukörper vor dem Eintritt von außen. Der Zugang zu den Fresken und Museumsräumen hängt von den geöffneten Ausstellungen ab; benutzen Sie ohne Erlaubnis keinen Blitz.
